„Wir haben die guten Argumente“

Der Abschnitt Kronburg-Landeck ist bereits zweigleisig, zwei weitere (Ötztal-Roppen und Imst-Imsterberg) sollen folgen. Foto: Haueis

Zweigleisiger Ausbau: Landtag beauftragt Regierung mittels Allparteienantrag mit Verhandlungen

 

Nach der Präsentation der Bahnstudie für das Oberland will das Land jetzt Nägel mit Köpfen machen: In der dieswöchigen Landtagssitzung soll ein Allparteienantrag beschlossen werden, mit dem die Landesregierung mit Verhandlungen mit dem Bund beauftragt wird.

 

Von Daniel Haueis

 

Die Bahnstudie für das Oberland brachte, wie die RUNDSCHAU berichtet hat, das Ergebnis, dass ein Ausbau mit lediglich zwei doppelgleisigen Streckenabschnitten bereits Wirkung zeigt. „Wir wollen die Chance ergreifen und den Ausbau der Schiene für die Öffi-Nutzer im Oberland realisieren, auf den viele schon lange warten. Die Bahnstudie hat den notwendigen Rückenwind geliefert. Die streckenweise Zweigleisigkeit zwischen Ötztal und Roppen sowie Imst und Imsterberg ist finanzierbar und bringt viele Vorteile mit sich“, sagen LA Florian Riedl von der ÖVP und Grünen-Verkehrssprecher Michael Mingler. Sie führen drei konkrete Verbesserungen an: Es könne ein halbstündiger Takt mit Regionalexpresszügen zu den Hauptverkehrszeiten eingeführt werden, die Pünktlichkeit werde erhöht, und die Verbindung werde um bis zu 8 Minuten schneller.

 

KEINE LEICHTEN VERHANDLUNGEN. „Als Land ist es uns ein großes Anliegen die Öffis weiter zu verbessern und noch mehr Menschen dazu zu bringen auf das hervorragende Angebot umzusteigen. Dafür haben wir schon bisher viel Geld in die Hand genommen und werden das auch weiterhin tun“, sehen Riedl und Mingler den Verhandlungen mit dem Bund grundsätzlich positiv entgegen. Dass es für die Landesregierung dennoch keine keine leichten werden, sei bei einem Blick auf die ÖBB-Prioritätenliste klar: Im Zielnetz 2025+ der ÖBB seien derzeit keine weiteren zweigleisigen Ausbauten zwischen Ötztal und Landeck vorgesehen. „Wir haben die guten Argumente und die Bevölkerung auf unserer Seite. Eine baldige Umsetzung bis spätestens zum Ende der nächsten Periode der Verkehrsdienstverträge 2029 ist möglich, wenn die Verhandlungen positiv abgeschlossen werden“, erklären die beiden Landtagsabgeordneten.

 

GEPLANT WAR DER AUSBAU SCHON. Die Zweigleisigkeit der Arlbergbahn endet derzeit in Ötztal – lediglich zwischen Kronburg und Landeck wurde ein zweigleisiger Abschnitt errichtet. Der Ausbau der gesamten Strecke mit einem zweiten Gleis war aber eigentlich schon in den 80er- und 90er-Jahren geplant und eisenbahnrechtlich verhandelt, auch die erforderlichen Grundeinlösen waren bereits getä-tigt. Im Zuge der Adaptierungen des Rahmenplans der ÖBB wurde dieser Ausbau jedoch gestrichen und nicht mehr weiterverfolgt. „Inzwischen sind die Bewilligungen abgelaufen, die Grundstücke wurden bereits an die ursprünglichen EigentümerInnen wieder zurückübertragen“, ist im Landtagsantrag nachzulesen. Nun könnte aber doch wieder etwas weitergehen. Nebenbei bemerkt: Allein seit Einführung der neuen Jahrestickets im Juni 2017 ist die Zahl der Öffi-Stammkunden in Tirol um 60 Prozent gestiegen.

 

 

Antrag

Der Landtagsantrag ist von den Klubobleuten unterschrieben: Gebi Mair, Jakob Wolf, Elisabeth Blanik, Andrea Haselwanter-Schneider, Markus Abwerzger und Dominik Oberhofer. Er lautet: „Der Landtag wolle beschließen: Die Landesregierung wird aufgefordert, mit dem Bund in Verhandlungen zur Realisierung des zweigleisigen Ausbaus der Schieneninfrastruktur im Tiroler Oberland in den Teilabschnitten Imst-Imsterberg sowie Ötztal-Roppen zu treten. Diese Teilstrecken sollen dabei ehestmöglich, jedenfalls jedoch so fertiggestellt werden, dass diese spätestens mit der nächsten Periode der Verkehrsdiensteverträge (Ende 2029) in Betrieb gesetzt werden können.“ Der Antrag soll dem Ausschuss für Wohnen und Verkehr zugewiesen werden.