Wie man Bären das Tanzen lehrt

Das Findelkind wollen die Brüder nicht mehr hergeben. RS-Foto: Pfurtscheller

Winklbühne Prutz-Faggen brillierte bei Premiere von „Die drei Eisbären“

 

„Die drei Eisbären“ von Maximilian Vitus aus dem Jahre 1934 gilt als Klassiker der volkstümlichen Literatur. Die Schauspieler der Winklbühne wuchsen bei dem Lustspiel über sich hinaus und begeisterten restlos.

 

Von Irmgard Pfurtscheller

 

Obmann Helmut Nigg begrüßte im vollbesetzten Winklstadl auch Dekan Franz Hinterholzer, Andreas Förg, Bgm. von Faggen, und Jürgen Frommelt, Obmann des Bezirkstheaterverbandes. Die Inszenierung der Komödie war ein Bravourakt und zeigte beeindruckend die schauspielerische Bandbreite der Darsteller unter der Regie von Helmut Nigg.

 

EISERNE JUNGGESELLEN. Die Haldeneggerbrüder Peter, Paul und Juliander leben auf einem abgelegenen Hof und haben bis auf die alte Haushälterin Veronika mit Frauen nichts am Hut. Doch die gute Seele wurde von einem Fliegenbiss außer Gefecht gesetzt und braucht Bettruhe. Da schaut es mit dem kulinarischen Angebot am Hof recht bescheiden aus. Jeden Tag Brotsuppe mit Ei. Dieser Männerwirtschaft will der „Vinschger“ Anthuber ein Ende machen und eine g’standne Frau mit Geld zu den Brüdern bringen – die Haslocherin muss her. Doch die eisernen Junggesellen wollen vom Heiraten nichts wissen. Denn wenn eine Frau kommt, dann kommen auch Kinder, und das geht gar nicht. Da macht das Schicksal den Dreien einen Strich durch die Rechnung. Ein Kind wird vor die Türe gelegt und Juliander findet es. Jetzt ist ein Kind da, aber keine Frau. Unter der rauen Schale zeigen die Brüder ihren weichen Kern und entbrennen in kindlicher Liebe zu dem kleinen Wesen. Trotzdem braucht es eine Frau für das Kind. Die alte Veronika steht als Kinderfrau keinesfalls zur Verfügung und schickt einen der Brüder zum Pfarrer, um Rat zu holen. Dieser weiß auch tatsächlich Rat und schickt den Junggesellen eine junge Magd ins Haus. Mit offenem Mund bestaunen die drei Brüder die attraktive Maralen, die ab jetzt am Hof das Ruder in die Hand nimmt. Mit ihrem Liebreiz und mit weiblichem Spürsinn erobert die neue Haushälterin nicht nur die Herzen der knorrigen Brüder, sondern findet auch bei der resoluten Veronika eine Verbündete. Doch bis zum Heiraten ist es noch ein weiter Weg, denn keiner der drei Brüder will seine Freiheit aufgeben. Da braucht es eine ausgeklügelte Taktik, denn „die Mannsbilder sein Bärn, und die Weiber müssen sie das Tanzen lehrn.“

 

DARSTELLER. In den Rollen der Brüder begeisterten Hannes Förg als Juliander, Franz Buchhammer als Peter und Willi Nigg als Paul, der meistens das letzte Wort hatte und mit pointierten Wortmeldungen für Lachstürme sorgte. Die herzige „Maralen“ wurde von Annelies Hechenberger, „Anthuber“ von Andi Buchhammer, die „Haslocherin“ von Ulli Rauch gespielt, Rosa Thurner brillierte in der Rolle der Veronika und ließ kein Auge trocken. Für die wertvolle Hilfe und Unterstützung bedankte sich Nigg bei Projektleiter Karlheinz Eckhart. Eine grandiose Aufführung, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Weitere finden am 4., 7., 11., 16., 18. und 23 August statt.

 

Die resolute Veronika führt ein strenges Regiment. RS-Foto: Pfurtscheller

 

Juliander lässt sich von der hübschen Maralen bezirzen. RS-Foto: Pfurtscheller

 

Begeisterten mit einer tollen Premiere: Willi Nigg, Souffleuse Evi Nairz, Rosa Thurner, Annelies Hechenberger, Hannes Förg, Ulli Rauch, Andi Buchhammer und Franz Buchhammer (v. l.). RS-Foto: Pfurtscheller

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