Absichtserklärung zum Golfprojekt beschlossen
„Das Sammeln von Unterschriften ist noch lange kein Putschversuch“
24. Juni 2025 | von
Benjamin Hofer
Der Gemeinderat von Sautens votiert mehrheitlich für die Absichtserklärung zum Golfprojekt.
RS-Fotos: Hofer
RS-Fotos: Hofer
Bürgermeister Bernhard Gritsch eröffnete wie gewohnt mit seinem Bericht – einem Rückblick auf jene Ereignisse, die das Dorfleben der vergangenen Wochen prägten: das Osterschießen auf der neuen Anlage – „eine gute Investition“, wie er betonte –, die Segnung des neuen Löschfahrzeugs, die Erstkommunion (deren spätere Prominenz in der Sitzung zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war) sowie das Open-Air der Landesmusikschule Ötztal. Im weiteren Verlauf wurde über die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für den Gemeindebauhof diskutiert – ein Entscheidungsprozess, in den auch ein Mitarbeiter der Bauhofmannschaft aktiv eingebunden war. Über allen Debatten lag der Schatten des Sparkurses – auferlegt durch die angespannte Verschuldungslage der Gemeinde – wie ein Damoklesschwert, das stets an die Grenze des politisch Machbaren erinnerte.
VOM SCHULTERSCHLUSS… Doch erst mit dem Tagesordnungspunkt „Golfprojekt Sautens“ nahm die Sitzung jene Wendung, die ihr am Ende Brisanz verlieh. Es ging um nicht weniger als die Zukunft eines Projekts, das den Ort touristisch neu positionieren könnte – oder, so die Kritiker, ökologisch bedenklich sei und die dörfliche Entwicklung gefährde. Auch wenn die Ausmaße noch nicht endgültig fixiert sind, skizziert das Projekt ein Ensemble aus Golfplatz, Hotel und Clubhaus – ergänzt durch zwei öffentlich zugängliche Restaurants. Zudem sieht die derzeitige Absprache vor, dass die Pletzer Gruppe als Vorhabenträger einen Beitrag zur Sanierung des Sautner Schwimmbads leistet. Bürgermeister Bernhard Gritsch blieb betont nüchtern: „Momentan passiert einmal nichts. Dass wir eine Absichtserklärung abgeben, heißt nur, dass wir das Projekt weiterverfolgen wollen.“ Die Erklärung – abgestimmt zwischen Tourismusverband, Gemeinde und Projektträgern – sei ein formaler, noch unverbindlicher Schritt. Gleichwohl regte sich im Gemeinderat deutlicher Zuspruch: Man verspreche sich wirtschaftliche Impulse, eine infrastrukturelle Aufwertung sowie die nachhaltige Sicherung bestehender Gastronomiebetriebe. Besonders die Oppositionsfraktion begrüßte den neu eingeschlagenen Kurs und dankte dem Bürgermeister ausdrücklich für seine gewandelte Haltung.
… ZUR BRUCHLINIE. Doch nicht alle im Sitzungssaal wollten Beifall spenden. Gemeinderätin Monika Steiner-Tolic erhob mit deutlichen Vorbehalten das Wort. „Was sagen die Grundbesitzer dazu?“, fragte sie. „Es gibt über 200 Unterschriften gegen dieses Projekt – das kann man nicht ignorieren.“ Und weiter: „Wenn wir heute die Absichtserklärung als Katze im Sack beschließen, ist das Thema Volksbefragung vom Tisch.“Ihre kritischen Einwürfe stießen auf spürbaren Widerstand. Der Tenor aus dem Plenum: Eine Absichtserklärung sei kein bindender Vertrag, sondern lediglich ein Signal des gegenseitigen Wohlwollens unter den Projektpartnern. Zudem wurde moniert, dass das Sammeln der Unterschriften hinter dem Rücken des Gemeinderats erfolgt sei – was, so der Vorwurf, reputationsschädigend sei. Gemeinderatskollegin Cornelia Kratzer sprang Steiner-Tolic zur Seite und widersprach energisch: Das Sammeln von Unterschriften, so ihre Entgegnung, sei noch lange kein Putschversuch. Kurz darauf meldete sich Christine Hackl, Geschäftsführerin des geplanten Golfplatzes und Zuschauerin der öffentlichen Sitzung, zu Wort. „Unterschriften zu sammeln, steht jedem und jeder frei – es muss nicht jede Person für das Projekt sein. Aber man sollte es als Chance für die Gemeinde begreifen“, appellierte sie. Sie zeigte sich überrascht über die ablehnenden Reaktionen. Aus ihrer Sicht verkörpere der Golfplatz einen erheblichen Zukunftswert für Sautens – nicht zuletzt angesichts der angespannten Finanzlage. Besonders verärgert reagierte Hackl auf ein Flugblatt, das bei der Erstkommunion verteilt worden war und persönliche Angriffe gegen sie enthielt: „Das geht unter die Gürtellinie.“Monika Steiner-Tolic wies jede Beteiligung an dem Schreiben zurück und bemühte sich um eine sachliche Richtigstellung.
ERKLÄRTE ABSICHT. Das Abstimmungsergebnis blieb schlussendlich eindeutig: Der Gemeinderat stimmte der Absichtserklärung mit zwei Gegenstimmen zu. Der Weg für weiterführende Verhandlungen ist somit frei – doch der Diskurs wird Sautens vermutlich noch länger begleiten. Versöhnlich klang der Abend dennoch aus. Unter dem Punkt „Allfälliges“ wurde auf das neue Buch des Heimatmuseums zur NS-Zeit im Ötztal hingewiesen – verbunden mit anerkennenden Worten des Bürgermeisters an Museumsleiterin Edith Hessenberger: „Die Edith macht des oafach gewaltig.“
VOM SCHULTERSCHLUSS… Doch erst mit dem Tagesordnungspunkt „Golfprojekt Sautens“ nahm die Sitzung jene Wendung, die ihr am Ende Brisanz verlieh. Es ging um nicht weniger als die Zukunft eines Projekts, das den Ort touristisch neu positionieren könnte – oder, so die Kritiker, ökologisch bedenklich sei und die dörfliche Entwicklung gefährde. Auch wenn die Ausmaße noch nicht endgültig fixiert sind, skizziert das Projekt ein Ensemble aus Golfplatz, Hotel und Clubhaus – ergänzt durch zwei öffentlich zugängliche Restaurants. Zudem sieht die derzeitige Absprache vor, dass die Pletzer Gruppe als Vorhabenträger einen Beitrag zur Sanierung des Sautner Schwimmbads leistet. Bürgermeister Bernhard Gritsch blieb betont nüchtern: „Momentan passiert einmal nichts. Dass wir eine Absichtserklärung abgeben, heißt nur, dass wir das Projekt weiterverfolgen wollen.“ Die Erklärung – abgestimmt zwischen Tourismusverband, Gemeinde und Projektträgern – sei ein formaler, noch unverbindlicher Schritt. Gleichwohl regte sich im Gemeinderat deutlicher Zuspruch: Man verspreche sich wirtschaftliche Impulse, eine infrastrukturelle Aufwertung sowie die nachhaltige Sicherung bestehender Gastronomiebetriebe. Besonders die Oppositionsfraktion begrüßte den neu eingeschlagenen Kurs und dankte dem Bürgermeister ausdrücklich für seine gewandelte Haltung.
… ZUR BRUCHLINIE. Doch nicht alle im Sitzungssaal wollten Beifall spenden. Gemeinderätin Monika Steiner-Tolic erhob mit deutlichen Vorbehalten das Wort. „Was sagen die Grundbesitzer dazu?“, fragte sie. „Es gibt über 200 Unterschriften gegen dieses Projekt – das kann man nicht ignorieren.“ Und weiter: „Wenn wir heute die Absichtserklärung als Katze im Sack beschließen, ist das Thema Volksbefragung vom Tisch.“Ihre kritischen Einwürfe stießen auf spürbaren Widerstand. Der Tenor aus dem Plenum: Eine Absichtserklärung sei kein bindender Vertrag, sondern lediglich ein Signal des gegenseitigen Wohlwollens unter den Projektpartnern. Zudem wurde moniert, dass das Sammeln der Unterschriften hinter dem Rücken des Gemeinderats erfolgt sei – was, so der Vorwurf, reputationsschädigend sei. Gemeinderatskollegin Cornelia Kratzer sprang Steiner-Tolic zur Seite und widersprach energisch: Das Sammeln von Unterschriften, so ihre Entgegnung, sei noch lange kein Putschversuch. Kurz darauf meldete sich Christine Hackl, Geschäftsführerin des geplanten Golfplatzes und Zuschauerin der öffentlichen Sitzung, zu Wort. „Unterschriften zu sammeln, steht jedem und jeder frei – es muss nicht jede Person für das Projekt sein. Aber man sollte es als Chance für die Gemeinde begreifen“, appellierte sie. Sie zeigte sich überrascht über die ablehnenden Reaktionen. Aus ihrer Sicht verkörpere der Golfplatz einen erheblichen Zukunftswert für Sautens – nicht zuletzt angesichts der angespannten Finanzlage. Besonders verärgert reagierte Hackl auf ein Flugblatt, das bei der Erstkommunion verteilt worden war und persönliche Angriffe gegen sie enthielt: „Das geht unter die Gürtellinie.“Monika Steiner-Tolic wies jede Beteiligung an dem Schreiben zurück und bemühte sich um eine sachliche Richtigstellung.
ERKLÄRTE ABSICHT. Das Abstimmungsergebnis blieb schlussendlich eindeutig: Der Gemeinderat stimmte der Absichtserklärung mit zwei Gegenstimmen zu. Der Weg für weiterführende Verhandlungen ist somit frei – doch der Diskurs wird Sautens vermutlich noch länger begleiten. Versöhnlich klang der Abend dennoch aus. Unter dem Punkt „Allfälliges“ wurde auf das neue Buch des Heimatmuseums zur NS-Zeit im Ötztal hingewiesen – verbunden mit anerkennenden Worten des Bürgermeisters an Museumsleiterin Edith Hessenberger: „Die Edith macht des oafach gewaltig.“
