Bahnhofsumbau erst 2038
Verzögerungen bei Projekten im Tiroler Oberland
Die Weichen für den ÖBB-Rahmenplan sind gestellt. Dabei konnte sich Tirol offenbar in Wien durchsetzen. Der Ausbau des Brenner-Nordzulaufs im Unterinntal bleibt auf Schiene. Es gibt jedoch auch einen Wermutstropfen: Die Planungen für den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke im Tiroler Oberland sowie der Umbau des Bahnhofs Imst-Pitztal verzögern sich. Laut ÖBB wurde der Bahnhofsumbau an die Entwicklungen im Zuge der Gesamtbetrachtung des Tiroler Oberlandes angepasst und wird voraussichtlich bis 2038 erfolgen. Konkrete Planungen für den zweigleisigen Ausbau starten erst nach der aktuellen Rahmenplan-Periode.
23. Juni 2026
Der Bahnhof Imst-Pitztal soll umgebaut und modernisiert werden. Die Weichen für die Planungen wurden bereits gestellt. Der Umbau verzögert sich allerdings. Foto: Archiv
Der neue ÖBB-Rahmenplan sieht für Tirol bis zum Jahr 2032 rund drei Milliarden Euro für den Bahnausbau vor. „Damit bekommen wir über ein Viertel der österreichweiten Investitionen für den Infrastrukturausbau auf und entlang der Schiene“, freut sich der aus dem Bezirk Imst stammende Verkehrslandesrat René Zumtobel. „Das zeigt, dass wir den öffentlichen Verkehr in Tirol weiter ausbauen und die Güterverlagerung auf die Schiene weiter vorantreiben.“ Die weitere Finanzierung des Brenner-Basistunnels als Schlüsselprojekt für ein leistungsfähiges europäisches Bahnnetz sei mit dem neuen Rahmenplan für die kommenden Jahre ebenso gesichert wie der nächste Abschnitt beim Zulauf im Tiroler Unterinntal. „Die SPÖ Tirol und ich persönlich haben uns in den vergangenen Wochen intensiv bei der österreichischen Bundesregierung dafür eingesetzt, dass die nächsten 20 Kilometer Zulaufstrecke im Tiroler Unterinntal in den neuen Rahmenplan kommen“, erklärt Landesrat Zumtobel. Ebenso mit dabei sind der umfangreiche Ausbau und die Modernisierung des Innsbrucker Hauptbahnhofes. Auch die Bahnhöfe Schönwies, Völs und Münster sind im Rahmenplan berücksichtigt, wie auch die weitere Planung zur Modernisierung des Bahnhofes Imst/Pitztal als Ausgangspunkt für einen künftigen zweigleisigen Ausbau im Tiroler Oberland. „Ich habe in Wien bereits deponiert, dass es nach Abschluss der Planungen für den Bahnhof Imst- Pitztal und im Hinblick auf die nächste Überarbeitung des Rahmenplanes aus meiner Sicht unerlässlich ist, dass anschließend eine Gesamttrassenplanung für den doppelgleisigen Ausbau folgt. Davor werden nun die Planungen für den Bahnhof abgeschlossen und die Planungen für die zusätzlichen Park&Ride-Flächen fortgesetzt, die frühestmöglich umgesetzt werden sollen“, informiert René Zumtobel.
IN WEITER ZUKUNFT. Der Umbau des Bahnhofs Imst-Pitztal wird laut ÖBB bis voraussichtlich 2038 umgesetzt. Das geplante Parkdeck ist Teil des Gesamtprojekts und wird daher im Zuge des Bahnhofsumbaus umgesetzt. Für das Tiroler Oberland gilt grundsätzlich: Der zweigleisige Ausbau liegt noch sehr weit in der Zukunft – auch unabhängig von der aktuellen finanziellen Situation. Konkrete Planungen, wie ein Trassenauswahlverfahren, können erst nach der aktuellen Rahmenplan-P eriode starten.
KRITIK. Die Verschiebungen bei der Umsetzung von Projekten im Tiroler Oberland stoßen auf Kritik. Der Milser Bürgermeister und Wirtschaftsbund-Bezirks-obmann Bernhard Schöpf spricht von einem „falschen Signal für das gesamte Tiroler Oberland“. „Seit Jahren wird von den Menschen verlangt, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Gleichzeitig verschiebt man genau jene Projekte, die dafür notwendig wären. Für diese Entscheidung habe ich kein Verständnis“, erklärt Schöpf. Besonders kritisch sieht er die Situation am Bahnhof Imst-Pitztal. Die Parkplatzkapazitäten seien seit Jahren unzureichend. Wer morgens mit dem Auto zum Bahnhof fährt, findet oft keine ausreichenden Stellplätze vor. „Menschen aus der Region sagen mir: ,Ich komme erst gar nicht in die Versuchung, mit dem Zug nach Innsbruck zu fahren, da man sowieso keinen Parkplatz am Bahnhof bekommt.‘“ Von der Verzögerung betroffen seien nicht nur Pendlerinnen und Pendler, sondern auch Schülerinnen und Schüler, Seniorinnen und Senioren sowie die regionale Wirtschaft und der Tourismus.
GEMEINDEN & LAND HABEN IHRE BEITRÄGE GELEISTET. Weiters zeigt Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Bürgermeister Bernhard Schöpf Schöpf, dass die betroffenen Gemeinden ihre Beiträge bereits geleistet hätten. Die erforderlichen Gemeinderatsbeschlüsse zur Mitfinanzierung der Planungskosten seien gefasst worden. „Wir Gemeinden haben unsere Hausaufgaben gemacht. Die Region hat Verantwortung übernommen und ein klares Bekenntnis zum Projekt abgegeben. Jetzt müssen Bund und ÖBB liefern.“ Gleichzeitig betont Schöpf, dass sich seine Kritik nicht gegen das Land Tirol richte. Auch das Land Tirol hat seinen Beitrag zu den Planungskosten im Frühjahr bereits beschlossen. Laut den Zahlen im ÖBB-Rahmenplan sollen auch die Beiträge des Bundes für die Planungen gesichert sein, sodass diese nicht verzögert werden. „Das ist ein wichtiges Signal. Gerade bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung dauern Planungen und Genehmigungen nicht Wochen, sondern Jahre. Jetzt sind Bund und ÖBB gefordert, dieses Projekt nicht weiter nach hinten zu verschieben“, so Schöpf. Neben der Durchführung der Planungen braucht es jedoch, unabhängig vom Umbau des Bahnhofes, Lösungen für die Parkplatzsituation. Für Schöpf steht fest: „Wer die Verkehrswende ernst meint, muss den Bahnhof Imst-Pitztal umsetzen – nicht irgendwann,
sondern jetzt.“
IN WEITER ZUKUNFT. Der Umbau des Bahnhofs Imst-Pitztal wird laut ÖBB bis voraussichtlich 2038 umgesetzt. Das geplante Parkdeck ist Teil des Gesamtprojekts und wird daher im Zuge des Bahnhofsumbaus umgesetzt. Für das Tiroler Oberland gilt grundsätzlich: Der zweigleisige Ausbau liegt noch sehr weit in der Zukunft – auch unabhängig von der aktuellen finanziellen Situation. Konkrete Planungen, wie ein Trassenauswahlverfahren, können erst nach der aktuellen Rahmenplan-P eriode starten.
KRITIK. Die Verschiebungen bei der Umsetzung von Projekten im Tiroler Oberland stoßen auf Kritik. Der Milser Bürgermeister und Wirtschaftsbund-Bezirks-obmann Bernhard Schöpf spricht von einem „falschen Signal für das gesamte Tiroler Oberland“. „Seit Jahren wird von den Menschen verlangt, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Gleichzeitig verschiebt man genau jene Projekte, die dafür notwendig wären. Für diese Entscheidung habe ich kein Verständnis“, erklärt Schöpf. Besonders kritisch sieht er die Situation am Bahnhof Imst-Pitztal. Die Parkplatzkapazitäten seien seit Jahren unzureichend. Wer morgens mit dem Auto zum Bahnhof fährt, findet oft keine ausreichenden Stellplätze vor. „Menschen aus der Region sagen mir: ,Ich komme erst gar nicht in die Versuchung, mit dem Zug nach Innsbruck zu fahren, da man sowieso keinen Parkplatz am Bahnhof bekommt.‘“ Von der Verzögerung betroffen seien nicht nur Pendlerinnen und Pendler, sondern auch Schülerinnen und Schüler, Seniorinnen und Senioren sowie die regionale Wirtschaft und der Tourismus.
GEMEINDEN & LAND HABEN IHRE BEITRÄGE GELEISTET. Weiters zeigt Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Bürgermeister Bernhard Schöpf Schöpf, dass die betroffenen Gemeinden ihre Beiträge bereits geleistet hätten. Die erforderlichen Gemeinderatsbeschlüsse zur Mitfinanzierung der Planungskosten seien gefasst worden. „Wir Gemeinden haben unsere Hausaufgaben gemacht. Die Region hat Verantwortung übernommen und ein klares Bekenntnis zum Projekt abgegeben. Jetzt müssen Bund und ÖBB liefern.“ Gleichzeitig betont Schöpf, dass sich seine Kritik nicht gegen das Land Tirol richte. Auch das Land Tirol hat seinen Beitrag zu den Planungskosten im Frühjahr bereits beschlossen. Laut den Zahlen im ÖBB-Rahmenplan sollen auch die Beiträge des Bundes für die Planungen gesichert sein, sodass diese nicht verzögert werden. „Das ist ein wichtiges Signal. Gerade bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung dauern Planungen und Genehmigungen nicht Wochen, sondern Jahre. Jetzt sind Bund und ÖBB gefordert, dieses Projekt nicht weiter nach hinten zu verschieben“, so Schöpf. Neben der Durchführung der Planungen braucht es jedoch, unabhängig vom Umbau des Bahnhofes, Lösungen für die Parkplatzsituation. Für Schöpf steht fest: „Wer die Verkehrswende ernst meint, muss den Bahnhof Imst-Pitztal umsetzen – nicht irgendwann,
sondern jetzt.“
Martin Grüneis 






