„Madler, `s isch Zeit“
Melanie Thöni Ausstellung in der Hörmann Galerie
4. November 2025 | von
Friederike Bundschuh
Melanie Thöni zeigt in ihrer Ausstellung Figuren, meist Frauen, wie man sie zu kennen glaubt. Doch die Figuren in Thönis Arbeiten erzählen von einem Alltag, der mehr ist als bloße Nostalgie. RS-Foto: Bundschuh
Melanie Thöni stammt aus Ried im Oberinntal und entdeckte bereits in sehr jungen Jahren ihre künstlerische Ader. „Wenn ich mit meinen Großeltern oder Eltern redet, heißt es, wir mussten sie einfach nur irgendwo hinsetzen, Stift und Zeichenpapier geben und dann war sie beschäftigt für Stunden. Skifahren, wandern, spazieren, ins Kino? Nein, ich will nur malen“, lacht Melanie. „In der Hauptschule in Prutz, im Kreativzweig, war eine Lehrerin, die mein Talent erkannt hat. So wurde auch meinen Eltern bewusst, dass eine Begabung da ist und ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie mich immer gefördert haben. Mein weiterer Weg führte dann in die HTL für Malerei nach Innsbruck. Dort habe ich viele verschiedene Techniken und Grundlagen erlernt. Über eine Ausstellung im Ferdinandeum kam ich in Kontakt mit Elmar Peintner, der mir erzählt hat, dass er die Akademie der Bildenden Künste in Wien absolviert hat. Das war sehr spannend, ich habe mich informiert und dann stand für mich fest: ‚Da will i hin, das ist mein Ziel‘.“
AUF NACH WIEN. „So habe ich direkt nach der HTL meinen Bewerbungsversuch gestartet. Normalerweise reicht man eine schwarze Mappe mit rund 20 Bögen ein, aber ich habe mir gedacht: ‚Da muss ich irgendwie herausstechen, sonst habe ich bei 1.700 Bewerbungen keine Chance‘. Schlussendlich habe ich beim Bundesheer eine alte Munitionskiste geholt, hab sie mit Stroh gefüllt, ein einziges Ölgemälde auf Holz hineingestellt und mit einer Metallkette verschlossen. Das habe ich dann abgegeben. Auf dem Bild war ein kleiner Junge zu sehen, der eine Zeitschrift anschaut, auf dem Waffen abgebildet sind. Ich bin dann zur Aufnahmeprüfung eingeladen worden und es hat geklappt – von den 1.700 Bewerbern wurde ich mit zwei anderen in meiner Klasse aufgenommen.“ Melanie arbeitet jetzt an ihrem Diplom und schließt die Akademie im Sommer 2026 ab.
KUNST LIEGT IHR IM BLUT. „Über einen Ahnenforscher sind wir draufgekommen, dass ein direkter Vorfahre seitens meiner Großmutter, Franz Anton Zauner, bekannter Bildhauer war. Geboren im Kaunertal 1746, führte ihn sein Weg nach Wien. Dort hat er die Reiterstatue von Josef II gefertigt und in der Folge von Kaiser Franz den Adelstitel ,Edler von Falpetan‘ verliehen bekommen. Später wurde er Professor und Direktor der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Sonst gibt es niemanden in unserer Familie, der mit Kunst irgendetwas zu tun hat. Da muss etwas in mir schlummern, vor allem, weil mich nicht nur die Malerei, sondern auch das Figurale sehr fasziniert“, erzählt Melanie Thöni.
HEIMATBLICK AUS DER FERNE. Ferne. Ihre Motive leiten sich aus alpinen Klischees ab. Bilder von Bäuerinnen, ihrem Vieh und dem alpinen Raum zeigen auf, inwiefern hier Praktiken und Bräuche bestehen, die in einer wie auch immer gearteten Transformation mitgedacht werden müssen. Durch ihren „Blick hinter die Kulissen“ ermöglicht sie es dem Betrachter, sich eines stets Dagewesenen zu besinnen. „Durch die Distanz zu Tirol hat sich das Thema herauskristallisiert. Bräuche, Traditionen, Landschaft sind etwas Besonderes und durch die Entfernung zwischen Wien und Tirol habe ich einen anderen Blick darauf entwickelt. Aus dieser Gegend komme ich, das macht mich als Person aus, so vertiefte sich das Interesse immer weiter. Ich will ja nicht eine heilige Welt darstellen, es ist ja Vieles hinter dem, was man auf den ersten Blick oft sieht. Und das möchte ich sichtbar machen mit einer besonderen Pointe in den Bildern.“
ACRYL AUF LEINWAND UND SKULPTUREN. Thöni malt in Öl auf Leinwand und bedient sich dabei historischen Maltechniken, indem sie in vielen Schichten arbeitet. Mit präzisem Blick und ohne Pathos würdigt Thöni jene, die in den großen Erzählungen der Alpen oft fehlen: Frauen, die täglich anpacken. Ihre Malerei macht sie sichtbar – nicht als Beiwerk, sondern als handelnde Subjekte einer lebendigen, modernen Ruralität. Auch Skulpturen faszinieren die Künstlerin. „Für diese Ausstellung jetzt habe ich eine erste Skulptur gemacht“, so Melanie, „die wird auch ausgestellt. Sie ist aus Styropor und Gips gefertigt.“ Diese künstlerische Art der Ausdrucksweise möchte Melanie Thöni noch vertiefen, denn damit verbindet sie „eine ganz andere Ebene der Ausdrucksweise. Den Charakter, der in den Bildern zum Ausdruck kommt, herausholen und zum Anfassen machen, das ist sehr spannend.“
AUF NACH WIEN. „So habe ich direkt nach der HTL meinen Bewerbungsversuch gestartet. Normalerweise reicht man eine schwarze Mappe mit rund 20 Bögen ein, aber ich habe mir gedacht: ‚Da muss ich irgendwie herausstechen, sonst habe ich bei 1.700 Bewerbungen keine Chance‘. Schlussendlich habe ich beim Bundesheer eine alte Munitionskiste geholt, hab sie mit Stroh gefüllt, ein einziges Ölgemälde auf Holz hineingestellt und mit einer Metallkette verschlossen. Das habe ich dann abgegeben. Auf dem Bild war ein kleiner Junge zu sehen, der eine Zeitschrift anschaut, auf dem Waffen abgebildet sind. Ich bin dann zur Aufnahmeprüfung eingeladen worden und es hat geklappt – von den 1.700 Bewerbern wurde ich mit zwei anderen in meiner Klasse aufgenommen.“ Melanie arbeitet jetzt an ihrem Diplom und schließt die Akademie im Sommer 2026 ab.
KUNST LIEGT IHR IM BLUT. „Über einen Ahnenforscher sind wir draufgekommen, dass ein direkter Vorfahre seitens meiner Großmutter, Franz Anton Zauner, bekannter Bildhauer war. Geboren im Kaunertal 1746, führte ihn sein Weg nach Wien. Dort hat er die Reiterstatue von Josef II gefertigt und in der Folge von Kaiser Franz den Adelstitel ,Edler von Falpetan‘ verliehen bekommen. Später wurde er Professor und Direktor der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Sonst gibt es niemanden in unserer Familie, der mit Kunst irgendetwas zu tun hat. Da muss etwas in mir schlummern, vor allem, weil mich nicht nur die Malerei, sondern auch das Figurale sehr fasziniert“, erzählt Melanie Thöni.
HEIMATBLICK AUS DER FERNE. Ferne. Ihre Motive leiten sich aus alpinen Klischees ab. Bilder von Bäuerinnen, ihrem Vieh und dem alpinen Raum zeigen auf, inwiefern hier Praktiken und Bräuche bestehen, die in einer wie auch immer gearteten Transformation mitgedacht werden müssen. Durch ihren „Blick hinter die Kulissen“ ermöglicht sie es dem Betrachter, sich eines stets Dagewesenen zu besinnen. „Durch die Distanz zu Tirol hat sich das Thema herauskristallisiert. Bräuche, Traditionen, Landschaft sind etwas Besonderes und durch die Entfernung zwischen Wien und Tirol habe ich einen anderen Blick darauf entwickelt. Aus dieser Gegend komme ich, das macht mich als Person aus, so vertiefte sich das Interesse immer weiter. Ich will ja nicht eine heilige Welt darstellen, es ist ja Vieles hinter dem, was man auf den ersten Blick oft sieht. Und das möchte ich sichtbar machen mit einer besonderen Pointe in den Bildern.“
ACRYL AUF LEINWAND UND SKULPTUREN. Thöni malt in Öl auf Leinwand und bedient sich dabei historischen Maltechniken, indem sie in vielen Schichten arbeitet. Mit präzisem Blick und ohne Pathos würdigt Thöni jene, die in den großen Erzählungen der Alpen oft fehlen: Frauen, die täglich anpacken. Ihre Malerei macht sie sichtbar – nicht als Beiwerk, sondern als handelnde Subjekte einer lebendigen, modernen Ruralität. Auch Skulpturen faszinieren die Künstlerin. „Für diese Ausstellung jetzt habe ich eine erste Skulptur gemacht“, so Melanie, „die wird auch ausgestellt. Sie ist aus Styropor und Gips gefertigt.“ Diese künstlerische Art der Ausdrucksweise möchte Melanie Thöni noch vertiefen, denn damit verbindet sie „eine ganz andere Ebene der Ausdrucksweise. Den Charakter, der in den Bildern zum Ausdruck kommt, herausholen und zum Anfassen machen, das ist sehr spannend.“
