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Wenn alle gegen einen stehen

Gewalt- und Mobbingprävention im Jugendzentrum Imst im Rahmen der Demokratiewoche

Mobbing ist ein neues Wort für ein altes Phänomen. Durch die öffentliche Wahrnehmung kommt es zur Entwicklung eines Problembewusstseins, und damit einhergehend entstanden mehr Hilfsangebote für Betroffene. Im Jugenzentrum Imst werden immer wieder Workshops zu den Themen der Jugend abgehalten, so auch vergangene Woche, bei dem es um das Thema Mobbing ging.

3. Oktober 2023
Wenn alle gegen einen stehen<br />
Philipp Scheiring (l.) und seine Kollegin Rafif Flür gaben den Jugendlichen nicht nur Informationen, sondern auch viel Zeit um sich auszutauschen. RS-Foto: Burger
Von Mel Burger

Von Mobbing spricht man, wenn verbale, physische, sexuelle oder seit neuestem auch online Angriffe mit schädigender Absicht von mehreren auf einzelne Schüler über einen längeren Zeitraum andauern, und ein Kräfteungleichgewicht zwischen den Parteien besteht. Opfer von Mobbing können, sowohl physisch als auch psychisch schikaniert werden. Der Schaden dieser Art des Psychoterrors durch Lügen, Gerüchte, Drohungen, Beschimpfungen und Ausgrenzung mag dabei mindestens ebenso groß sein, wie der, der durch körperliche Gewalt angerichtet wird. Die Handlungen von Mobbern haben kein anderes Ziel, als die Mitschüler sozial zu isolieren und dadurch fertigzumachen. Meist geschieht dies aus den unterschiedlichsten Gründen, aber am häufigsten nicht unbedingt deshalb, um die andere Person wirklich denunzieren zu wollen, sondern auch oft aus Langeweile, als bösen Spaß, eigenen Zorn oder als Machtbeweis. Betroffenen fällt es meist schwer, sich aus der Opferrolle zu befreien, denn sie stehen allein gegen eine große Mehrheit von Tätern und den anderen, die schweigend zusehen. Bei einer Diskussionsrunde auf freiwilliger Basis nahmen trotz dem etwas heikleren Themas, sehr viele Jugendliche im Jugendzentrum Platz.
Gemeinsam. Gleich eine der ersten Fragen von Phillip Scheiring, Leiter des Jugendzentrums Imst, zielte darauf ab, ob Anwesende schon mit Mobbing zu tun hatten oder sogar selbst davon betroffen waren. Als sich fast alle Hände der Jugendlichen nach oben bewegten, fasste Scheiring zusammen und erklärte, dass eigentlich laut Statistik nur 40 Prozent der Jugendlichen betroffen sind, jedoch die Dunkelziffern, wie man sieht, weit höher sind. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Mobbing seit einigen Jahren verstärkt öffentlich diskutiert wird, und Initiativen gegen Mobbing gestartet wurden. Egal ob Mobbing oder Cyberbullying, oder auch wenn die Sorgen und Ängste anfangs vielleicht nicht ernst genommen werden und es Überwindung kostet, Mobbing-Opfer sollten sich der Familie oder Freunden anvertrauen. Vielleicht gibt es auch Mitschüler, die der betroffenen Person den Rücken stärken können. Der private Rückhalt durch Familie und Freunde pusht das Selbstwertgefühl. Lehrkräfte oder Vertrauenspersonen an den Schulen sollten ebenfalls über das Mobbing Bescheid wissen. Wobei der Workshop des Jugenzentrums aufzeigte, dass die Jugendlichen nicht allein sind und sie sich gegenseitig unterstützen können.

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