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Imst | Chronik | 16. November 2021 | Manuel Matt

Schauplatz am Patscherkofel und in Silz

Schauplatz am Patscherkofel und in Silz
Fein ist’s ja nie, wenn’s finster wird. Fällt der Strom aber flächendeckend für längere Zeit aus, ist Feuer am Dach – oder ein Mensch in einer Gondel gefangen. Wie mit einem solchen „Blackout“-Szenario umzugehen ist, zeigte vergangene Woche die bundesweite „Energie 21“-Übung, verbunden mit einem Einblick in den Notfallplan von Tiwag und Tinetz, am Beispiel des Kraftwerks Silz. Im Bild: Der Tiwag-Aufsichtsratvorsitzende Reinhard Schretter, Landeshauptmann Günther Platter, Bundeskanzler Alexander Schallenberg und der Tiwag-Vorstandsvorsitzende Erich Entstrasser (v.l.) Foto: Martin Vandory
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„Energie 21“: Erprobung des bundesweiten Krisenmanagements bei Strommangellage

Bricht die Stromversorgung flächendeckend zusammen, wird’s finster – und das nicht nur im buchstäblichen Sinne. Deshalb wurde vergangenen Freitag das bundesweite Krisenmanagement im „Blackout“-Fall auf die Probe gestellt: Auf Initiative aus Tirol, mit einer Übung am Patscherkofel und Einblicken im Kraftwerk Silz.
Von Manuel Matt

Taubergung per Helikopter, das Aufstellen eines Notfall-Containers für die Mobilfunkversorgung und dann noch der Einsatz eines Blackhawk-Hubschraubers zur Wiederherstellung der Stromversorgung: So wurde letzten Freitag an der Patscherkofelbahn in Igls der „Blackout“ geprobt, der im Ernstfall kurzerhand und langanhaltend das Leben ins energietechnische Mittelalter zurück katapultieren würde. Parallel zum Patscherkofel-Schauspiel ging auf Initiative von Tirols Landeshauptmann Günther Platter, der aktuell auch den Vorsitz der Landeshauptleutekonferenz innehat, überhaupt die bundesweite Stabsübung „Energie 21“ über die Bühne. Denn: Um die Versorgung aufrechtzuerhalten und ein völliges „Blackout“ vielleicht schon im Vorhinein zu verhindern, ist ein funktionierendes Krisenmanagement unumgänglich. In die jüngste Stabsübung involviert waren österreichweit übrigens 300 Personen – und neben dem Land Tirol auch das Bundesheer, die Polizei und Feuerwehr, die Bergrettung, der Rettungsdienst und die A1 Telekom Austria. 

EINE INSEL DES LICHTS UND DER WÄRME. Allein 50 Menschen erprobten am Innsbrucker Hausberg derweil konkrete Übungsszenarien: Etwa den Stillstand der Gondelbahn nach Zusammenbruch des Strom- und Mobilfunknetzes. Vor Ort war dabei auch Bundeskanzler Alexander Schallenberg. Er erklärt: „Österreich hat eines der besten und sichersten Stromnetze, dennoch sind wir vor Störfällen nicht gefeit. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für einen Blackout ist nicht zu unterschätzen. Wir müssen alle potentiellen Gefahren ernst nehmen und gut gewappnet sein, sollte es tatsächlich zu einem Blackout kommen. Es geht hier nicht um Panikmache, sondern um eine vernünftige Vorsorge.“ Einen Notfallplan haben übrigens die Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag) und ihre Verteilnetzbetreiber-Tochtergesellschaft Tinetz im Ärmel: Das sogenannte Netzwiederaufbaukonzept Tirol. Damit soll’s angesichts eines „Blackout“-Szenarios möglich sein, Tirol im Idealfall innerhalb von Stunden und autark im Inselbetrieb weitgehend wieder mit Strom zu versorgen. „Der Tiwag-Kraftwerkspark wurde für solche Vorfälle entsprechend technisch ausgerüstet und getestet. Für einen Netzwiederaufbau ‚von Null‘ sind in jedem Fall schwarzstartfähige Kraftwerke notwendig. Diese Anlagen dürfen also ihren Strom-Eigenbedarf nicht aus dem öffentlichen Netz beziehen. Die Tiwag verfügt über fünf solcher schwarzstartfähigen Kraftwerksanlagen: Prutz, Silz, Jenbach, Kalserbach und Amlach“, erklärt Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser beim Lokalaugenschein im Kraftwerk Silz im Anschluss an den Übungsteil am Patscherkofel.
Schauplatz am Patscherkofel und in Silz
Beim Lokalaugenschein im Kraftwerk Silz – im Bild: Der Tiwag-Vorstandsvorsitzende
Erich Entstrasser, Landeshauptmann Günther Platter, Bundeskanzler Alexander Schallenberg und Tiwag-Betriebsleiter Robert Neuner (v.l.)Foto: Martin Vandory
Schauplatz am Patscherkofel und in Silz
Fällt der Strom aus, steht auch die Bergbahn am Patscherkofel. Die Bergung per Tau will so wohlgeübt sein.Foto: Land Tirol/Die Fotografen
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