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Mendelssohns „Elias“ in eindrucksvoller Besetzung

Ein musikalisches Erlebnis zwischen Dramatik und Andacht

Elias op. 70 ist ein Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy über die Geschichte des biblischen Propheten Elias. Nachdem der Stoff Mendelssohn zehn Jahre beschäftigt hatte, wurde das Werk am 26. August 1846 in Birmingham uraufgeführt. Der Beifall wollte nicht enden, Arien und Chöre mussten da capo gegeben werden. Für den 37-jährigen Komponisten ein gewaltiger Triumph, der seinen Ruf als europäischer Komponist von Rang weiter festigte. Grundlage für den „Elias“ waren das 1. und das 2. Buch der Könige aus dem Alten Testament. Für den Komponisten verkörperte Elias einen Propheten, „wie wir ihn etwa heut´ zu Tage wieder brauchen könnten, stark eifrig, auch wohl bös und zornig und finster, im Gegensatz zum Hofgesindel und Volksgesindel, und fast zu der ganzen Welt im Gegensatz, und doch getragen wie von Engelsflügeln“. Es zählt bis heute zu den bekanntesten Werken des Komponisten.
28. April 2026 | von Werner Föger
Dirigent Jannik Trescher mit Chor und Orchester Foto: Föger
Ein musikalisches Großereignis, das den zahlreichen Besuchern „Gänsehautfeeling“ bescherte, fand am Samstag, dem 25. April, um 20 Uhr und am Sonntag, dem 26. April, um 14 Uhr in der Stiftsbasilika Stams statt. Der Chor der Stiftsmusik Stams brachte mit seinen rund 50 Mitgliedern, die aus der Gegend zwischen Innsbruck und Landeck kommen, und mit dem Paluselli Consort Stams eines der bedeutendsten Werke der romantischen Oratorienliteratur zur Aufführung – das große Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

musikalisches Drama. Mendelssohns Elias ist mehr als ein geistliches Oratorium: Es ist ein musikalisches Drama über Macht, Zweifel, Fanatismus und die Suche nach Wahrheit. Zwischen ekstatischen Jubelchören und Momenten tiefster Verzweiflung entfaltet sich das Porträt eines Menschen, der an seinem Auftrag ebenso wächst wie zerbricht – ein Spannungsfeld, das in seiner Radikalität und Zerrissenheit auch heutigen gesellschaftlichen Konflikten und existenziellen Fragen erschreckend nahekommt. Es tauchte die Frage auf: Darf man ein solches Werk heute aufführen, angesichts der Weltlage, in der religiöser Fanatismus, ideologische Verhärtung und Gewalt im Namen vermeintlicher Wahrheiten wieder erschreckend präsent sind?  Die Antwort kann nur lauten: Ja – und vielleicht mehr denn je.

Ein ganz besonderes Konzert. Der Chor der Stiftsmusik Stams widmete sich diesem Meisterwerk mit großer klanglicher Differenzierung und Ausdruckskraft. Begleitet wurde das Konzert vom sinfonisch besetzten Paluselli Consort, das aus professionellen Musikern, die aus dem süddeutsch-österreichischen Raum kommen, auf historischem Instrumentarium. Die musikalische Leitung lag bei Jannik Trescher. Die hervorragenden Solisten Eva Maria Amann (Sopran), Eva Schöler (Alt), Martin Lechleitner (Tenor) sowie Johannes Maria Wimmer (Bass) in der Titelpartie des Elias begeisterten das Publikum und brachte ihnen Standing Ovations mit nicht enden wollendem Applaus. Die Besetzung im Orchester und Solistenquartett vereinte Künstlerpersönlichkeiten, die in der Region verwurzelt und zugleich international gefragt sind. Für Johannes Maria Wimmer war die Übernahme der Titelpartie zugleich sein Debüt als Elias.

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