Wichtige Hürden geschafft

In der unmittelbaren Nachbarschaft zum Krankenhaus Zams soll ein Gebäude für Pathologie/Schwerpunktpflege entstehen. RS-Foto: Tiefenbacher

Gebäude für Pathologie beim Krankenhaus Zams: Gemeinderat weist Anwohner-Stellungnahmen ab

 

Das Gebäude für Pathologie/Schwerpunktpflege im Umfeld des Krankenhauses in Zams nahm im Genehmigungsverfahren wichtige Hürden: Der Zammer Gemeinderat fasste in seiner jüngsten Sitzung einige Beschlüsse zum Bauvorhaben.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Auf der Tagesordnung der jüngsten Zammer Gemeinderatsitzung stand neben dem Finanzplan 2020 u. a. das erwähnte Bauvorhaben. Das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern beabsichtigt in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Krankenhaus ein Gebäude für die Unterbringung eines Pathologie-Labors sowie einer Schwerpunktpflegeeinrichtung zu errichten. Bgm. Siegmund Geiger wies besonders darauf hin, dass dieses Vorhaben nur ganz marginal mit der derzeitigen Erweiterung der medizinischen Versorgungseinrichtung zu tun hat. Das Pathologie-Labor wird von einem privaten Unternehmen betrieben und die 24 Betten zählende Schwerpunktpflege vom Gemeindeverband St.Vinzenz, den die 54 Gemeinden der Bezirke Landeck und Imst bilden. Apropos Schwerpunktpflege: Hier werden Menschen z. B. mit einer schweren demenziellen Erkrankung, einer Altersdepression oder einer Suchterkrankung gepflegt und ärztlich begleitet.

 

DREI GUTACHTEN. Rund zwei Drittel der dafür vorgesehenen Fläche (gut 2 500 qm) ist als Sonderfläche Krankenhaus, die Restfläche als Forstliche Freihaltefläche gewidmet. Beantragt wurde, diese Fläche in Mischgebiet umzuwidmen. Im Vorfeld ist allerdings das örtliche Raumordnungskonzept abzuändern. Der Gemeinderat stimmte der Abänderung im Juli 2019 mehrheitlich zu. Gegen diesen Beschluss langten zwei Stellungnahmen von Anwohnern ein. Aus der Bestrebung des Gemeinderates heraus, rechtlich sicher zu gehen und und die Anrainerbedenken ernst zu nehmen, wurden drei Gutachten eingeholt – ein Verkehrs-, ein Lärm- als auch ein Luftgutachten. Diese Gutachten liegen nun vor. Das Luft-Gutachten kommt zum Schluss, dass es im Jahresmittel zu keiner Stickoxid- und Feinstaub-Zusatzbelastung kommt. Selbst im Bereich der Quelle, also direkt auf der Straße, bleiben die Zusatzbelastungen irrelevant. Auch das Lärm-Gutachten fiel positiv aus: „Es werden die Planungspegel für die Flächenwidmung nicht überschritten.“ Und das Resümee des Verkehrs-Gutachtens ist: Die Klostergasse ist aufgrund des Ausbauzustandes auch zukünftig für eine weitere Verkehrszunahme geeignet. Auf der Sanatoriumstraße liegen Umstände vor (Befahren des Gehsteiges bei Gegenverkehr, Engstelle im Bereich Bachgasse), welche eine weitere Verkehrszunahme als eher ungünstig erscheinen lassen, insbesondere die Führung des Schwerverkehr (Linienverkehr). Einem Zuwachs des Verkehrs in der Sanatoriumstraße will Bgm. Geiger mit einer gezielten Verkehrslenkung begegnen. Angedacht ist insbesondere den Schwerverkehr (Linienverkehr), der in Richtung Krankenhaus fährt, über die Fraidl-Brücke/Klostergasse bzw. Innstraße/Klostergasse umzuleiten. In der Sanatoriumstraße wird während der Bauphase nur Pkw-Verkehr erlaubt sein. In punkto Baustellenverkehr merkte Bgm. Geiger an: „Die Belastung durch diesen Verkehr muss für die Anwohner zumutbar sein.“

 

EMPFEHLUNG. Der Obmann des Raumordnungsausschusses Andreas Grüner meinte zusammenfassend, dass am Ende der drei Gutachten das Fazit stehe, das Bauvorhaben sei machbar und sprach seine Empfehlung aus, in einem Beharrungsbeschluss die Anwohner-Stellungnahmen abzuweisen und gleichzeitig die Änderung des örtlichen Raumordnungskonzeptes zu beschließen sowie der Auflage und Erlassung der Änderung des Flächenwidmungsplanes zuzustimmen. Dieser Empfehlung folgten alle Mandatare.

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