Zirler Nordumfahrung bleibt weiterhin brisantes Thema

Eine Ertüchtigung des Lärmschutzes neben der B 177 würde zwischen 800.000 und einer Million Euro kosten. Die Ortspolitik hält allerdings weiterhin an einer um ein Vielfaches teureren Einhausung fest. RS-Foto: Schnöll

Gemeinderat befasste sich erneut mit dem Lärm von der B 177, es fehlt aber am nötigen Geld

Die Einhausung der Nordumfahrung war vergangenen Mittwoch ein weiteres Mal ein Thema im Zirler Gemeinderat. Obwohl ein Lärmgutachter der Landesabteilung für Verkehr und Straße zum Schluss gekommen sind, dass es lediglich geringfügige Überschreitungen des Planungsrichtwertes von 50 Dezibel in einigen Teilbereichen der bestehenden Lärmschutzwände gibt  und eine Adaptierung und Ertüchtigung derselben eine deutliche Lärmreduktion bringen könnte, hält man im Zirler Gemeinderat an einer Einhausung fest. Wer diese bezahlen soll, ist allerdings eine andere Frage. Im Zirler Gemeindesäckel herrscht nämlich mehr Ebbe als Flut.

Zwischen 800.000 und einer Millione Euro würde voraussichtlich die Ertüchtigung der bestehenden Lärmschutzwände kosten, 50 Prozent würde das Land Tirol tragen. Laut Bürgermeister Thomas Öfner (Für Zirl) liegt diesbezüglich eine Zusage von Landeshauptmann-Stellverteter Josef Geisler bereits vor. Auf die Frage, wer die andere Hälfte bezahlt, erklärt der Zirler Dorfchef kurz: „Dieses Geld haben wir derzeit nicht!“ Deshalb, so Öfner weiter, brauche es einen klaren Zugang zu einem konstruktiven Dialog mit der Landespolitik. „Es geht darum, ob das Land Tirol mehr als die 50 Prozent übernimmt oder um die Frage, was Zirl tun soll. Immerhin stehen bei uns wichtige und kostspielige Projekt an.  Nämlich die Verbesserung der Infrastruktur in Gemeindegebäuden, Wege- und Straßenerhaltung sowie der Ausbau der Kinderbetreuung!“ Eine Einhausung der Nordumfahrung sieht der Bürgermeister als langfristiges Projekt. Wichtig wäre es daher, dass auf der B 177 bei Zirl das Konzept für einen Bodenmarkierungsplan, das  derzeit vom Ingenieurbüro „Huter & Hirschhuber OHG“ ausgearbeitet wird, auch umgesetzt wird. Zielsetzung ist dabei die Erhöhung der Sicherheit, insbesondere durch eine Reduktion der Geschwindigkeit. „Die Verordnung durch die BH Innsbruck und die Umsetzung könnten im Idealfall noch heuer erfolgen“, so Öfner.

FREUDE BEI DER OPPOSITION. „Wir sind sehr froh, dass sich die Marktgemeinde Zirl nun per Gemeinderatsbeschluss eindeutig zu allen Verbesserungsvorschlägen bekannt hat, die wir seit Jahren Schritt für Schritt aufgearbeitet haben“, so Vizebürgermeisterin Iris Zangerl-Walser (Zukunft Zirl – ÖVP) zum aktuellen Gemeinderatsbeschluss vom 28. Juni 2017, in welchem sowohl die Einhausung der B 177 Zirlerbergstraße wie auch die Errichtung einer weiteren Luftgütemessstelle an der A12 gefordert wird. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger verlangen ganz einfach, dass ihren „existenziellen Lebens- und Gesundheitsinteressen weit mehr Beachtung geschenkt wird als bisher, denn die Marktgemeinde Zirl mit der B 177 Zirlerbergstraße, der B 171 mitten durch den Ort und der A 12 Inntalautobahn ist und bleibt damit eine der höchst belasteten Verkehrsknotenpunkte Tirols“.