Zeit für Rundumschläge

Liebe Freunde von Wahlkämpfen!

Um sich für den bevorstehenden Urnengang fit zu machen, sollte man einiges wissen. Zum Beispiel, dass auch Ratschläge „Schläge“ sind. In den nächsten Tagen bis zur Nationalratswahl am 29. September wird jedenfalls viel angeschlagen. Zum Beispiel Plakate. Und vorgeschlagen. Jede Menge politische Konzepte. So gesehen ist eine Anschlagtafel von Parteien eine Werbefläche für Anschläge. Die dort hängenden Slogans und Bilder sollen die Wähler in Beschlag nehmen. Im Sinne der positiven Motivation heischen diese schlagenden Botschaften um Stimmen. Neben dem Herausstreichen der eigenen Vorzüge gibt es auch Schläge gegen die Mitbewerber. Unter der Gürtellinie. Sogenannte Tiefschläge. Um bei den Gegnern Rückschläge zu erwirken. Wer mit einem Kahlschlag gleich alle Konkurrenten erwischen will, der bedient sich des Stilmittels des Rundumschlags. Um sich umgekehrt gegen die seelischen Folgen solcher Schlagabtäusche zu wappnen, empfiehlt sich vielleicht das gute alte Hausmittel des warmen Umschlags. Oder eine bis zum Anschlag gefüllte Flasche Kräuterschnaps. Zur allgemeinen Beruhigung. Und Nervenstärkung für das Wahlfinale. Dabei geht es dann – um die Schlagzahl zu erhöhen – Schlag auf Schlag. Sogar am Buffet der Funktionäre. Mit übergebührlich viel Schlagsahne! Auch das Wetter wird in Anbetracht des Klimawandels zum schlagenden Argument. Die pralle, einen Hitzschlag verheißende Sonne wird den Grünen helfen. Nasskaltes Wetter sich wohl anders niederschlagen. Verschlagen, im Sinne von hinterfotzig, dürfte es auch zugehen. Und nicht zuletzt werden die schlagenden Verbindungen eine Rolle spielen. Ich bin schon gespannt, wer sich letztlich wie schlägt. Vielleicht schlagen sich manche ja sogar selbst. Die Verlierer werden sich niedergeschlagen zurückziehen. Auch nachher wird es noch viele Schlagzeilen geben. Und so manchen Ratschlag, wie man sich besser schlagen hätte können.

Meinhard Eiter