Zum Stammtisch nach Pfafflar

Die Mitglieder des GBV Lechtal mit dem Ehepaar Koch (2. und 3. v.l.). Hier wird das entölte Häckselgut, das noch so fein duftete, weggefahren. Im nächsten Jahr soll auch damit noch etwas gemacht werden. RS-Foto: Chauvin

Der Obst- und Gartenbauverein Lechtal unternahm einen Ausflug

Zum 2. Stammtisch 2017 hat der Obst- und Gartenbauverein Lechtal an einem strahlend blauen Spätsommertag nach Pfafflar eingeladen. 

Schon an dem kleinen Parkplatz, an der Straße zum Hahntennjoch, weist ein gelbes Schild darauf hin, dass weiter unten etwas Besonderes angeboten wird: „Zum Pepi – heute Ölbrennen“, heißt es darauf. Nicht weit, nur ein Stück den Berg hinunter, ging es zum Hof von Pepi Koch, vorbei an einem wunderschönen kleinen Bach, der aus einer Felsenformation plätschert. Einige urige alte Bauernhütten zeigten noch herrlichen Blumenschmuck und bei Pepi vor dem Haus war schon der Kaffeetisch gedeckt.
Erst jedoch gab der Hausherr eine ganz ausführliche und interessante Demonstration eines Teils seiner Arbeit, dem Separieren des per Wasserdampfdestillation gewonnenen wertvollen Latschenöls. Dieses Öl ist ein uraltes Hausmittel bei Reizhusten, als Zusatz zu Inhalationen sowie zur Luft- und Duftverbesserung in Räumen. Im Vorfeld hatte er den großen Kessel mit Nadeln und Zweigen von Latschen gefüllt und mit Wasserdampf erhitzt.
Es duftete wunderbar in der kleinen Brennerei, als Pepi den Kessel öffnete, um die jetzt „entölten“ Baumteile zu entleeren. Ausdrücklich wies er darauf hin, dass er nur kleine Flächen am Hahntennjoch rodet und für seine Ölgewinnung nutzt, die sowieso als Weideflächen frei vom niedrigen Latschenbewuchs gehalten werden müssen. Für sein Zirbelöl erntet er Zweige und kleine Äste von den gefällten Bäumen bei der Schutzwald-Verjüngung. In der Volksmedizin und im Wellness-Bereich wird das Zirbelöl als muskelentspannendes, antibakterielles, herzberuhigendes, luftreinigendes Mittel verwendet.
„Um einen Liter des Öls beim Brennen zu erhalten, brauche ich ca. 700 kg Zweige“, erklärte er den erstaunten Gästen. So sei in zwei Tropfen des garantiert reinen Destillats die Substanz von einem Kilo des Naturprodukts.  Gut ließ es sich in der großartigen Naturlandschaft verweilen, bis sich die GBV-Mitglieder wieder auf den Heimweg machten.
Für Fragen, bezüglich einer Vorführung oder Info zu den Produkten, gibt Pepi gerne Auskunft, Tel. 0664 5149 831.

Von Claudia Chauvin

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