„Wir fühlen uns hier wie zu Hause!“

Gute Stimmung im Jugendzentrum in Pfunds – überzeugen konnte sich davon auch Daniel Thöni (r.). RS-Foto: Unterpirker

Erfolgsgeschichte Jugendzentrum Pfunds – Überlegungen für neuen Standort

 

Als im Oktober 2010 der Startschuss für das Jugendzentrum Pfunds erfolgte, ahnten wohl nur wenige, dass diese Einrichtung eine absolute Erfolgsgeschichte werden würde. Mittlerweile verzeichnet das JUZ, das unter der Leitung von Astrid Wachter steht, jährlich über 2000 Besuche. Es ist aus dem Leben vieler Jugendlicher nicht mehr wegzudenken.

 

Von Albert Unterpirker

 

Betritt man das Jugendzentrum in Pfunds, so spürt man gleich die positive Atmosphäre. Angenehme Musik rieselt aus den Boxen, mancherorts ist Lachen zu hören, und im hinteren Zimmer wird kräftig am Tischfußballtisch gekurbelt. Mitten drin im Geschehen ist Astrid Wachter. Sie ist seit rund sieben Jahren als Leiterin angestellt (20 Stunden pro Woche, Gemeinde und Land Tirol tragen zu je 50 Prozent die Kosten). „Mittlerweile hat sich das Jugendzentrum im Dorf etabliert“, sagt Wachter, „und es wird super besucht!“ Dreimal in der Woche ist geöffnet, und zumeist tummeln sich dort zwischen zehn und 30 jugendliche Mädchen und Buben. Aber nicht nur im Jugendzentrum selbst herrscht Hochbetrieb, auch die zahlreichen Aktivitäten sind hoch frequentiert. Es gibt Ausflüge, wie etwa in die Bavaria-Filmstudios oder in den Vinschgau. Überhaupt läuft die Vernetzung mit den anderen Jugendzentren im Bezirk (und nach Südtirol) tadellos. Zudem finden regelmäßig Tischfußball- und Fußballturniere statt. Ein weiteres Highlight für die Jugendlichen ist der Peter-&-Pauls-Tag (Pfundser Kirchtag), wo es von den Jugendlichen u. a. Selbstgebasteltes zu bewundern gibt. Weitere Aktivitäten sind Raftingtouren oder das traditionelle Nikolausspiel. Was macht das Jugendzentrum aber so besonders? „Es gibt coole Gespräche“, sagt die junge Simone, „und man kann gut chillen!“ Florian findet es indessen toll, „dass man hier auch wieder alte Bekannte trifft“. Yassin mag „die guten und billigen Pizzen“, und Alina weiß: „Mit Astrid (Leiterin) hat man es immer lustig, und sie ist immer für mich da!“ Liebenswerter Tenor der Anwesenden: „Wir fühlen uns hier wie zu Hause!“ Das große Lob der Jugendlichen gibt Wachter gleich weiter an die Gemeinde, „die uns in diesem Jahr super unterstützt hat!“

 

PLÄNE. Das Jugendzentrum bietet aber noch mehr als Fun und Unterhaltung. „Es gibt auch Einzelgespräche“, sagt Wachter, die mit manchen auch schon zur Kinder- und Jugendberatung nach Landeck gefahren ist. „Um zu vermitteln“, so die Leiterin, die sich sichtlich Mühe gibt und vorbildhaftes Engagement an den Tag legt. Station machen im JUZ Pfunds auch mal Jugend-Coaches, und es ist gar nicht so lange her, dass man einem Mädchen gar mal einen Job vermittelt hat. Gesprochen wird aber auch über ernste Dinge: „Suizid war einmal ein großes Thema“, so Wachter, und einmal gab es einen „massiven Mobbing-Fall“. Die Aufgaben sind also enorm vielfältig. „Astrid macht eine hervorragende Arbeit“, weiß Gemeindevorstand Daniel Thöni, „und sie wird total akzeptiert.“ Während also diesbezüglich alles nach Plan läuft, hadert man andernorts. „Die Rahmenbedingungen sind schlecht“, erklärt Wachter und spricht die zu kleinen und veralteten Räume an. Gerne hätte man das Angebot zum Beispiel mit einem Billardtisch erweitert (großer Wunsch der Jugendlichen). Diesen hätte man auch mal kostenlos bekommen – aber es herrscht absoluter Platzmangel. Deshalb: „Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, dass wir noch in dieser Periode einen sanierten oder neuerbauten Jugendraum bekommen“, führt Jugendreferent Thöni aus, „das ist uns ein großes Anliegen!“ Pläne wurden schon gezeichnet. Jetzt soll es eine Standortprüfung und einen Entwurf für 2019 geben.

 

 

Aktivitäten JUZ

Fortbildung für Jugendbetreuerinnen (Suchtprävention), Gaudi-Tischtennis-Turnier, 3 x Vernetzungstreffen in Landeck, „Scheißegal – legal – illegal“ (Talk about Konsum, Genuss, Rausch, Fortbildung mit Jugendlichen in Landeck), 2 x Gardaland-Besuch mit den Jugendzentren aus dem Vinschgau, Tischfußballturnier in Landeck, Treffen im JUMA Mals bzgl. Nachbesprechung Gardaland, Fortbildung für Jugendbetreuerinnen (zivil- und strafrechtliche Verantwortlichkeit), POJAT-Treffen in Kappl, Peatrstog in Pfunds, Grillen im JUZ, Raften (Why Not Adventures Pfunds), Fußballturnier der Jugendzentren in Serfaus, Bavaria-Filmstudios in München, Gruselnacht im Jugendraum, Nikolausspiel in Pfunds.

 

Beim Tischfußballspielen geht es zumeist richtig heiß zur Sache. RS-Foto: Unterpirker

 

Vorbildliche Arbeit leistet Astrid Wachter. RS-Foto: Unterpirker

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