Wind auf Ehrenberg

Hier warteten die einzelnen Segmente der Metallgewölbe auf ihren Transport. RS-Foto: Kofelenz

Sanierungsarbeiten und Rekonstruktion des Hornwerks „Baustufe II“. Metallbögen wurden zum Hornwerk geflogen

Das neueste Projekt auf Ehrenberg soll ganz stark auch heimische Kinder und Familien ansprechen. Dazu wird im Hornwerk eine Kinderebene inszeniert und davor – im Schlossanger – der Themenspielplatz „Ritter Rüdiger“ errichtet. Planung und Konzept stammen von Architekt DI Armin Walch, die Inszenierung des Sagenverlieses von Toni Knittel. Bereits im Oktober dieses Jahres ist mit der Fertigstellung und Eröffnung zu rechnen (die RUNDSCHAU berichtete).

Von Sonja Kofelenz und Michaela Weber

Kommt man auf dem Fußweg bzw. vom Schrägaufzug „Ehrenbergliner“ durch das Portal auf den Schlossanger unterhalb der Ruine Ehrenberg, so findet man linksseitig die neu sanierte Rekonstruktion der Kasematten (Baustufe 1) – dem sogenannten Hornwerk. Darin befindet sich die im letzten Jahr eröffnete, sehenswerte Dauerausstellung „Angriff und Verteidigung“ – eine kostenfrei zugängliche Ausstellung, die sich mit den Angriffstechniken des 13. bis 18. Jahrhunderts befasst. Nun ist es an der Zeit, sich auch mit den rechtsseitig liegenden Gewölben zu befassen. Diese Baustufe umfasst die Sanierung und Rekonstruktion der Räume R9 und R10. Hier lehnt sich Architekt Walch technisch und gestalterisch an die bereits umgesetzte Baustufe I an.
Ziel ist hier die Errichtung einer Kinderebene mit dem „Sagenverlies im Hornwerk“: In den so neu entstandenen Räumen sollen die „Ehrenberg-Sagen“ und die „Ritter Rüdiger Figuren“ kindgerecht und effektvoll inszeniert werden. Der Außenbereich wird durch den Themenspielplatz „Ritter Rüdiger“ ergänzt.

Das Projekt.

Die animierte Ausstellung soll gezielt durch die beiden Räume führen. Bereits beim Betreten werden die Besucher von einem Wächter begrüßt. Sie begegnen dem Klausenhund, der ihnen den weiteren Weg weist und kommen zum Schandkäfig. Natürlich finden die jungen Entdecker dann die Schatztruhe, die auch die Antwort auf die Schatzsuche-Frage gibt. Der zweite Raum, ausgestattet mit gemütlichen Sitzbänken, wird audiovisuell mit einem Film bespielt werden.
Im Außenbereich können sich die Kinder richtig austoben. Ein liebevoll gestalteter Kinderspielplatz mit einem großen Kletternetz, Schaukeln, einer Rutsche und anderen attraktiven Elementen lädt zum Verweilen ein.

Nach oben geflogen.
Der Transport bot auch den Besuchern eine Abwechslung. RS-Foto: Weber

Sechs Mann warteten am vergangenen Freitag beim Hornwerk auf ihre Metallkonstruktionen. In der Werkstätte der Firma Metallbau Leuprecht bauten die Arbeiter elf Elemente.
Die Spezialanfertigungen bringen je eine Tonne auf die Waage. Nach oben beförderte die Bögen ein Lastenhubschrauber der Firma Helix aus Sonthofen. Punktgenau setzte dieser die neuen Dachträger auf die Sockel. Breitbeinig stemmten sich die Anwesenden gegen den Wind, der den Schaulustigen beim Absetzen der Bauelemente um die Ohren blies. Ausrichtung und Verschraubung lagen wieder in den Händen der Außerferner Metallarbeiter. Nach eineinhalb Stunden war aus mit „oben ohne“. In ein paar Jahren wird Gras über das neuzeitliche Gewölbe gewachsen sein und sich mit dem bestehenden und sanierten Gelände verbunden haben. „Burgherr“ Armin Walch drehte in freudiger Erwartung noch einmal eine Runde auf dem Gelände, das im Oktober die Kindersagenwelt, den Spielplatz und eine Bühne für Open Air Veranstaltungen bietet.

Finale des Bergherbst.

Im Zuge des „Bergherbst“ der Naturparkregion Reutte werden die Neuerungen auf dem Schlossanger eröffnet und voraussichtlich ab 19. Oktober als weitere Attraktion die Burgenwelt Ehrenberg bereichern.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.