Wertvolle Wiesen

Bgm. Hans-Peter Bock: „Es wird eine kleine Nebeneinkunft sein.“ RS-Foto: Archiv

Fließ kann Ausgleichsflächen für Großprojekte bieten

 

Großprojekte gehen vielfach mit Naturbeeinträchtigungen einher, weshalb sogenannte Ausgleichsmaßnahmen und -flächen vorgeschrieben werden. Die Gemeinde Fließ verfügt über ein dafür prädestiniertes Gebiet.

 

Von Daniel Haueis

 

Über „viele Moorflächen in Privatbesitz der Gemeinde“ freut sich Bgm. Hans-Peter Bock in Fließ. Konkret meint er damit rund 10 Hektar in der „Harbe“ nahe dem Gachenblick, nämlich die Kuppe zwischen den Harbewiesen und der Pillerseite. Es sind feuchte Wiesen, die von der Gemeinde vor Jahren angekauft wurden. Ihnen könnte nun eine besondere Rolle zukommen – als Ausgleichsflächen. Solche Flächen sind oft nötig, wenn Großprojekte umgesetzt werden und dabei auftretende Naturzerstörungen „auszugleichen“ sind, indem eben andere Flächen dafür erhalten und gepflegt werden. Und die müssen nicht unbedingt im Projektgebiet liegen. Für die feuchten Wiesen in der Harbe gibt’s z.B. Anfragen aus dem Nachbarbezirk: „Für den Skigebietszusammenschluss Pitztal–Ötztal benötigen die Betreiber noch Kompensationsflächen“, berichtet Bgm. Hans-Peter Bock. Der Gemeinderat steht dem nicht negativ gegenüber, will seine grundsätzliche Zustimmung aber erst geben, wenn die wirtschaftlichen Vorteile für die Gemeinde Fließ auf dem Tisch liegen. Es seien auch die zu erwartenden Auflagen vonseiten der Naturschutzbehörde abzuwarten. „Da sind wir im Gespräch“, sagt Bock – er geht davon aus, dass es eine Verpachtung wohl auf Konzessionsdauer des Lifts werden dürfte; die Flächen in der Harbe wären dann vom Pächter entsprechend den behördlichen Auflagen zu bewirtschaften. Das große Geld verspricht sich der Dorfchef davon nicht: „Es wird eine kleine Nebeneinkunft sein“, prognostiziert Bock. Nachdem die rund 10 Hektar in der Harbe ja nicht wenig sind, denkt Bock auch an andere potenzielle Interessenten: „Die Tiwag braucht für das Platzertal sicher auch Ersatzflächen“ – falls das Kraftwerk Kaunertal tatsächlich erweitert wird, u.a. eben um einen Speicher im Platzertal oberhalb von Tösens.