Zirl braucht dringend leistbare Wohnungen

In der 20-km/h-Begegnungszone beim B4 sind Autos manchmal viel zu schnell unterwegs. Nun sollen zur Sicherheit von Fußgängern zwei Zebrastreifen errichtet werden. RS-Foto: Schnöll

80 bis 100 Wohnungen sollen in den nächsten zehn Jahren geschaffen werden – Die Frage ist aber: Wo?

Rund 100 leistbare Wohnungen sollen in den nächsten zehn Jahren in Zirl geschaffen werden, 20 bis 30 Wohnungen wären jetzt schon mehr als nur dringend notwendig. Mit dem Thema beschäftigte man sich bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerats . Es ging um die Standortfindung für eine Wohnanlage, die schon bald auf einem der gemeindeeigenen Grudstücke realisiert werden könnte. Auf einen Standort konnte sich der Gemeinderat nicht einigen, es wird nochmal geprüft, im Spätherbst soll ein Ergebnis vorliegen. Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Verkehrssituation in der Begegnungszone beim Kultur- und Veranstaltungszentrum B4. Dort sollen zwei Fußgängerübergänge angebracht werden. 

Die Marktgemeinde Zirl kämpft seit Jahren mit dem Wohnungsproblem. „Bereits 2014, vor meiner Amtszeit, ist die Situation um leistbare Wohnungen zum fraktionsübergreifenden Thema geworden. Inzwischen wurde in der Nähe der  Schule eine Wohnanlage errichtet. Die Lage bleibt aber weiterhin angespannt. Wir brauchen in den nächsten zehn Jahren mindestens 80 bis 100 Wohnungen, mindestens 20 bis 30 in den nächsten paar Jahren“, erklärt Bürgermeister Thomas Öfner. Wegen der hohen Grundstücks-preise, die auch in Zirl von privaten Grundstückseignern verlangt werden, sollen nun gemeindeeigene Grundflächen dem leistbaren Wohnraum zugeführt werden. Areale, auf denen eine Wohnanlage errichtet werden könnten, befinden sich im Ortszentrum in der Nähe des Marktplatzes, auf dem Schulgelände, beim Schwimmbad, gegenüber dem Gemeindehaus und in der Zirler Fraktion Eigenhofen. Die Standortfrage sollte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung geklärt werden, zu einer  Abstimmung konnte sich der Gemeinderat allerdings nicht durchringen. „Zu meiner Überraschung kam es trotz positiv verlaufender Vorgespräche zu keiner Lösung. Nun soll sich ein Sondergemeinderat oder eine Arbeitsgruppe mit der Thematik auseinandersetzen. Schade, dass es zu keinem Beschluss gekommen ist, ich habe aber den Eindruck, dass wir im Gemeinderat, was das Wohnungsproblem betrifft, konstruktiv unterwegs sind“, so Bürgermeister Thomas Öfner. Wenn die Standortfrage geklärt ist, soll mit gemeinnützigen Wohnbauträgern über ein Baurecht verhandelt werden. Eine Wohnanlage in der Fraktion Eigenhofen kommt wohl eher nicht in Frage. Dagegen spricht auch eine Stellungsnahme des Raumplaners.

ZEBRASTREIFEN. Vor dem B4, in dem auch ein Kindergarten untergebracht ist, dürfen Kraftfahrzeuge mit höchstens 20 km/h unterwegs sein. Doch nicht alle Verkehrsteilnehmer halten sich an das Tempolimit. Deshalb sollen im Bereich des Kinderhorts und nördlich vom B4 beim Dorfbrunnen Zebrastreifen angelegt werden. Bürgermeister Thomas Öfner: „Leider sind Fahrzeuge immer noch zu schnell unterwegs. Mit dieser Lösung bin ich zwar nicht zufrieden, aber aus Sicht der Sicherheit für Fußgänger sehe ich diese Maßnahme als zielführend!“

Dieses Haus gegenüber dem Gemeindeamt gehört der Gemeinde. Auch dieses Areal wäre eine Option für eine Wohnanlage. RS-Foto: Schnöll