Wirtschaft im Kleinformat

Die „Mini-Stadt“ Imst, in ihrer dritten Auflage – die gemeinsame Leistung von insgesamt 40 Betrieben und Institutionen. RS-Foto: Matt

27. und 28. Juni: Dritte Auflage für Imster „Mini-Stadt“

Leben, Arbeiten und überhaupt menschliches Zusammenleben sind eine komplizierte Sache. Gut, dass es die Imster „Mini-Stadt“ gibt, die Kindern und Jugendlichen hautnah und dazu noch ziemlich aufregend demonstriert, wie die moderne Welt in ihren Grundzügen funktioniert – mittlerweile zum dritten Mal.

Von Manuel Matt

„Eine starke, positive Entwicklung“ verzeichnet der Imster Bürgermeister Stefan Weirather. Gemeint ist aber in diesem Falle ausnahmsweise nicht die Stadtgemeinde selbst, sondern ihr Ableger im Kleinformat, die „Mini-Stadt“. Dort leben und arbeiten zwei Tage lang eigentlich ausschließlich fleißige Bürger im Alter von neun bis 14 Jahren. Erwachsene dürfen die kleine Metropole zwar gerne besuchen, das Leben und Arbeiten bleibt aber doch weitgehend in Kinder- und Jugendhänden.

Über 130 Jobs, 40 Berufe

Quasi-Ehrenbürger Gottfried Mair kennt hingegen die „Mini-Stadt“ wie seine Westentasche, hat er sie doch konzipiert. So wie Rom aber auch nicht ganz alleine von Romulus gebaut wurde, kann der Obmann des Ökozentrums auf Unterstützung auf allen Seiten zählen. Finanziert von der Stadtgemeinde Imst, Arbeiter- und Wirtschaftskammer sowie der Sparkasse Imst, bereiten das Feld für das kind- und jugendgerechte Miniaturmodell einer funktionierenden Stadt samt über 130 Arbeitsplätzen in 40 Berufen zahlreiche Betriebe und Institutionen aus der Region: Brot wird gebacken, Kunstwerke werden geschaffen und neue Unternehmen gegründet. Die Medien informieren derweil zeitnah über Neuigkeiten, während Feuerwehr, Rotes Kreuz und Polizei ein friedliches, sicheres Zusammenleben gewährleisten – und wen die Sorgen plagen, der vertraut sich Sozialarbeitern an oder begibt sich in Psychotherapie und stellt Sorgenpuppen her. Zu wem aber welcher Beruf passt, klärt zuvor das Arbeitsmarktservice.

„Mordswirbel in der Kramergasse“

Das soll auch zum dritten Mal für einen „Mordwirbel in der Imster Kramergasse“ sorgen, verspricht Mair. Für ihre vollbrachte Arbeit erhalten die kleinen Bürger nicht nur Feedback, sondern auch Gehalt in Form von „Gurgl-Talern“, die sich im „Miteinand“-Shop für allerhand Waren eintauschen lassen. „Eine elternfreie Zone“, wie Johanna Heumader-Schweigl von „Miteinand in Imst“ lächelnd preisgibt, wo bewusstes Einkaufen und Wahlfreiheit bei einer täglichen Gesamtkaufkraft von 1.500 „Gurgl-Talern“ vorherrschen soll. Hamstern gibt’s nicht, aber dafür Jobs im Einzelhandel.

Vergnügen & Lernen

Besonders mit den lieben „Gurgl-Talern“ ist so manche lehrreiche Erfahrung verbunden – wie etwa, dass jedes Arbeiten auch mit Steuerzahlen verbunden ist. Oder aber auch, dass nach einem langen Arbeitstag die Taschen voller „Gurgl-Taler“ klingeln, das Warenangebot zwangsläufig aber eher zu wünschen übrig lässt, wie Mair schmunzelnd erinnert. Ja, es geht fast so zu wie im echten Leben, in der Imster „Mini-Stadt“ am 27. und 28. Juni. Ein Projekt, das „tirolweit einzigartig“ sei, würdigt Pflichtschulinspektor Thomas Eiterer: „Demokratiepolitisch höchst interessant und nicht zuletzt einfach großartig!“