Wiederaufnahme der Planungen für den Tschirganttunnel

NR Pfurtscheller freut sich über grünes Licht für den Beginn des Tunnels. Foto: Photo Simonis

VP-NR Elisabeth Pfurtscheller erfreut. Auch Wirtschaftskammer befürwortet Planungsmaßnahmen

Das Verkehrsministerium und die ASFINAG nehmen die Planungen zum Tschirganttunnel erneut in Angriff. „Endlich. Nachdem das Vorhaben lange Zeit auf Eis gelegen ist, haben Bundesverkehrsminister Norbert Hofer und die ASFINAG heute den die Wiederaufnahme des Projektes Tschirganttunnel bestätigt“, freut sich VP-Nationalrätin Pfurtscheller. Der dringende Handlungsbedarf wurde erkannt und Planungen auf einer soliden Basis einleitet, stimmen Wolfgang Winkler, Leiter der WK-Bezirksstelle Reutte und seine Kollegen aus den Bezirken Imst und Landeck zu. 

Tirols Landeshauptmann Günther Platter, der in dieser Woche bei Bundesverkehrsminister Norbert Hofer war, dürfte die letzte notwendige Überzeugungsarbeit für diese Entscheidung geleistet haben.
„Seit ich 2013 in den Nationalrat eingezogen bin, kämpfe ich für die Umsetzung der zwei zentralen Infrastrukturprojekte im Tiroler Oberland – dem Tschirgant- und dem Fernpass-Scheiteltunnel. Die heute von der ASFINAG und Bundesminister Norbert Hofer getroffene Entscheidung, den Tschirganttunnel nun offensiv voranzutreiben, ist ein absoluter Durchbruch. Nachdem alle Planungen im Jahr 2011 seitens des Ministeriums eingefroren wurden, gibt es vom Bund nun das klare Bekenntnis, dass der Tschirgant wieder auf die Agenda kommt und umgesetzt werden soll. Ein Vorhaben, das durch die enormen Verkehrssteigerungen der letzten Jahre noch an Bedeutung gewonnen hat und das damit so wichtig ist wie noch nie. Dieses Projekt ist das Herzstück für die Entlastung der verkehrsgeplagten Bevölkerung am Mieminger Plateau und im Gurgltal“, macht die Oberländer Abgeordnete deutlich. Durch umfangreiche Erhebungen im Rahmen der für das Projekt notwendigen Umweltverträglichkeitsprüfung werde zudem gewährleistet, dass Einflüsse auf Natur und Wasserhaushalt genauestens untersucht, bewertet und in die Planungen miteinfließen würden, so Pfurtscheller.
Für die Nationalratsabgeordnete aus Reutte ist die Entscheidung des Bundes ein Erfolg, zu dem viele beigetragen haben: „Die Bürgermeister der Region, die Unterstützer der im Parlament eingebrachten Petition, die Wirtschaftskammer und vor allem Landeshauptmann Günther Platter – sie alle haben unentwegt dafür gekämpft, dass der Bund das Projekt wieder in seine Prioritätenliste aufnimmt. Ohne dieses ständige Bemühen auf allen Ebenen wäre es wohl nicht zu dieser richtungsweisenden Entscheidung gekommen.“
Als Nächstes gehe es laut Pfurtscheller nun darum, dass im Sinne einer Gesamtlösung schnellstmöglich auch die noch notwendigen Schritte für die Umsetzung des Fernpass-Scheiteltunnels eingeleitet werden.

Kein Verständnis für Kritik.

„Dass derzeit der Verkehr durch die Orte am Mieminger Plateau bzw. im Gurgltal donnert, ist keine Lösung. Die Ist-Situation ist weder für die Lebensqualität der Anrainer noch für Wirtschaft und Tourismus befriedigend“, erklärt der Imster WK-Obmann Josef Huber. Für die reflexartige Kritik hat auch die WK Reutte mit Obmann Christian Strigl kein Verständnis: „Es geht jetzt einmal darum, das Projekt von Grund auf zu planen und unter Einbindung der Anrainergemeinden die optimale Trassenführung zu finden. Von Anfang an gegen ein Vorhaben zu sein, dessen Details noch gar nicht feststehen, widerspricht für mich jeder Diskussionskultur“, so Strigl. „Die positive Reaktion der Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sagt alles – die Politik kann bei einer derart massiven Belastung der Anrainer nicht länger tatenlos zusehen“, ergänzt Anton Prantauer, Obmann der WK-Bezirksstelle Landeck.
Für die drei Bezirksobmänner ist eine zufriedenstellende Anbindung des Bezirks Reutte überfällig. „Durch Nichtstun werden wir keine Lösung erzielen“, so Strigl, „von der Kombination Tschirganttunnel und Fernpassscheiteltunnel erwarte ich mir hingegen eine wesentliche Verbesserung.“ Strigl verweist auch auf die Gutachten zur Tonnagebeschränkung, die nicht dadurch gefährdet werde, dass auf einem Teilabschnitt eine unerträgliche Belastung für die Anrainer beseitigt wird. Die Obleute der drei WK-Bezirksstellen fordern, die Planungen der ASFINAG abzuwarten und dann die konkreten Vorschläge zu diskutieren, anstatt das Projekt schon im Vorfeld schlechtzu- reden.