Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Galerie | 10. Dezember 2019 | Klara Fritz

Die „Originalen“ kamen wieder aus der Hölle

Punkt 19 Uhr öffnete sich das Höllentor und die „Tårreter Krampelersippschaft“ stattete mit lautem Gebrüll der heimischen Bevölkerung ihren alljährlich verpflichteten Besuch ab. RS-Foto: Krismer
So richtig versohlt wurde nur, wer versohlt werden wollte. Ungeschoren kam aber keiner davon. Wer keine Rutenstreiche erhielt, erhielt stattdessen stinkenden Ruß ins Gesicht geschmiert. RS-Foto: Krismer
Am Schluss, bevor sich das „höllische Lumpenpack“ wieder in sein Höllenreich zurückzog, sang es noch die Lobeshymne auf ihren hochverehrten „Krampelerdatte“. RS-Foto: Krismer
RS-Foto: Krismer
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„Tårreter Krampeler“ unterwegs wie eh und je


Am 6. Dezember – und nur am 6. Dezember – laufen die „Tårreter Krampeler“ durchs Dorf, so wie es der überlieferte Brauch  verlangt. Auch was die Verkleidung und das Auftreten betrifft, halten sie sich an die alten Regeln. Nicht umsonst heften sie sich auf ihre Fahne: „Nur wir sind das Original!“


Von Ewald Krismer


Einige 100 Zuschauer säumten auch heuer wieder den Platz, auf dem das „Tårreter Höllengesindel“ in furchteinflößender Weise aus ihrem Höllenreich hervorgekommen war. Über 70 Höllenfürste waren es, die sich schlagkräftig den Weg durch die sich dicht aneinander gedrängten Zuschauer bahnten. Dem Anschein nach wusste das die Krampeler provozierende Publikum, was auf sie zukommen wird und schlüpfte vorsichtshalber in strapazierfähige Kleidung. Nicht umsonst, denn was man zu sehen bekam, waren einige am Boden liegende, sich versohlen lassende Halbstarke und zuhauf rußgeschwärzte Gesichter – wahrscheinlich blieb kein einziges von diesem ekligen schwarzen Zeug verschont. Nach einer Stunde war alles vorbei und es ging für die müd‘ gewordenen Tuifl zum Abkühlen und für die frierenden Zuschauer zum Aufwärmen in die Krampelerbar.


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