Wird Playcastle bei der WM zum Restaurant?

Obwohl die Homepage „magic-castle.at“ bereits online ist, liegt das Seefelder Schloss noch im Dornröschenschlaf. Foto: Rangger

Trotz stimmiger Widmung nimmt Bürgermeister Frießer das Vorhaben von Stauder und Simsek noch „nicht ganz ernst“

Rechtzeitig zur Nordischen Ski-WM möchten Ibrahim Simsek von der Orient Food GmbH in Stuttgart und Playcastle-Besitzer Harald Stauder im Seefelder Schloss einen Restaurant-Betrieb eröffnen. Obwohl Simsek von „einer Bereicherung für Seefeld“ spricht, schmilzt die Zeit bis zur WM-Eröffnung dahin und der Bau liegt nachwievor im winterlichen „Dornröschenschlaf“. Bürgermeister Werner Frießer nimmt daher die Ambitionen der beiden Betreiber nicht ganz ernst.

„Spannend“ schmunzelt Frießer, als er von der RUNDSCHAU auf das Vorhaben angesprochen wird. „Vier Jahre lang hat Harald Stauder alles Mögliche angekündigt. Umgesetzt wurde aber nur wenig. Ich war zwar in letzter Zeit nicht im Schloss. Es hat eine Bauverhandlung gegeben. Mir ist aber nicht bekannt, ob die für eine Betriebsgenehmigung erforderlichen Änderungen umgesetzt wurden. Aus Sicht der Widmung wäre der Restaurant- und Eventbetrieb jedenfalls möglich!“ Küchenchef Simsek sprüht hingegen vor Begeisterung: „Das Schloss eignet sich ideal für Apres-Ski-Veranstaltungen, Konzerte und Hochzeiten. Wir möchten unter dem Namen ‚Magic Castle Seefeld – The place to meet‘ einen gehobenen Restauarantbetrieb eröffnen, in dem neben Pfannkuchen und Pasta vor allem lokale bayerische und Tiroler Kost angeboten wird. Mit einem Gratis-Shuttle-Service wollen wir die Gäste ins Schloss bringen!“ Obwohl die Homepage „magic-castle.at“ bereits online ist, zeigt sich Eigentümer Harald Stauder noch nicht euphorisch: „Die Vertragsverhandlungen sind zwar sehr weit gediehen, aber noch nicht unterzeichnet. Solange keine Unterschrift darunter steht, möchte ich keine Stellungnahme abgeben!“

SCHLOSS SEIT 2014 IM DORNRÖSCHENSCHLAF. Zur Erinnerung: 1999 wurde das Playcastle von Hotelier Hannes Seyrling eröffnet. Wenig später schlitterte es in Konkurs. In der Folge diente es als Filmkulisse und als Go-Cart-Bahn. Dann erwarb Stauder das Schloss und veranstaltete Mega-Parties. Da der Zahn der Zeit an der „Pappkartonfassade“ nagte und ein Begehen des Geländes nicht mehr gefahrlos möglich war, stellte die Baubehörde 2014 für eine Swinger-Party keine Betriebsgenehmigung aus. Vieles deutet darauf hin, dass auch die neueste Initiative nur wenig Chancen auf eine erfolgreiche Umsetzung hat.

Von Bernhard Rangger

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