Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Kultur | 25. Jänner 2021 | Ewald Krismer

Christian Plattner, ein Sohn der Stadt Imst

Christian Plattner, ein Sohn der Stadt Imst
Der Imster Künstler Christian Plattner in späteren Jahren. Er starb im 52. Lebensjahr in Innsbruck. Foto: Privatarchiv Jonak
Ihr/Dein Draht zur Redaktion
REDAKTION
Imst  Ewald Krismer
TAGS
Ausgabe Imst Christian Plattner
Artikel teilen
Artikel teilen >

100. Todestag des Bildhauers und Malers

Imst hat in seiner Geschichte schon einige große Namen hervorgebracht, darunter viele bildende Künstler. Einer davon war der Bildhauer und Maler Christian Plattner, dessen Todestag sich am 1. Jänner 2021 zum 100. Mal jährte. Viele seiner Werke, für die er einige Preise gewann und viel Anerkennung erhielt, sind uns erhalten geblieben. Für das heurige Frühjahr wäre im Imster „Museum im Ballhaus“ eine Ausstellung geplant gewesen. Diese wurde aber aufgrund der derzeitigen Lage auf das nächste Jahr verschoben.
Von Ewald Krismer

Einer Bäckerfamilie entstammend wurde Christian Plattner am 2. März 1869 in Imst geboren. Er war der Bruder des Johann Plattner – den man als ersten „Vinschgerböck“ nannte – den Urgroßvater des jetzigen „Vinschgerböck“ Gerd Jonak, dessen Großmutter Aloisia Jonak geb. Plattner Christian Plattners Nichte war. Schon früh dürften Christians künstlerische Fähigkeiten erkannt worden sein. Daher war es für ihn naheliegend, sich in diese Richtung zu orientieren. Der Imster Bildhauer Johann Grissemann war Plattners erster Lehrer, bis er 1895 nach Wien ging, um bis 1904 an der Akademie der bildenden Künste bei Caspar von Zumbusch und Edmund von Hellmer zu studieren. Später ließ er sich in Innsbruck nieder und arbeitete als Bildhauer und Maler. Nach dem Ersten Weltkrieg trat Christian Plattner nicht mehr in Erscheinung und starb am 1. Jänner 1921 im Krankenhaus in Innsbruck und wurde am Friedhof Wilten West begraben. Das Grab wurde am 22. Dezember 1970 aufgelassen.

AUS TIROLS GESCHICHTE. Noch während seines Studiums erhielt Plattner im Jahre 1900 das „Landschaftliche Stipendium“ und schuf im gleichen Jahr als sein erstes Werk den „Seilwerfer“, für den er den Königswarter-Preis bekam. Diese Statue, die 1958 in Bronze gegossen wurde und ursprünglich beim alten Rettungsheim in der Pfarrgasse aufgestellt worden war, steht heute am „Sunneplatzle“. Viel Anerkennung und auch zahlreiche Preise erhielt Christian Plattner für seine Kunstwerke, die sich vielfach mit patriotischen Themen der Tiroler Geschichte auseinandersetzten. So erhielt er für seinen Entwurf eines großen Speckbacher-Denkmals 1907 den ersten Preis des Landes Tirol und 1909 den zweiten Preis bei einer Ausstellung im Münchner Glaspalast. Von dem Gesamtentwurf wurde 1910 aber nur ein Teil in Bronze gegossen und steht, 1914 enthüllt, heute unter dem Namen „Anno Neun“ vor der Ottoburg in Innsbruck. 1911 in Rom preisgekrönt wurde Plattners Modell für den 1909 in Wörgl aufgestellten „Wörgler Rearer“, ein kniend betender Schütze als Denkmal für die Freiheitskämpfer in der Schlacht bei Wörgl am 13. Mai 1809.

WEITERE WERKE. Enttäuscht über die unvollkommene Ausführung seines Speckbacher-Denkmals zog sich der Künstler mehr und mehr zurück und widmete sich gänzlich der Malerei. 1910 schuf Plattner im Auftrag von Erzherzog Eugen das Bildwerk der Belagerung der Stadt und Festung Kufstein durch Maximilian, den späteren römisch-deutschen Kaiser. In der Zeitschrift „Föhn“ fand er eine Plattform zur Veröffentlichung seiner Bilder und auch im Kunstsalon Czichna in Innsbruck, wo er 1911 und 1919 seine Portraitskizzen und Pastellbilder der Öffentlichkeit präsentierte. Als weitere Werke Plattners bekannt sind unter anderen eine Porträtbüste des Dramatikers Franz Kranewitter von 1907 im Nassereither Fasnachtsmuseum, die Pietà in der Priesterarkade des Imster Friedhofs ebenfalls von 1907 und einige weitere Grabdenkmäler auf dem Innsbrucker Westfriedhof.
Christian Plattner, ein Sohn der Stadt Imst
Grabdenkmal am Innsbrucker Westfriedhof nach seinem Modell ausgeführt von der Firma Josef Linser & Söhne. Vom selben Modell stammt auch die Pietà in der Priesterarkade des Imster Friedhofs. Foto: Archiv Krismer
Christian Plattner, ein Sohn der Stadt Imst
Plattners Porträtbüste des Nassereiher Dramatikers Franz Kranewitter (1860 – 1938) von 1907 im Nassereither Fasnachtsmuseum. Foto: Archiv Krismer
Christian Plattner, ein Sohn der Stadt Imst
Der in Bronze ausgeführte Teil „Anno Neun“ des ursprünglich weit größer von Plattner geplanten Speckbacher-Denkmals vor der Ottoburg in Innsbruck. Foto: Archiv Krismer
Ihr/Dein Draht zur Redaktion

Weitere Artikel zu diesem Thema

Die OBERLÄNDER RUNDSCHAU

Die führende Wochenzeitung im Oberland und Ausserfern!
Über 91.000 Haushalte erhalten wöchentlich die aktuellsten News!
Gegründet wurde das Familienunternehmen im Jahr 1978.
 jobs.rundschau.at

jobs.rundschau.at

DIE Jobplattform im Tiroler Oberland und Ausserfern Helle Köpfe aufgepasst!
Tag cloud
Bürgermeister Günter Salchner Telfs ÖBB-Kundenservice „Gustl“ Marktgemeinde Reutte Zirl Ausgabe Reutte Hans-Peter Bock Zwölferspitze Fließ Hoch-Imst Ausstellung Tarrenz Pitztal landwirtschaftliches Auslandspraktikum Stams Ausgabe Imst Stefan Weirather Zams ÖFB-Teammanagerin Isabel Hochstöger Ötzerau Ötztaler Mountainbike Festival Zirler Vizebürgermeisterinnen Iris Zangerl-Walser (Zukunft Zirl) Gemeinderatswahl 2022 „Corona-Nothilfe“
Nach oben
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.