Widerstand regt sich

Jetzt soll auf dem Areal des Zangerle Hauses Riefengasse 10 in Perjen anstelle des alten Wohnhofes zwei überwiegend viergeschoßige Wohnhäuser mit 17 Wohnungen errichten werden. RS-Foto: Tiefenbacher

Bürgerinitiative wehrt sich gegen Wohnprojekt in Perjen

 

Die Bürgerinitiative Riefengasse wehrt sich gegen ein geplantes Wohnprojekt in Perjen. Am Donnerstag dieser Woche wird dem Landecker Gemeinderat der abgeänderte Entwurf des Bebauungsplanes zur Beschlussfassung vorgelegt.

 

Von Herbert Teiefenbacher

 

Die Bürgerinitiative macht nun gegen das Wohnprojekt mobil: Es wurde eine Unterschriftenaktion gestartet. Bisher wurden rund 140 Unterschriften gesammelt. Für Unverständnis sorgt, dass die Stadtgemeinde Landeck in diesem Gebiet mit Ein- und Zweifamilienhäusern jetzt auf dem Areal des Zangerle-Hauses, Riefengasse 10, anstelle eines der ältesten Wohnhöfe in Perjen eine Blockbebauung, bestehend aus zwei Baukörpern mit überwiegend vier Geschoßen und mit über 26 Metern bzw. 20 Metern Länge und 12 Meter Höhe, errichten lassen will. Entstehen sollen 17 Wohneinheiten mit zwei Penthousewohnungen in den vierten Obergeschoßen.

 

VORWURF. Die Bürgerinitiative betont, dass sich ihr Unmut nicht gegen eine grundsparende, verdichtete Wohnbebauung richtet, sondern gegen das konkrete Projekt. Die Hauptkritikpunkte, die von der Bürgerinitiative unisono vorgetragen werden, sind: Die Wohnanlage ist völlig überdimensioniert und entspricht nicht den Zielsetzungen des Raumordnungskonzeptes der Stadtgemeinde Landeck, nämlich Beibehaltung des bestehenden dörflichen Charakters bei einer Wohnbebauung. In Perjen wird, außer in einem Teil der Schrofensteinstraße, seit Jahrzehnten ausschließlich maximal dreigeschoßig gebaut. Beispiele dafür sind die ehemalige Südtiroler Siedlung und das Wohnprojekt in der Oberen Feldgasse. Zusätzlich werden Bedenken geäußert, dass durch die vielen zusätzlichen Wohnungen die Verkehrssituation äußerst problematisch wird. „Jeder, der die hintere Riefengasse kennt, weiß, wie eng es da ist“, wird argumentiert. Der Stadtpolitik wird seitens der Bürgerinitiative der Vorwurf gemacht, sie gestehe einerseits den künftigen Bewohnern mehr Recht auf Wohnqualität zu als jenen, die schon länger hier wohnen und andererseits tue sie alles, dass der private Bauträger auf Kosten des Ortsbildes sowie der Lebens- und Wohnqualität der Anrainer ein lukratives Projekt durchziehen kann.

 

GEFORDERT. In diesem Sinne waren auch die vier von Anrainern im Oktober 2019 eingebrachten Stellungnahmen gegen den ersten Entwurf des Bebauungsplanes formuliert. In einer Stellungnahme wurde über die fehlende Information der angrenzenden Nachbarn über den Beschluss und die Auflage des Bebauungsplanes („bei einem Bauvorhaben in dieser Dimension“) Kritik geübt. Gefordert wird u. a. die Reduktion der Gebäude von vier auf drei Geschoße und die Teilung des langen Baukörpers in zwei Einzelgebäude, damit die Gebäude nicht so extrem massiv wirken. Aber die Erwartungen der Bürgerinitiative wurden erneut enttäuscht. Die überarbeitete Entwurfplanung liegt nun vor. „Die wesentlichen Änderung sind schnell aufgezählt. Es wurden lediglich die Penthousewohnungen in den vierten Obergeschoßen etwas verkleinert“, wird seitens der Bürgerinitiative erklärt.

 

ENTSCHEIDUNG ÜBERDENKEN. Die Bürgerinitiative hofft, dass die Landecker Gemeinderäte am Donnerstag dieser Woche ihre Entscheidung noch einmal überdenken und den abgeänderten Entwurf des Bebauungsplanes die Zustimmung nicht erteilen, denn aus Sicht der Initiative ist auch dieser, sofern er dem vorliegenden Projektentwurf entspricht, im Sinne einer positiven und verträglichen städtebaulichen Entwicklung nicht vertretbar. Zudem wird an die Mandatare appelliert, auch darüber nachzudenken, was ihre Entscheidung bewirkt und dabei sollten sie neben der Verantwortung für ein verträgliches Ortsbild auch Verantwortung für die dort lebenden Perjener haben. Für die Bürgerinitiative gibt es einen weiteren Grund, jetzt mit der Entscheidung zuzuwarten: Die mögliche Aufnahme des alten Wohnhofes in die Liste der denkmalgeschützten Objekte wird derzeit vom Bundesdenkmalamt geprüft. Die RUNDSCHAU wird über die Diskussion im Landecker Gemeinderat und die getroffene Entscheidungen berichten.

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