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Imst | Chronik | 8. Oktober 2019 | Gebi G. Schnöll

Feuerteufel muss zurück ins Gefängnis

Feuerteufel muss zurück ins Gefängnis
In Mils bei Imst ging im November 2018 ein Bauernhof in Flammen auf, vier Personen konnten nur knapp dem Flammeninferno entkommen. Foto: zeitungsfoto.at
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Brandserie im Großraum Telfs-Inzing-Unterperfuss habe Imster zu Brandstiftung in Mils b. Imst inspiriert


2015 wurde ein damals 27-jähriger Imster zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er im Raum Imst, Gurgltal und Roppen Feldstadel angezündet und auch im SOS-Kinderdorf in Imst einen Brand gelegt hat. Vergangenen Mittwoch stand der Mann erneut wegen zwei Brandstiftungen vor einem Schwurgericht. Es stand sogar Mordversuch im Raum, weil bei einem Brand in Mils bei Imst vier Menschen nur knapp den Flammen entkommen sind. Den Mordversuch verneinten die Geschworenen, es setzte aber – nicht rechtskräftig – vier Jahre Haft plus 13 Monate, die nach dem 2015 gefällten Urteil bedingt erlassen wurden und jetzt widerrufen werden.


Von Gebi G. Schnöll


Was geht in einem Menschen vor, der 2015 wegen Brandstiftungen im Großraum Imst rechtskräftig zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, kurze Zeit später mit Fußfesseln als Koch weiterarbeiten durfte und vergangenes Jahre erneut zündelte? Ein leerstehendes Gasthaus am Zammerberg ist am 17. November in Flammen aufgegangen, genau eine Woche später brannte um vier Uhr früh in Mils bei Imst ein Stadel, das Feuer griff auf einen Bauernhof über, vier Personen konnten in letzter Sekunde der Feuersbrunst entkommen. Wenige Tage später nach dem Großbrand luden die Ermittler den Mann vor, der 2015 im Großraum Imst als „Feuerteufel“ aufgetreten war und werteten die Daten auf seinem Handy aus. GPS-Daten und eine „Schrittzähler-App“ führten schließlich die Kriminalisten auf die richtige Spur, nämlich zum Brand nach Mils. Die auf dem Handy gefundenen Daten waren nämlich Indizien dafür, dass der heute 31-Jährige in der Brandnacht beim Bauernhof war. Ein weiteres Indiz war, dass sich der Mann brennend für ein „Feuerwehr-App“ interessierte, mit der ständig das Einsatzgeschehen verfolgt werden kann.



Brandserie inspirierte

Gegenüber den Kriminalbeamten behauptete der Verdächtige immer wieder, dass sein Handy gehackt worden sei, unter der Beweislast gestand er aber nach monatelangem Leugnen die Brandstiftung in Mils. Menschen habe er aber nie gefährden wollen, erklärte der 31-Jährige, nachdem die Staatsanwältin ihm vorgeworfen hat, dass er den Tod von vier Menschen in Kauf genommen habe. Auf die Frage, warum er nach der Verurteilung 2015 rückfällig geworden sei, erklärt der Angeklagte, dass er von der bislang noch ungeklärten Serie von Stadelbränden im Raum Telfs-Inzing-Unterperfuss inspiriert worden sei. Vom Brand am Zammerberg und vom Mordversuch wurde der 31-Jährige freigesprochen, für den gelegten Brand in Mils erhielt er vier Jahre Haft plus 13 Monate aus der bedingten Haftentlassung, die nach dem Rückfall nun widerrufen werden.

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