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„Jungle“ in der Handwerksmühle Ritzenried

Ein künstlerischer Blick auf den Dschungel in Natur, Gesellschaft und Psyche

Mit ihrer Einzelausstellung „Jungle“ in der Handwerksmühle Ritzenried feierte die Künstlerin Sigrid Zobl am 4. September ihr Debüt in Tirol. Nach einer mehrjährigen Schaffenspause hat sie sich entschieden, wieder am künstlerischen Diskurs teilzunehmen.

8. September 2026
„Jungle“ in der Handwerksmühle Ritzenried<br />
Die Gastgeber Claudia und Markus Taibon-Mitterdorfer von der Handwerksmühle Ritzenried mit Künstlerin Sigrid Zobl (M.) Foto: Zobl
In der Handwerksmühle Ritzenried ertönten Trommelklänge und Dschungelgesänge. Erwin Weiskopf begleitete die Künstlerin mit seiner Perkussion, die wiederum selbst mit Vogelgezwitscher für die passende Klangkulisse sorgte. Auch das Publikum wurde aktiv eingebunden: Instrumente wurden verteilt und die Gäste zum Mitmachen eingeladen – eine Möglichkeit, die sichtlich gerne angenommen wurde. In ihrer Laudatio beschrieb Tochter Aiko Zobl die besondere Malweise ihrer Mutter Sigrid treffend: „,Jungle‘ fordert uns auf, genauer hinzusehen, auf die kleinen Spuren, die sich verstecken. Auf die Übergänge, die Kontraste, die scheinbaren Widersprüche. Die Arbeiten laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen und den eigenen Blick schweifen zu lassen. Denn wie in einem echten Jungle entdeckt man auch hier nicht alles sofort. Manches begegnet uns erst, wenn wir bereit sind, genauer hinzuschauen.“ Die Künstlerin selbst eröffnete die Ausstellung mit einem von ihr verfassten Lyrikbeitrag. Claudia Taibon-Mitterndorfer, Obfrau des Mühlenvereins, hieß die zahlreichen Besucherinnen und Besucher willkommen und freute sich darüber, dass das „alte“ Haus an diesem Abend wieder mit Leben erfüllt wurde. Unterstützung erhielt sie von Markus Taibon-Mitterndorfer, der ebenfalls zum Team der Handwerksmühle gehört.

Zwischen Natur und Gesellschaft. Die ausgestellten Arbeiten setzen sich mit der Doppeldeutigkeit des Begriffs „Jungle“ auseinander. Zobl stellt dem biologischen Dschungel jenen der Gesellschaft gegenüber und spannt den Bogen bis zur Vielschichtigkeit der menschlichen Psyche. Die Undurchdringlichkeit des Dschungels wird dabei zum Sinnbild für die Herausforderung, sich in der Welt zurechtzufinden. Einen möglichen Ausweg bietet für die Künstlerin der Perspektivwechsel: Aus der Höhe der Berge erscheint vieles, was zuvor unüberschaubar wirkte, plötzlich klein und überschaubar. Auch der in einigen Arbeiten angedeutete Elefant übernimmt eine besondere Rolle. Als Symbol für Glück, Dickhäutigkeit und sicheres Auftreten soll er gewissermaßen als Rettungsanker aus der Verwirrtheit des Dschungels dienen. Am Ende steht jedoch keine Warnung, sondern eine Einladung: den Dschungel zu genießen und sich ins Getümmel zu werfen. So wird „Jungle“ zu einem Plädoyer für Lebensfreude – gerade in herausfordernden Zeiten. Die Ausstellung ist noch bis Ende September jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung in der Handwerksmühle Ritzenried zu sehen. Im Rahmen des Pitztaler Jazzherbstes können die Werke ebenfalls noch vor Ort besichtigt werden.
„Jungle“ in der Handwerksmühle Ritzenried<br />
Künstlerin Sigrid Zobl Foto: Zobl
„Jungle“ in der Handwerksmühle Ritzenried<br />
Gelungene Vernissage in der Handwerksmühle Ritzenried: Die Besucherinnen und Besucher betrachteten interessiert die Bilder von Sigrid Zobl. Foto: Zobl

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