Wünsche und Anregungen im Öffi-Verkehr

Informierten: V.l. VT Verkehrsplaner Andreas Knapp, ÖBB Regionalmanager Personenverkehr René Zumtobel, GF Martin Ledermair (Verkehrsbetriebe Ledermair), LH-STv. Ingrid Felipe, GF Wolfram Gehri (ÖBB Postbus), GF Franz Sailer (Ötztaler Verkehrsbetriebe). Foto: Gerd Harthauser

Diskussionsforum mit Vertretern öffentlicher Verkehrsmittel im Rathaussaal Telfs war bestens besucht 

In Mühlbachl und Wörgl waren sie schon, vergangenen Donnerstag notierten sich Mobilitätslandesrätin LH-Stv.  Ingrid Felipe und die Verkehrsexperten René Zumtobel (ÖBB-Regionalleiter Personenverkehr Tirol) und Andreas Knapp (Verkehrsplaner VVT) im Telfer Rathaussaal, wo die Oberländer der „Öffi-Schuh“ drückt. Und er drückt an einigen Stellen, wie aus den vielen Wortmeldungen der mehr als 70 Besucher hervorging.

„Pünktlichkeit, Qualität und ein attraktives Angebot“ lauten die Trümpfe, mit denen die Öffis noch mehr Tirolern das Umsteigen vom Auto auf Bus und Zug schmackhaft machen wollen. Erste Schritte dazu treten bereits mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember in Kraft: Beispiele dafür sind zwei neue Schienen-Nightliner zwischen Kufstein und Landeck, eine Durchmesserlinie zwischen Telfs und Schwaz (nicht über den Innsbrucker Hbf), ein neuer Railjet von Innsbruck über Imst/Pitztal und Landeck/Zams weiter nach Bregenz, eine ganze Reihe von Linienverlängerungen vor allem für die Schüler im Lechtal oder der neue Direktbus (Mo-Fr 2 Mal täglich) von Reutte nach Innsbruck mit Anschluss an den Railjet nach Wien: „So werden sogar Tagesausflüge mit den Öffis in die Landeshauptstadt attraktiv“, glaubt man bei der ÖBB.

GERÜST FÜR WÜNSCHE UND ANREGUNGEN. Den Fahrplan und seine Verbesserungen sehen die Verkehrsexperten jedoch gewissermaßen nur als Gerüst, in das sie die Wünsche und Anregungen der Pendler nach Möglichkeit integrieren und so ihr Angebot optimieren wollen. Andreas Knapp und René Zumtobel: „Wir sehen uns alle Vorschläge genau an und werden sie mit Bürgermeistern und Verkehrsunternehmen beraten. Die gut besuchten Öffi-Treffs sind dabei enorm wichtig als direkter Kontakt zu den Fahrgästen“. Und für Ingrid Felipe ist es „wichtig, der Tiroler Bevölkerung das Umsteigen vom Auto auf die Öffis möglichst preiswert schmackhaft zu machen.“

SACHLICHE KRITIK.  Die Kritik aus den Reihen der Zuhörer war fast immer sehr sachlich vorgetragen. Häufig ging es dabei um fehlende schnelle Direktverbindungen über Innsbruck hinaus ohne lästiges Umsteigen, zu knapp bemessene Zeit bei Anschlussverbindungen, eine mangelnde Kommunikation zwischen Fern- und Nahverkehr, Verspätungen und vor allem morgens zwischen sieben und acht Uhr überfüllte Busse und Züge. Die Experten hielten die Klagen in fast allen Fällen für berechtigt und konnten diese entweder betriebsbedingt begründen oder sagten zu, sich um Abhilfe zu bemühen. Ein Teil der Probleme in Telfs könnte sich übrigens nach ihrer Auffassung erledigen, wenn die Verlegung des Verkehrsknotens vom Sportzentrum zur Anton-Auer-Straße realisiert wird. Eine gewisse Mitschuld an den tagtäglichen Ärgernissen im Öffi-Verkehr lasten die Manager jedoch auch Umständen an, die sie selbst immer wieder beklagen, auf die sie aber keinen Einfluss haben, wie etwa die sogar innerhalb von Kommunen voneinander abweichenden schulautonomen Tage oder die nach wie vor nicht gestaffelten Unterrichtsbeginnzeiten.

AUF EINEM GUTEN WEG.  Insgesamt entstand bei der Veranstaltung der Eindruck, die Öffis seien mit ihrer „umweltfreundlichen Mobilität“ auf einem guten Weg, worauf auch die hohen Steigerungen bei verkauften Tirol- und Regiotickets (Imst plus 94 Prozent, Landeck plus 253 Prozent) hinweisen. Und noch etwas Positives: Das Bus- und Bahnpersonal, das in der Regel den Kopf hinhalten muss für irgendwelchen Ärger, bekam in einer Wortmeldung ein pauschales Lob ausgesprochen. Und diese Wortmeldung erhielt reichlich Beifall aus dem Saal.

ÖFFI-TREFFS BESTENS ANGENOMMEN. Nachdem die bisherigen Öffi-Treffs so gut angenommen wurden, sollen neben den ohnehin schon geplanten Terminen in Jenbach und Kufstein eventuell noch weitere in Imst und Landeck folgen.

Von Gerd Harthauser

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.