Bewegende Buchvorstellung in Umhausen
Ergreifend und persönlich erinnert sich Johann Auer an seinen Sohn und Kletterlegende Hansjörg
26. Mai 2026 | von
Friederike Hirsch
Mit Bildern, Geschichten und Gesprächen wurde das Leben und Wirken von Hansjörg Auer auf besondere Weise sichtbar gemacht. Im Bild: Margareta Auer, Autor Johann Auer, Heiko Wilhelm und Matthias Auer. Foto: Hirsch
Fast zwei Jahrzehnte nach der legendären Free-Solo-Begehung „Weg durch den Fisch“ durch den damals 23-jährigen Hansjörg Auer hat sein Vater Johann diese Ausnahmeleistung in einem Buch festgehalten. Das Buch ist kein klassisches Heldenepos. Es ist eine ehrliche, oft schmerzhafte Spurensuche eines Vaters nach dem Verlust seines Sohnes Hansjörg, der 2019 in seinen geliebten Bergen verunglückte. Erstmals präsentierte Johann Auer sein Buch kürzlich im Vivea-Gesundheitshotel in Umhausen. Das Interesse war so enorm, dass sogar die Galerie geöffnet werden musste. Mit Tränen der Rührung meinte Johann Auer: „Mit so vielen Leuten hätte ich nicht gerechnet. Es ist ein schöner Moment.“ Einfühlsam moderiert von seiner Tochter Margareta erzählt Johann, wie schwer es ihm fiel, seinem Sohn nach der legendären Begehung zu gratulieren, wie es Hansjörg nach dem Hype um seine Person ging und wie schmal der Grat zwischen elterlicher Sorge und dem Loslassen ist.
Bewegender Abend. Mit Bildern, Geschichten und Gesprächen wurde das Leben und Wirken von Hansjörg Auer auf besondere Weise sichtbar gemacht. Nach einem kurzen Filmporträt von Hansjörg Auer, das seine kompromisslose Leidenschaft, die Suche nach dem intensivsten Moment und tiefe Reflexion über das Risiko im Grenzbereich deutlich machte, begann Johann Auer, ausgewählte Textstellen aus seinem Buch vorzulesen. Als ob es gestern gewesen wäre, erinnert sich Johann an die Heimkehr seines Sohnes im April 2007. Hansjörg Auer war von der Marmolata in Italien zurückgekehrt, wo er eine unvorstellbare Kletterleistung vollbracht hatte. Free solo, also ohne Seil, erkletterte er die Route „Weg durch den Fisch“. Zwei Stunden und 55 Minuten hatte der Umhauser gebraucht, um die 37 Seillängen der über 1.200 Klettermeter mit einem Schwierigkeitsgrad bis 9 zu klettern. Während die Weltöffentlichkeit den jungen Kletterer Hansjörg feierte, hielt sich die Freude im Elternhaus in Grenzen. „Ich habe es zunächst nicht zusammengebracht, ihm zu gratulieren. Ich habe sogar geschimpft, weil ich es unverantwortlich fand, dass er das der Familie antut. Ich hatte einfach wahnsinnige Angst um sein Leben“, erinnert sich Vater Johann. Erst Tage danach konnte er seinem Sohn unter Tränen die Hände reichen. Johann erzählt ehrlich und offen, wie es ihm und der Familie damit ergangen ist, dass sich sein Sohn immer wieder in Gefahr begeben hat, wie schwer es war, Hansjörg jene Freiheit zu lassen, die er brauchte. Er spricht über die mentale Stärke seines Sohnes, wenn es um die Berge ging, und die Unsicherheit von Hansjörg, wenn es um das Leben im Tal gegangen ist.
Enormer Kraftakt. Was für Hansjörg Auer gilt, gilt auch für seinen Vater. Beide haben in einem enormen Kraftakt Bedeutendes geleistet. Hansjörg als bester Kletterer seiner Zeit und Ausnahmealpinist. Johann als trauernder Vater, dem es wichtig war, die Geschichte rund um den „Weg durch den Fisch“ für die Nachwelt festzuhalten. „Ich wollte diese Geschichte unbedingt verschriftlichen, denn wenn sie in einem Buch festgehalten ist, dann bleibt sie. Selbst wenn das Buch zehn Jahre im Regal steht, wird es irgendwann herausgeholt“, so Johann Auer. Vor über zwei Jahren begann er mit den Arbeiten dazu. Seine Familie erinnert sich, dass Johann unzählige Stunden vor dem Computer verbracht hat, dass er recherchiert und recherchiert hat. Bruder Matthias Auer erzählt, dass es durchaus Diskussionen in der Familie gegeben habe. „Wir hatten Sorge, dass das reale Leben an unserem Vater vorbeizieht“, sagt Matthias. Mittlerweile sieht die Familie das Buch als Trauerbewältigung, auch oder gerade, weil es für Johann ein Kraftakt war. „Es war emotional sehr anstrengend“, sagt der 78-Jährige Johann. Heiko Wilhelm, Freund und langjähriger Wegbegleiter von Hansjörg Auer, hat das Buchprojekt tatkräftig unterstützt und beschreibt das Buch als ein „großes Geschenk an alle, die Hansjörg gekannt haben“ und als einen Weg der inneren Aufarbeitung. Es dokumentiert aber nicht zuletzt die elterliche Liebe und Größe, Kindern die Freiheit zu lassen, die sie brauchen.
Bewegender Abend. Mit Bildern, Geschichten und Gesprächen wurde das Leben und Wirken von Hansjörg Auer auf besondere Weise sichtbar gemacht. Nach einem kurzen Filmporträt von Hansjörg Auer, das seine kompromisslose Leidenschaft, die Suche nach dem intensivsten Moment und tiefe Reflexion über das Risiko im Grenzbereich deutlich machte, begann Johann Auer, ausgewählte Textstellen aus seinem Buch vorzulesen. Als ob es gestern gewesen wäre, erinnert sich Johann an die Heimkehr seines Sohnes im April 2007. Hansjörg Auer war von der Marmolata in Italien zurückgekehrt, wo er eine unvorstellbare Kletterleistung vollbracht hatte. Free solo, also ohne Seil, erkletterte er die Route „Weg durch den Fisch“. Zwei Stunden und 55 Minuten hatte der Umhauser gebraucht, um die 37 Seillängen der über 1.200 Klettermeter mit einem Schwierigkeitsgrad bis 9 zu klettern. Während die Weltöffentlichkeit den jungen Kletterer Hansjörg feierte, hielt sich die Freude im Elternhaus in Grenzen. „Ich habe es zunächst nicht zusammengebracht, ihm zu gratulieren. Ich habe sogar geschimpft, weil ich es unverantwortlich fand, dass er das der Familie antut. Ich hatte einfach wahnsinnige Angst um sein Leben“, erinnert sich Vater Johann. Erst Tage danach konnte er seinem Sohn unter Tränen die Hände reichen. Johann erzählt ehrlich und offen, wie es ihm und der Familie damit ergangen ist, dass sich sein Sohn immer wieder in Gefahr begeben hat, wie schwer es war, Hansjörg jene Freiheit zu lassen, die er brauchte. Er spricht über die mentale Stärke seines Sohnes, wenn es um die Berge ging, und die Unsicherheit von Hansjörg, wenn es um das Leben im Tal gegangen ist.
Enormer Kraftakt. Was für Hansjörg Auer gilt, gilt auch für seinen Vater. Beide haben in einem enormen Kraftakt Bedeutendes geleistet. Hansjörg als bester Kletterer seiner Zeit und Ausnahmealpinist. Johann als trauernder Vater, dem es wichtig war, die Geschichte rund um den „Weg durch den Fisch“ für die Nachwelt festzuhalten. „Ich wollte diese Geschichte unbedingt verschriftlichen, denn wenn sie in einem Buch festgehalten ist, dann bleibt sie. Selbst wenn das Buch zehn Jahre im Regal steht, wird es irgendwann herausgeholt“, so Johann Auer. Vor über zwei Jahren begann er mit den Arbeiten dazu. Seine Familie erinnert sich, dass Johann unzählige Stunden vor dem Computer verbracht hat, dass er recherchiert und recherchiert hat. Bruder Matthias Auer erzählt, dass es durchaus Diskussionen in der Familie gegeben habe. „Wir hatten Sorge, dass das reale Leben an unserem Vater vorbeizieht“, sagt Matthias. Mittlerweile sieht die Familie das Buch als Trauerbewältigung, auch oder gerade, weil es für Johann ein Kraftakt war. „Es war emotional sehr anstrengend“, sagt der 78-Jährige Johann. Heiko Wilhelm, Freund und langjähriger Wegbegleiter von Hansjörg Auer, hat das Buchprojekt tatkräftig unterstützt und beschreibt das Buch als ein „großes Geschenk an alle, die Hansjörg gekannt haben“ und als einen Weg der inneren Aufarbeitung. Es dokumentiert aber nicht zuletzt die elterliche Liebe und Größe, Kindern die Freiheit zu lassen, die sie brauchen.
