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Sumpfgebiet statt Biotop

Stetige Probleme um die immer wiederkehrenden Hochwasser beim Gurglbach in Tarrenz

Die Gurgl tritt bei Tarrenz immer wieder über die Ufer. Grund ist der verlandete Stausee, der über die Jahrzehnte zu einem Biotop geworden ist. Die Gemeinde hat auf ihrer Internetseite eine ständige Warnung zu überfluteten Gebieten und Sperrungen von Wegen und Brücken. Unter dem Fernbleiben der Spaziergänger leiden aber auch die Betriebe in diesem Gebiet.

Mel Burger
28. November 2023
Sumpfgebiet statt Biotop<br />
Etliche dieser Bilder hat Alexander Happacher bereits gesammelt, auf denen die Gurgl bis zu seiner Gaststätte reicht und die Wiese der Tiere überschwemmt. Foto: Happacher
Von Mel Burger

Mit der Warnung: „Bitte halten Sie aus Sicherheitsgründen Abstand von den überfluteten Flächen entlang der Gurgl!“ warnt die Gemeinde Tarrenz alle Spaziergänger schon seit geraumer Zeit vor der Benutzung des Uferbegleitweges  der Gurgl. Werden die Grünflächen und Wege neben der Gurgl schon seit Jahren bei Starkregen überflutet, so ist es laut Bürgermeister Stefan Rueland mittlerweile so, dass sich diese Flächen gar nicht mehr erholen. Nicht nur das Regenwasser und das Schmelzwasser tragen zu dem Missstand bei, auch die angesiedelten Biber tragen zu Schäden und Stauungen bei. Aktuell besucht er täglich das Gebiet und kann keinen Rückgang erkennen. Wie brenzlig dieses Problem ist, hat Alexander Happacher von Happis Hütte schon vor Jahren erkannt. Happacher weiß von einem Beschluss zu berichten, in dem 1963 festgelegt worden sei, dass die Gurgl vor den Staumauern alle zwei Jahre ordentlich ausgebaggert werden soll. Leider wurde das laut ihm seit 40 Jahren verabsäumt oder nur zum Teil erledigt. Bürgermeister Rueland verteidigt die Stadtwerke Imst, die dafür zuständig sind. Laut Rueland wurden auch heuer wieder 100 Kubikmeter von den Stadtwerken ausgebaggert, wobei dies nicht reicht, jedoch die Auflagen der Naturschutzbehörde nicht mehr erlauben.

LÖSUNGEN UND HOFFNUNG. Bereits zweimal hat Happacher mit Hilfe seiner Familie die Wiese neben seinem Lokal, die er auch für seine Schafe braucht, drainagiert. „1980 befand sich das vorhandene Ablauf-Rohr dabei noch gut 1,3 Meter oberhalb der Wasseroberfläche und schon etwa 10 Jahre später befand es sich auf gleicher Höhe“, erklärte Happacher. Für ihn bedeutet das Ausbleiben der Spaziergänger massive Einbußen bei seinen Einnahmen. Noch kommen laut ihm die Gäste die mit dem Auto zu ihm fahren, jedoch sind die Überschwemmungen eine Bedrohung für seine Existenz. Für ihn ist es kein Biotop mehr, sondern eine Sumpflandschaft. Laut Rueland haben auch die Knappenwelt mit dieser Tatsache zu kämpfen. Die Zufahrtswege sowie die Brücken sind zeitweilig nicht mehr zu befahren, und die Besucher haben dadurch nicht immer Zugang. Beobachtete der Bürgermeister noch vor Jahren, dass die Gurgl eine ungefähre Tiefe von 2 Metern hatte, so kann man derzeit von etwa einem halben Meter Tiefe sprechen. Nach starken Überschwemmungen spült es sogar Fische aus der Gurgl an Land. Zusätzliches Problem ist auch die explodierende Biberpopulation in dem Bereich um die Knappenwelt, die mit ihren Bauten, den Nestern und dem Fällen von Bäumen noch zusätzlich zu Stauungsproblemen führen. Bei einer anstehenden Sitzung mit Landeshauptmann Anton Mattle sowie seinem Stellvertreter Josef Geisler, aber auch dem Umweltamt, Bürgermeister Stefan Rueland und den Vertretern der Stadtwerke Imst erhoffen sich alle eine schnelle und für alle Seiten tragbare Lösung.

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