Zunahme bei den Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr

Im Gespräch: Bürgermeister Alois Oberer (l.) und der stellvertretende Kommandant Andreas Schautzgy. RS-Fotos: Claus

Mit 134 Alarmierungen wurde ein neuer Spitzenwert erreicht

Dickes Lob vom obersten Dienstherrn, Reuttes Bürgermeister Alois Oberer bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Reutte im Hotel „Goldener Hirsch“.

Von Uwe Claus

„Ich stehe nicht nur hinter euch – ich bin auch stolz auf euch!“ Er bezeichnete die Feuerwehr als eine der wichtigsten Einrichtungen für die Gesellschaft und deren Sicherheit. „Dieser ehrenamtliche Dienst ist keine Selbstverständlichkeit, aber, dass ihr im Ernstfall da seid, beruhigt mich, da ich weiß, dass man sich auf euch verlassen kann“, betonte er.
Ähnlich äußerte sich Bezirksinspektor Konrad Müller, der in kurzen Worten den Dank des Bezirkskommandos übermittelte. Er wies auf die oft belastenden Einsätze der Feuerwehrmannschaften hin, bei denen der Hintergrund oftmals im Dunkeln bleibt. Umso wichtiger sei die Betreuung der Einsatzkräfte nach ihrem Einsatz. Er bemängelte auch, dass wegen jeder Kleinigkeit die Feuerwehr gerufen wird, nach dem Motto: Dafür sind dia do – mi got des nix an. Er verlor auch einige Worte über die Arbeit mit der Jugend: „Das ist ein wertvoller Teil der Ausbildung, denn wir brauchen die Jugendlichen notwendig, um auch zukünftig die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.“

Mehr Einsätze 2018.
Man kann nicht früh genug mit der Werbung für die Feuerwehr anfangen: Für die neuen Erdenbürger, egal ob weiblich oder männlich, präsentierte Kommandant Ammann einen „Strampler“ als Willkommengeschenk.

Das Ausmaß der Einsätze machte der Tätigkeitsbericht von Kommandant Alexander Ammann für 2018 deutlich: Mit einer Steigerungsrate von rund 15 Prozent gegenüber 2017 war die Wehr bei 134 Einsätzen täglich mit rund drei Alarmierungen stark gefordert. Das Gros waren dabei technische Einsätze (86), gefolgt von Täuschungsalarmen von Brandmeldeanlagen (32), Brandeinsätzen (12) und Brandsicherheitswachen (4). Dazu kamen die dringend erforderlichen Übungen, Jugendproben, Ausrückungen sowie die Absolvierung von Lehrgängen für die jeweiligen Einsatzbereiche. „Wir haben viele Szenarien übungsmäßig durchgespielt und dadurch unverzichtbare Erfahrungen gesammelt“, so Kommandant Ammann.

Zuwachs erwünscht.

Als großen Erfolg bezeichnete er den „Tag der offenen Tür“, bei dem die tägliche Einsatzbereitschaft der Feuerwehr der Bevölkerung wirkungsvoll demonstriert wurde. Ein bisschen deprimierend war für ihn die erfolglose Mitglieder-Werbung – „das hat uns alle etwas verwundert.“ „Ich glaube, wir müssen die Leute an der Hand nehmen und ihnen hautnah zeigen, wie der Dienst in der Feuerwehr abläuft – wir brauchen neue Leute mit ,Hausverstand‘ und sind gerade dabei, unseren Ablauf interessant und cool zu gestalten“, warb er für den Dienst bei der Feuerwehr. Weiter teilte er mit, dass das neue Tanklöschfahrzeug TLFA 3000-200 Mitte 2019 geliefert wird und er bedankte sich bei Bgm. Oberer für dessen Einsatz im Rahmen der Bestellung. Das Fahrzeug kostet 420.000 Euro, wobei 50 Prozent als Förderung vom Land zu erwarten sind.

Aktive Jugend.

Die Jugendarbeit ist, wie Matthias Pürstl berichtete, auf einem guten Weg, aber auch hier fehle es an engagierten jungen Leuten im Alter zwischen 12 und 16 Jahren. Neben der alljährlichen Friedenslichtaktion wurden 31 Proben und Schulungen durchgeführt, am Wissenstest in Grän sowie am Bezirksjugendwettbewerb in Schattwald teilgenommen. In der Jugendgruppe werden die Jugendlichen spielerisch auf die Aufgaben im Feuerwehrdienst vorbereitet. Ob Löschangriff, Aufgabenverteilung oder Umgang mit feuerwehrtechnischem Gerät – die Jugendlichen lernen alles, was ein Feuerwehrmann am Anfang wissen muss. Darüber hinaus finden im Rahmen der Jugendarbeit regelmäßig Freizeitaktivitäten, Ausflüge und andere Projekte statt. Die FW Reutte hat seit 1996 eine Jugendfeuerwehrgruppe. Viele der jetzt aktiven Mitglieder wurden in dieser Jugendgruppe ausgebildet und sind heute das Rückgrat der aktuellen Einsatzmannschaft. Der Kassenbericht von Christoph Wiesenegg wurde von der Versammlung einstimmig für gut geheißen. So wurde er, ebenso wie das gesamte Kommando, entlastet.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.