Authentizität mit harmonischem Ausklang

Die jazzige Gospelmelodie „The Lord is Listenin’“ von Carla Bley wird an den Posaunen von Marcel Mutsch und Karin Ungericht begleitet. RS-Foto: Zumstobel

„iMstrumental“ überrascht und begeistert alle Jahre wieder

Wenn das „iMstrumental“ eines ist, dann wohl alles andere als ein traditionelles Konzert einer Musikkapelle. Die Vielseitigkeit an Musikgenres – von Jazz über Rock hin zu Klassik über Filmmusik sowie internationale Weltmusik – werden von der Stadtmusik Imst neu interpretiert und gleichzeitig authentisch dargeboten. Auch dieses Jahr war es ein musikalisches Feuerwerk der Sonderklasse!

Von Janine Zumtobel

Die Lichter im Glenthof gehen aus, lediglich die Notenblätter bleiben erleuchtet. Rasch werden die letzten Plätze eingenommen, während die Musikanten bereits langsam ihre Instrumente ansetzen. Spannung liegt in der Luft – das Konzert beginnt. Dramatisch und feierlich zugleich ertönt das „Firebird-Finale“ von Igor Strawinksy zur Eröffnung des Abends.

Vielseitiges Programm

Zu Beginn begrüßt Obmann Lukas Reheis die vielen Besucher samt Ehrengästen und hebt die musikalischen Neuzugänge hervor. Einleitend vor jedem Stück geben die Musikanten einige Hintergrundinformationen preis, wie etwa beim nächsten Titel „The Grapes of the Sun“, welches einige Situationen der Weinherstellung beschreibt. Demnach tritt Kapellmeister Hermann Delago mit einem Glas Wein heran, prostet allen zu und die Musik ertönt. Als nächstes entführt die Stadtmusik Imst an das Ende der Welt: „At World’s End“ ist die bekannte Melodie der „Fluch der Karibik“-Filmreihe; komponiert von Hans Zimmer, der wohl bei keinem modernen Konzert im Programm fehlen darf. Danach geht es weiter mit einer jazzigen Gospelmelodie: „The Lord is Listenin’“ mit Marcel Mutsch und Karin Ungericht an den Posaunen. Nach „Primus Inter Pares“ geht es dann schon in die Pause.

Kapellmeister der Stadtmusik Imst, Hermann Delago, hatte wieder allerhand vielseitige Musikinterpretationen im Repertoire. RS-Foto: Zumtobel
Musikalische Talente

Der zweite Teil des Abends hält eine gewisse musikalische Mischkulanz inne. Schon oft wurde Delago gefragt, doch einmal etwas vom berühmten Akkordeon-Virtuosen Herbert Pixner zu interpretieren – und nun war es so weit. Gleich fünf Titel seines neuen Albums „Ex Lost Elysion“ – welches laut Delago „alles durchbricht“ – werden in einem arrangiert. Die junge leidenschaftliche Volksmusikerin Katharina Kuen aus dem Ötztal, auch bekannt von der Formation „Jung und Frisch“, ist mit ihrer diatonischen Harmonika wie geschaffen für diese Interpretation gemeinsam mit der Imster Stadtmusik. Ein weiteres musikalisches Talent, Tongam Sirait, erobert die Bühne mit seinem Gesang. Der indonesische Star und jahrelange Freund von Delago stammt von der Insel Sumatra, brachte sich selbst das Gitarrespielen bei und schreibt eigene Songs, darunter auch „Mauliate/Ingot Ma“, was so viel bedeutet wie „Dankeschön“ – für’s Kommen.

Queen Medley

Zum Abschluss setzte Delago mit einem „Queen Medley“ hoch an. Es sei hierzulande auch natürlich nicht leicht, eine derart hohe Stimme wie die Freddie Mercurys zu finden. Doch mit Tongam Sirait war die passende Besetzung schon gefunden! Was wäre aber „Queen“ ohne den berühmten Chor? Da stürmen gleich neun talentierte Sänger die Bühne und los geht’s mit dem musikalischen Konglomerat, bestehend aus den Klassikern „We will rock you“, „Bohemian Rhapsody“ und „We are the Champions“. Und wie reagiert das Publikum? Standing Ovation.

In Gedenken

Eine wichtige Persönlichkeit konnte an diesem Abend erstmals leider nicht dabei sein. Die jahrelange Fahnenpatin und Freundin der Stadtmusik Imst ist vor einiger Zeit tragisch verunglückt. Ihr zu Ehren ist die Zugabe an diesem Abend – „Deep Harmony“ – gewidmet. Ganz in Gedenken und in ewiger Erinnerung an Andrea Gottstein findet das Konzert somit einen harmonisch-ruhigen sowie nachdenklichen Ausklang.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.