Wenn eine lang gehegte Idee zur Wirklichkeit wird

Dekan Franz Neuner überreichte Kommandant Marc Kleiner ein Kreuz mit den Worten „natürlich in Holzbauweise”. RS-Foto: Claus

Feuerwehr Ehenbichl-Rieden in modern ausgestatteten Räumen

Es ist geschafft: mit einem offiziellen Festakt wurde die neue Feuerwehrhalle der Freiwilligen Feuerwehr Ehenbichl-Rieden der Bestimmung übergeben. Der Startschuss dazu war am 25. Juli 2016. Ein prägnantes Wahrzeichen der Gemeinde, bei dem der Finanzierungsplan mit 1,4 Millionen Euro exakt eingehalten wurde.

Von Uwe Claus.

Für Bürgermeister Wolfgang Winkler ohne Zweifel ein Freudentag: „In drei Jahren feiern wir das 100-jährige Feuerwehrjubiläum und das wollen wir in einer angemessenen und zeitgemäßen Unterkunft feiern”, so das Gemeindeoberhaupt. Zahlreiche Schritte – wie Finanzierungen und Bewilligungen einholen, Beschlüsse fassen und diverse Verträge abschließen etc. seien vor der Umsetzung des Projekts notwendig gewesen. Mit der Fertigstellung der neuen Feuerwehrhalle mit angeschlossenem Bauhof könne man nun ein Zukunftsprojekt der offiziellen Bestimmung übergeben. Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann ist mit dem modernen Einsatzzentrum – sowohl für die Feuerwehr als auch für den Gemeindebauhof – in vorausschauender und verantwortungsvoller Art und Weise ein Projekt für die Zukunft geschaffen worden. „Die Welt braucht Menschen, die für andere Menschen da sind und Land und Kommunen müssen dafür sorgen, dass entsprechende Ausrüstung und Unterkunft zur Verfügung gestellt werden”, sagte Ledl-Rossmann. Es sei ein weiter Weg vom Beschluss bis zur Umsetzung und der sei nun durch das Zusammenwirken vieler – seitens der Gemeinde, des Landesfeuerwehrverbandes, des Landes Tirol und nicht zu vergessen mithilfe vieler Ehrenamtlicher geschafft. Schmunzelnd fügte sie zu: „Ich selbst war unter besonderem Druck, da Bürgermeister Winkler mein Schwager ist.”

Landesfeuerwehrinspektor Alfons Gruber bedankte sich für die Zielstrebigkeit der Verantwortlichen, womit das Projekt des Neubaus zur Zufriedenheit aller umgesetzt werden konnte. Eine der Herausforderungen war es, einen entsprechenden Standort für die Feuerwehrhalle zu finden, der nun direkt und optimal an der Ehenbichler Landesstraße liegt. Damit habe das Einsatzzentrum den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Ehenbichl-Rieden optimale Voraussetzung für ihre Arbeit geschaffen; es bietet den nötigen Platz für Fahrzeuge und Geräte und ist vor allem Stützpunkt für die Feuerwehrmitglieder und Katastrophenhilfszentrum für die ganze Gemeinde.

Dass die Fertigstellung der Halle den Kommandanten Marc Kleiner besonders freut, steht außer Frage. Er erinnerte daran, dass bereits seine Vorgänger erkannt hatten, dass der bisherige Standort der Feuerwehrhalle in Ehenbichel nicht mehr zeitgemäß war. „Bei einem Mannschaftsstand von 82 Kameraden, davon 41 aktiv, freuen sich alle, dass ihr neues „Reich” nun eingeweiht wird”, sagte er. Er erinnerte auch daran, dass der Gemeinschaftsraum mit 20.000 Euro aus der Kameradschaftskasse finanziert wurde. Er sei auf jeden Fall stolz, Kommandant dieser Wehr zu sein und an dem Projekt mitgearbeitet zu haben.

„Ein volles Haus – schön”, sagte Dekan Franz Neuner, als er in die dicht gefüllten Reihen bei der Einweihungsfeier, die von der Musikkapelle Ehenbichel musikalisch begleitet wurde, blickte. In seiner Festpredigt drehte er das Rad der Geschichte zurück, als vor knapp 100 Jahren der Feuerwehrverein gegründet wurde. „Was würden die damaligen Kameraden wohl bei der modernen technischen Ausrüstung und dem zielorientierten Ambiente sagen?”, stellte er als Frage in den Raum. Das neue Herzstück der Feuerwehr Ehenbichl-Rieden sei ein Ort, bei dem die Menschen auch einander verstehen lernen und in der Gemeinschaft erkennen, dass Verständnis und Toleranz wichtig sind, dass Hausverstand wesentlich mehr wert ist als mancher Titel – und Taten mehr gelten mehr als nur Worte. Und er bemühte den Dichter Emil Kästner, der gesagt hat: „Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!”

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