Zirl bangt um OK für Zwischendarlehen

Zuversichtlich: V.l. DI Stefan Bstieler, Peter Pichler (Raumordnung), Josef Gspan (Wirtschaft) und Bürgermeister Thomas Öfner. RS-Foto: Schnöll

1,4 Millionen Euro braucht es für die Erschließung des Gewerbegebietes – Aufsichtsbehörde muss grünes Licht geben

„Beim Gewerbegebiet Zirler Wiesen haben wir nun die Ziellinie überschritten. Für die so genannte Baulandumlegungsvereinbarung sind jetzt alle Unterschriften vorhanden, es sieht alles danach aus, dass noch heuer mit der Errichtung der ersten Betriebe begonnen werden kann“, freut sich Bürgermeister Thomas Öfner. Weniger erfreulich ist aber, dass bei der jüngsten Gemeindratssitzung zur Finanzierung der Erschließungskosten für das „Gewerbegebiet Zirler Wiesen“ ein Nachtragshaushalt und ein Zwischendarlehen in Höhe von 1,45 Millionen Euro (11:8 Stimmen) beschlossen werden musste. Ob die Gemeindeaufsichtsbehörde wegen der angespannten finanziellen Lage in der Gemeindekasse der Darlehensaufnahme zustimmt, ist eine andere Frage.

Mit den nun geleisteten Unterschriften für die Baulandumlegungsvereinbarung wurde für das „Gewerbegebiet Zirler Wiesen“ eine der wichtigsten Hürden genommen. „Ein Meilenstein für unsere Gemeinde“, erklärte Bürgermeister Thomas Öfner (Für Zirl) am vergangenen Freitag, als er gemeinsam mit dem für die Raumordnung zuständigen GV Peter Pichler (Für Zirl), Wirtschaftsausschuss-Obmann GV Josef Gspan (Zukunft Zirl) und Projektbegleiter DI Stefan Bstieler das „Gewerbegebiet Zirler Wiesen“ nochmals näher beleuchtete. Im Rahmen einer Potentialanalyse, die Bstieler  im Auftrag der Gemeinde durchführte, wurde der Fokus auf  die Lage des Gewerbegebietes und den Wohnort Zirl gelegt. „Es steht eindeutig fest, dass sich in den Zirler Wiesen kein klassisches Gewerbe, sondern Dienstleistungsunternehmen niederlassen sollen. Wünschenswert sind Betriebe, die gemeinsam vorhandene Synergien nutzen und sich so gegenseitig befruchten“, erklärt Bstieler. Dieser Meinung schließt sich auch Wirtschaftsaussschuss-Obmann Josef Gspan an. Auch er fordert im Gewerbegebiet einen Branchenmix, der sich mit dem Wohnort Zirl verträgt. Drei Grundstücke im Gesamtausmaß von 12.000 Quadratmetern wurden bereits vergeben: Nämlich an den Dienstleister KufGem, an das Unternehmen Blohberger (Sonnenschutz} und an die Baugesellschaft Swietelsky, die auf dem Areal ein Bürogebäude errichtet. „Für die Ansiedlung weiterer Betriebe stehen noch 11.000 Quadratmeter Gemeindegrund und 3.000 Quadratmeter Privatgrund zur Verfügung“, weiß Raumordnungsausschuss-Obmann Peter Pichler.

HÜRDE GEMEINDEAUFSICHTSBEHÖRDE. Priorität hat jetzt die Erschließung des Gewerbegebietes, die, wie bereits berichtet, weit teurer kommt, als geplant. Eine Million Euro an Erschließungskosten waren vorerst auf drei Jahre aufgeteilt veranschlagt, 1.4 Millionen Euro braucht es tatsächlich, um   mit den Bauarbeiten ehest möglich beginnen zu können. Deshalb mussten bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag ein Nachtragshaushalt und ein Zwischendarlehen in Höhe von 1,4 Millionen Euro (Laufzeit zehn Jahre) beschlossen werden. Das Abstimmungsergebnis endete mit 11 Ja- zu 8 Nein-Stimmen. Nun ist die Gemeindeaufsichtsbehörde am Zug, die zur Darlehensaufnahme noch ihr OK geben muss. „Um diese Hürde nehmen zu können, werden wir alle entsprechenden Informationen liefern. Ich hoffe jedenfalls auf ein postives Ergebnis“, so Dorfchef Öfner. Gibt die Aufsichtsbehörde grünes Licht, könnten Mitte April im „Gewerbegebiet Zirler Wiesen“ die Bagger auffahren.

MINUS. Bei der Gemeinderatssitzung fand sich auch die Genehmigung des Rechnungsabschlusses 2018 auf der Tagesordnung. Im ordentlichen Haushalt gab es je 20,5 Millionen Euro an Einnahmen und Ausgaben, im außerordentlichen Haushalt betrugen die Einnahmen 1,5 Millionen Euro, dem standen allerdings Ausgaben in Höhe von 1,8 Millionen Euro gegenüber. Unter dem Strich wurde das Rechnungsjahr 2018 mit einem Minus von 318.000 Euro abgeschlossen. Die Liste „Zirl Aktiv“ gab dem Rechnungsabschluss keine Zustimmung.