Wohnbau(finanzierung) bleibt ein wichtiges Thema

Martin Haßlwanter

Sparkasse Imst verzeichnet im Oberland deutliches Wachstum in diesem Bereich

Wohnen, insbesondere güns-tiges Wohnen ist gerade im Oberland ein wichtiges Thema. Die Sparkasse Imst verzeichnete in den letzten fünf Jahren eine Verdoppelung des Finanzierungsbedarfs. In Imst sind Immobilien anscheinend güns-tiger als in Landeck.

Die Sparkasse Imst ist mit ihren „wohn2“-Zentren in Landeck, Imst und Längenfeld auch Fachmann in Sachen Finanzierung von Wohnbauten oder Sanierungen, Förderabwicklung etc. Und es läuft: Wurden im Jahr 2010 von der Sparkasse Imst für den Wohnbau 26 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, so waren es im vergangenen Jahr bereits 55 Millionen. 2 300 „Wohnbauten“ seien allein in den letzten fünf Jahren finanziert worden (232 Millionen Euro), erklärten die Vorstände Meinhard Reich und Martin Haßlwanter bei einer Präsentation in der Fertigungshalle der Firma „Airtech“ in der Fließerau. Allein im vergangenen Jahr waren es 490 Wohnbauten (inklusive Sanierungen, Zubauten u. ä.), weiß wohn2-Abteilungsleiter Andreas Huter. Er macht auch auf den seit März wieder aufgelegten Sanierungsscheck aufmerksam. Von den Sparkassen-Spezialisten wurden auch 400 Wohnbauförderungsanträge abgewickelt. Und der Bedarf nach Wohnraum ist weiterhin gegeben: Die Zahl der Haushalte steigt schneller als die der Einwohner (mehr Single-Haushalte), zudem wird in Tirol mit einem Bevölkerungswachstum bis zum Jahr 2050 auf 790 000 Einwohner gerechnet.

IMST GÜNSTIGER ALS LANDECK. Luca Scopetta von sReal, Immobiliendienstleister der Sparkasse, hat die Zahlen von verkauften Wohnungen, Grundstücken u. ä.: Es wurden im Bezirk Imst im vergangenen Jahr 400 Immobilien vermittelt, im Bezirk Landeck waren es 305. Beim Transaktionsvolumen kehrt sich das Verhältnis um: Imst: 61 Millionen, Landeck: 80 Millionen. Im Schnitt sind Landecker Immobilien also deutlich teurer als jene in Imst. Scopettas Erklärung: In Imst gebe es viele Grundstücke für sozialen Wohnbau, in Landeck würden zudem Ischgl und St. Anton das Bild etwas verändern. Während in Imst vielfach wesentlich günstigere Grundstücke zu kaufen sind, werden in Tourismushochburgen im Bezirk Landeck bis zu 2.000 Euro pro Quadratmeter Grund und bis zu 6.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlt.

NOCH KEINE 5-EURO-WOHNUNGEN IM OBERLAND. „Gefördertes Wohnen ist leistbares Wohnen“, meint daher LR Johannes Tratter. Tirol verfüge über 3,3 Milliarden Euro an Wohnbauförderungsmitteln (die auch tatsächlich dem Land gehören). Neben der Wohnbauförderung biete aber auch die Politik (Vertragsraumordnung, Bauvorschriften etc.) Möglichkeiten, Wohnkosten zu minimieren. Über eine Zinsreduktion für die Wohnbauförderung wurde dies bereits geschafft. Die einkommensunabhängige Sanierungsoffensive hilft, künftig Betriebskosten zu sparen und damit ebenfalls güns-tiger zu wohnen. Und über den Bodenfonds werden relativ günstige Flächen angeboten. Gestartet wurde zudem das „5-Euro-Wohnen“, bei dem ein Mietpreis von 5 Euro pro Quadratmeter angestrebt wird. Aus den Bezirken Landeck und Imst, teilt das Büro Tratter auf RUNDSCHAU-Anfrage hin mit, gab es bisher lediglich ein paar Anfragen, aber noch keine konkreten Angebote für Grundstücke, auf denen 5-Euro-Wohnungen errichtet werden könnten.

Wirtschaftsfaktor Wohnbau
Im Oberland lukrieren viele Unternehmen einen Großteil der Aufträge aus dem Tourismus. Der private Wohnbau hat aber dennoch seinen Stellenwert: „Vor allem in den Zeiträumen, in denen im Tourismus nicht gearbeitet werden kann, sorgen die Aufträge der privaten Bauherren für zusätzlichen Umsatz. Das hilft uns natürlich sehr, die Arbeitsplätze ganzjährig sicherzustellen“, erklärt Unternehmer Erwin Bouvier.