Wohnbedarf wird erhoben

Derzeit sammelt man im Imster Gemeinderat Informationen über den Wohnungsmarkt. RS-Foto: Dorn

Gemeinde Imst versucht, Ist- und Sollzustand zu eruieren

Um abzuklären, welche Wohnungen in der Stadt Imst gebaut werden sollen, versucht die Gemeinde nun festzustellen, welche Wohnungen besonders gefragt sind, wo Mangel und wo Überschuss besteht. Der Plan für den Hochwasserschutz wird dieser Tage übrigens im Land in Details noch nachjustiert und demnächst dem Gemeinderat präsentiert.

Von Agnes Dorn

Einerseits um etwaige Vermutungen aus dem Weg zu räumen, es werde zuviel gebaut oder es würden die falschen Objekte errichtet, und andererseits um tatsächlich ein Instrument in die Hände zu bekommen, mit dem gezielt Bedarf definiert werden kann, werden derzeit in Imst vom Gemeinderat Fragen, Fakten und Wünsche bezüglich des Wohnungsmarktes gesammelt. Gestartet ist man nun mit Fragen einiger Gemeinderäte an Bürgermeister Stefan Weirather, der diese daraufhin großteils beantwortete. Wie viele Wohnungen seit 2017 genehmigt und errichtet wurden, war dabei die erste Frage. Insgesamt wurden knapp 250 Wohnungen errichtet, davon 22 von sozialen Wohnbauträgern im Jahr 2018. Wieviele Menschen in diese Wohnungen insgesamt einziehen würden, könne er aber nicht beantworten und daher auch nicht sagen, welchen Bedarf sie abdecken, so Weirather. Derzeit interessieren sich weitere 100 Personen für Wohnungen, von denen laut Kriterienkatalog jedoch nur 71 Personen zu einer Wohnung berechtigt seien, so der Bürgermeister.

Über Haupt-, Zweit- und Nebenwohnsitze

Imst hat jährlich einen Zuzug von einem Prozent an Hauptwohnsitzgemeldeten beziehungsweise von 130 bis 150 Personen. Gegenüber anderen Städten sei das durchaus gering, so der Dorfchef: „Die Zuzugsraten sind keine Explosion, wir haben keinen Riesenzuzug.“ Wieviele Wohnungen leer stehen, könne man indes schwer erheben. „Da scheitern wir massiv am Datenschutz“, so Weirather, der nun abklären will, ob diese Zahl nicht doch in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken über den Strom- und Wasserverbrauch anonymisiert erhoben werden kann. Hoffnungen macht er sich diesbezüglich aber nicht, denn „in Innsbruck ist man da gescheitert“. Zweitwohnsitze hat die Stadt derzeit 884, wobei bei dieser Zahl zum Beispiel auch die LLA- und HAK-Heimbewohner sowie die Leasing-Arbeiter fallen. Freizeitwohnsitze gibt es in Imst dagegen nur 19, für die übrigens nun eine Freizeitwohnsitzabgabe (je nach Größe jährlich von 170 bis 1.560 Euro) beschlossen wurde.

Bedarf und Vergabe

Andrea Jäger, Obfrau des Sozial- und Wohnungsausschusses, konnte außerdem ihre Erfahrungen hinsichtlich des Wohnungsbedarfs ergänzen: „Es sind herzlich wenige, die sich tatsächlich für eine Wohnung bewerben und nur kleinere Wohnungen gehen leicht weg. Die größeren gehen lange nicht weg.“ Ihre Stellvertreterin Brigitte Flür lobte indes die neuen Wohnungsvergaberichtlinien, die seit Anfang 2019 in Kraft sind. „Die Leute können schauen, welche Wohnungen wo zur Verfügung stehen. Das ist jetzt viel transparenter.“ Weitere Fragen und Fakten, die die Gemeinderäte an den Dorfchef herantragen – auch beispielsweise über historische Gebäude – sollen folgen, wie Weirather hofft. „Wenn ein sozialer Wohnbauträger kommt, ist es vorteilhaft, wenn wir sagen können, welche Wohnungen in welcher Größe wir hauptsächlich brauchen“, so der Bürgermeister abschließend.

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