Zirler Grundwasser sorgt für Kälte und Wärme

Projektvorstellung: V.l. GV Peter Pichler (Wirtschaftsausschuss), Bürgermeister Thomas Öfner, Franz Reinhart (Klimatherm GmbH) und GV Josef Gspan (Raum-ordnung). RS-Foto: Schnöll

Betriebe im neuen „Gewerbegebiet Zirler Wiesen“ sollen kostengünstig gekühlt bzw. beheizt werden

In Zirl befindet sich bekanntlich das Gewerbegebiet „Zirler Wiesen“ in der Realisierungsphase. Mehrere Betriebe werden sich dort ansiedeln. Die Kälte- und Wärmeversorgung soll durch die thermische Nutzung des Grundwassers erfolgen. Bürgermeister Thomas Öfner spricht von einem zukunftsweisenden Leuchtturmprojekt, das wirtschaftlich vertretbar sei. 

40.500 Quadratmeter beträgt die Gesamtgrundfläche für das „Gewerbegebiet Zirler Wiesen“. Fix ist bereits, dass sich im Gewerbegebiet die Unternehmen „Swietelsky“ (3.500 Quadratmeter), „KufGem GmbH“ (5.950 Quadratmeter) und „Plohberger“ (2.500 Quadratmeter) niederlassen werden. Diese Grundstücke wurden bereits vor einigen Monaten an obgenannte Firmen vergeben. Bei der Gemeinderatssitzung am 11. Juni wurde der Beschluss zum Verkauf eines gemeindeeigenen Grundstückes mit einer Gesamtfläche von 4.340 Quadratmetern an die Firmen „Dürr Dental Austria GmbH“ und „Museumspartner GmbH“ gefasst. Zwei Gemeindegrundstücke im Gesamtausmaß von 6.488 Quadratmetern stehen noch für Betriebsansiedlungen zur Verfügung, im Besitz von Privateigentümern sind zudem noch Gewerbegrundstücke mit einer Gesamtfläche von knapp 17.800 Quadratmetern, auf denen sich ebenfalls einige Dienstleistungsbetriebe niederlassen sollen.

NOCH GEWERBEFLÄCHEN VORHANDEN. „Die Kälte- und Wärmeversorgung in den Betrieben soll durch  die thermische Nutzung des Grundwassers erfolgen. Ein zukunftsweisendes Projekt, denn gerade für eine e5-Gemeinde stellt diese Form der Kälte- und Wärmeversorgung eine innovative Umsetzung dar“, erklärte Bürgermeister Thomas Öfner vergangenen Mittwoch bei einem Lokalaugenschein. Franz Reinhart von der „Klimatherm GmbH“ spricht von einem ökologisch und ökonomischen Kunststück: „Diese Form, den Betrieben Kälte- und Wärmeenergie kostengünstig zur Verfügung zu stellen, wird von Fachleuten als Leuchtturmprojekt bezeichnet. Mit dem Grundwasser, das im Gewerbegebiet reichlich vorhanden ist, werden die Räumlichkeiten in den Gebäuden gekühlt bwz. beheizt. Jeder Betrieb kann sich die Wassermenge aus dem Boden holen, die er braucht!“ Um die wasserrechtliche Bewilligung möglichst vieler Grundwassermengen zu gewährleisten, wird von der Marktgemeinde Zirl im Gewerbegebiet eine zentrale Druckleitung errichtet, in die von den Betrieben das thermisch genutzte Grundwasser abgepumpt und so das gebrauchte Wasser dann in den Inn zurückgeführt wird. „Dabei handelt es sich keinesfalls um Abwasser, sondern um Grundwasser, das keinerlei Schadstoffe enthält“, erläutert Reinhart. Wirtschaftsausschuss-Obmann GV Peter Pichler und GV Josef Gspan, der Obmann des Raumordnungsausschusses, hoffen, dass sich bald noch einige Firmen finden, die sich im „Gewerbegebiet Zirler Wiesen“ niederlassen  wollen. „Es gibt noch Gewerbeflächen, die mit einem Baurecht ausgestattet bzw. gekauft oder gemietet werden können“, weiß Gspan. „Interessant sind vor allem die gute Lage direkt an der Bahnhofstraße sowie die Nähe zur Bahn und zur A 12“, führt Pichler an. Interessenten können sich gerne per Mail unter marktgemeinde@zirl.gv.at melden.

Der gemeindeeigene Gewerbegrund. Eine Fläche von 4.340 Quadratmetern ist vergeben, 6.488 Quadratmeter Gemeindegrund stehen noch zur Verfügung. RS-Foto: Schnöll
Auf dieser grünen Wiese werden sich die Unternehmen „Swietelsky“, „Plohberger“ und „KufGem GmbH“ niederlassen. RS-Foto: Schnöll
Grundwasser ist für die Kälte- und Wärmeversorgung genügend vorhanden. RS-Foto: Schnöll