Unstillbarer Hunger auf Kunst
„Ich will mehr, ich will lauter sein“, ist der Vorsatz von Nina Zacke und ihrer Ausstellung im Mesnerhaus Mieming
7. April 2026 | von
Christina Hötzel
Unstillbar laut, bunt, feministisch und mit einer Prise Humor versehen – für die Gäste der Vernissage gab es mit den Serien „Sie“ und „Feelings“ viel zu entdecken. Foto: Hötzel
Als zeitgenössische, autodidaktische Malerin, deren Arbeiten durch eine expressive Farbpalette, kraftvolle Kompositionen und eine eigenständige Bildsprache geprägt sind, verbindet Zacke in ihrer Malerei Elemente des Surrealismus und der Pop Art und bewegt sich zwischen Abstraktion und Figuration. Inhaltlich setzt sie sich mit dem Leben als Frau auseinander und thematisiert Rollen von Weiblichkeit, Mutterschaft und Häuslichkeit. Ihre akademische Ausbildung in Komparatistik und Philosophie sowie ihre Promotion in Literatur- und Kulturwissenschaften zu Fragen von Identität und Selbstinszenierung prägen die konzeptuelle Tiefe ihrer Arbeit. „Die Ausstellung ist für mich mehr als das Zeigen meiner Kunst. Sie ist etwas sehr Persönliches. Sie zeigt nämlich einen Teil von mir und etwas, womit ich mich schon seit Langem beschäftige – mit Weiblichkeit, mit dem Frausein, mit Feminismus und mit der Frage, wer wir eigentlich sind, jenseits von dem, was uns zugeschrieben wird“, erklärte die Künstlerin. Ihre Serie „Sie“ sei in den letzten, sehr intensiven Monaten entstanden, in denen sie Frauen begegnet sei, die sie gestärkt und unterstützt hätten und ihr das Gefühl vermittelt hätten, genauso richtig zu sein, wie sie ist.
FEIN ABGESTIMMTE MUSIK UND GROSSEN RÜCKHALT. Genau die richtigen Töne, um die Stimmung der Ausstellung zu untermalen, fand der Performance-Multi-Media-Künstler Harry Triendl. In ihrer Laudatio zitierte Rebecca Sandbichler zuerst die Schriftstellerin Virginia Woolf, die die Verehrung der Frau in der Kunst in ihrem Essay „A Room of One’s Own“ thematisierte und meinte, dass Zacke ein solches Zimmer für sich erobert habe. „Dass wir heute hier stehen, in dieser großen Einzelausstellung und drei verschiedene Werksserien von ihr betrachten können, ist bedeutsam. Es bedeutet, dass sich eine Frau gegen alle Kräfte stemmt, die noch heute an ihr zerren, und etwas in die Welt setzt, das niemand von ihr erwartet. Weil es in ihr ist und weil es herausmuss“, beschrieb sie. Ob einzelne Körperteile, die in symbolisch aufgeladenen Szenen eingebettet sind, mit Wolken, die auf Traumlandschaften verweisen, oder Luftballons, die schwer in der Luft stehen, jeder Betrachter konnte seine eigenen Antworten in den „Fragmentierten Realitäten“ der Künstlerin finden. Andere Werke sprachen wiederum für sich selbst, und man musste nicht erst die Puzzleteile zusammensetzen. Zu entdecken gab es in jedem Fall genug. Sanft und zurückhaltend war hingegen keines der gezeigten Bilder.
FEIN ABGESTIMMTE MUSIK UND GROSSEN RÜCKHALT. Genau die richtigen Töne, um die Stimmung der Ausstellung zu untermalen, fand der Performance-Multi-Media-Künstler Harry Triendl. In ihrer Laudatio zitierte Rebecca Sandbichler zuerst die Schriftstellerin Virginia Woolf, die die Verehrung der Frau in der Kunst in ihrem Essay „A Room of One’s Own“ thematisierte und meinte, dass Zacke ein solches Zimmer für sich erobert habe. „Dass wir heute hier stehen, in dieser großen Einzelausstellung und drei verschiedene Werksserien von ihr betrachten können, ist bedeutsam. Es bedeutet, dass sich eine Frau gegen alle Kräfte stemmt, die noch heute an ihr zerren, und etwas in die Welt setzt, das niemand von ihr erwartet. Weil es in ihr ist und weil es herausmuss“, beschrieb sie. Ob einzelne Körperteile, die in symbolisch aufgeladenen Szenen eingebettet sind, mit Wolken, die auf Traumlandschaften verweisen, oder Luftballons, die schwer in der Luft stehen, jeder Betrachter konnte seine eigenen Antworten in den „Fragmentierten Realitäten“ der Künstlerin finden. Andere Werke sprachen wiederum für sich selbst, und man musste nicht erst die Puzzleteile zusammensetzen. Zu entdecken gab es in jedem Fall genug. Sanft und zurückhaltend war hingegen keines der gezeigten Bilder.
Ehefrau und Mutter, Journalistin, promoviert in Literatur- und Kulturwissenschaften und nicht wie vermutet Kunst, hat Zacke sich trotzdem Raum geschaffen und den Pinsel in die Hand genommen. Foto: Hötzel

