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Erneut Ermittlungen gegen Ötztaler Landwirt

Ohrmarken an toten Schafen in der Ötztaler Ache führten zu Bauer, der bereits im Jänner für Schlagzeilen sorgte

Mitte Jänner sorgte ein Landwirt aus Sölden für Schlagzeilen, als ihm alle Nutztiere abgenommen und in Stallungen außerhalb des Ötztals untergebracht wurden. Den Anlass dazu gab eine grobe Vernachlässigung der Tiere. Nun wird gegen den Landwirt erneut ermittelt. Er soll zwei tote Schafe in der Ötztaler Ache entsorgt haben. Die beiden Kadaver wurden vergangenen Mittwoch unterhalb der „Windauer Brücke“ entdeckt und aus dem Wasser geborgen.

Gebi G. Schnöll
16. Mai 2023
Erneut Ermittlungen gegen Ötztaler Landwirt<br />
Ein Passant hat vergangenen Mittwoch die beiden Schafkadaver entdeckt und Anzeige erstattet. Foto: privat
Von Gebi G. Schnöll

Gesichtet wurden die beiden toten Schafe von einem Passanten, der die fachgerecht geschlachteten Tiere mit dem Handy fotografierte und anschließend bei der Polizei Anzeige erstattete. Die Polizei brauchte nicht lange, um den Besitzer auszuforschen. Die Daten auf den Ohrmarken führten zu jenem 45-jährigen Landwirt, der bereits heuer im Jänner in eine schräge Optik geraten ist. Von Amts wegen wurden damals seine Stallungen in Sölden und Längenfeld geräumt. 22 Rinder, 13 Yaks, sechs Schweine und 40 Zacklschafe sind damals abtransportiert und in Stallungen außerhalb des Ötztals untergebracht worden. Der Landwirt bestritt damals gegenüber der RUNDSCHAU, dass ihm die Nutztiere abgenommen worden sind. „Die Tiere wurden in Sicherheit gebracht, weil bisher mindestens 50 meiner Nutztiere vergiftet wurden“, beteuerte er. Das gleiche Spiel spielt der Hinterötztaler jetzt wieder. Auf die, am Samstag telefonisch gestellte Frage, warum er die beiden Schafe in der Ötztaler Ache unsachgemäß entsorgt hat, antwortet er: „Ich weiß von nichts!“ Auch nicht von einer Anzeige, weil mit ihm noch kein Polizist gesprochen habe. Der RUNDSCHAU wurde allerdings bekannt, dass Beamte der PI Sölden bei ihm angeklopft und ihn wegen der illegalen Entsorgung der beiden Schafe in der Ötztaler Ache bei der BH Imst angezeigt haben. Bei einer ersten Einvernahme soll der Landwirt angegeben haben, dass er die Schafe in der Ache entsorgte, weil seine Tiefkühltruhe kaputtgegangen sei.

Kadaver im windachbach.  Vor einiger Zeit wurden auch im Windachbach bei Sölden  Reste von Schafen entdeckt. „Es gibt keine Hinweise, dass die Kadaver unsachgemäß entsorgt wurden. Nicht ausgeschlossen, dass die Tiere natürlich verendet, oder von einem anderen Tier zum Absturz in den Bach gebracht worden sind. Weil nur Körperreste gefunden wurden, lässt sich kaum mehr feststellen, wie die Schafe verendet sind. In diesem Fall wurden die Ermittlungen gegen den Landwirt eingestellt“, so Gudrun Hofmann von der BH Imst. Ein Tierhalteverbot gegen den Sölder Landwirt gibt es nach den Vorfällen im Jänner immer noch nicht. Der diesbezügliche Gerichtsentscheid ist noch ausständig.

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