Zurückdrängung des Landschaftsschutzgebietes

In der blau umrandeten Fläche soll nach der Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet ein Gewerbegebiet entstehen. RS-Foto: Dorn

Gewerbegebiet, Campingplatz und Chaletdorf auf der Tagesordnung in Obsteig

An 14 Punkten wünscht sich der Obsteiger Gemeinderat eine Änderung der Grenzen des Landschaftsschutzgebietes Mieming. Sowohl für ein zukünftiges Gewerbegebiet als auch für einen geplanten Campingplatz sind dabei Flächen vorgesehen. Nachdem das örtliche Raumordnungskonzept bereits zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt war, wurde seine Fortschreibung nun vom Gemeinderat beschlossen.

Von Agnes Dorn

„Wir haben die Stellungnahmen behandelt. Wir konnten mit fast allen eine Einigung erwirken“, zeigte sich Bürgermeister Hermann Föger zufrieden. Das „zukünftige Gewerbegebiet“ indes, ein Teil der Mooswaldsiedlung sowie der geplante Campingplatz müssen noch eine weitere behördliche Hürde nehmen: Wie elf andere Flächen auch liegen sie derzeit noch im Landschaftsschutzgebiet Mieming. „Die baulichen Entwicklungsgebiete sind mit dem Land und den Umweltbehörden abgeklärt“, zerstreut Raumplaner Erich Ortner Bedenken von Gemeinderat und Agrargemeinschaftsobmann Andreas Rieser. Auch mehrere Hofstellen sollen nach Wunsch der Gemeinde aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden, entweder „um einen vernünftigen Abstand zum Hauptgebäude“ zu schaffen oder „damit alle herausgenommen werden“, wie Ortner jeweils erläuterte. Die Parkplätze beim Arzkasten und deren Erweiterungen verbleiben nach Prüfung durch die Behörden indes im Schutzgebiet, „weil man sowieso dort eine naturschutzrechtliche Bewilligung braucht“. „Wir haben da die Grenzen geändert, wo schon beim letzten Raumordnungskonzept die Konfliktbereiche waren“, erklärt Föger. So zum Beispiel im Siedlungsgebiet Mooswald, wo sich mehrere Bauparzellen mit teilweise bereits errichteten Häusern noch im Landschaftsschutzgebiet befinden. „Durch das Naturschutzgebiet fährt eine Transitstraße, auf der der Verkehr mit jedem Tag schlimmer wird“, ärgert sich Föger, dass man die Gemeinde nun kritisiert, wenn sie ihrerseits Grenzen verschieben will. Der Antrag an die Tiroler Landesregierung betreffend die Änderung der Grenzen des Landschaftsschutzgebietes Mieming wurde einstimmig beschlossen.

Chaletdorf.

Auf der Tagesordnung derselben Gemeinderatssitzung stand außerdem das Vorgehen der Gemeinde bezüglich des Bauvorhabens eines Grundbesitzers, der ein Chaletdorf südlich der Mieminger Straße auf Höhe des Hotels „Bergland“ plant. Rund 16 Häuser sollen auf den derzeit insgesamt drei Grundstücken errichtet werden, wobei zunächst eine 80 Meter lange Schallschutzmauer im Westen errichtet werden muss, so die Bedingung der Gemeinde. Bevor die Fläche umgewidmet werden kann, soll daher ein Privatrechtsvertrag aufgesetzt werden, der diese Bedingung beinhaltet, so Ortner, der empfahl, den Plan zunächst aufzulegen und erst nach Zustandekommen des Vertrags zu beschließen. Ein projektbezogener Bebauungsplan soll dann die Möglichkeit der freien Wohnnutzung ausschließen. Mit zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme wurde diese Empfehlung vom Raumplaner, dann vom Gemeinderat beschlossen.

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