Digital wachsen, unabhängig bleiben
„Vertrauen muss man sich jeden Tag neu verdienen“
Die RUNDSCHAU erweitert ihr Angebot in Print und Digital – und richtet Werbung noch stärker auf das Ergebnis aus, das Kunden erreichen wollen: eine neue Fachkraft für die Küche, ein volles Veranstaltungszelt, ein gut gebuchtes Taxi oder zehn Prozent mehr Verkäufe für ein neues Automodell. Geschäftsführerin Sabine Egger und ihr Stellvertreter Niki Meze sprechen über schwierige Zeiten für Zeitungen, neue Möglichkeiten für regionale Werbung und die Frage, warum Glaubwürdigkeit durch keinen Algorithmus zu ersetzen ist.
9. Oktober 2026
Geschäftsführerin Sabine Egger baut mit ihrem Team das digitale Werbeangebot aus. Gemeinsam mit Print soll es die RUNDSCHAU wirtschaftlich auf Kurs halten. Für Niki Meze, stellvertretenden Geschäftsführer und Chefredakteur, lässt sich Vertrauen nicht herbeiklicken. Es entsteht durch unabhängigen Journalismus. Foto: Grüneis
RS: „Jede Zeitung muss sich gerade neu erfinden.“ Steht dieser Satz inzwischen auf einer Tafel auf Ihrem Schreibtisch?
Sabine Egger: „Er könnte dort stehen. Die Finanzierung einer Printzeitung ist heute eine große Herausforderung. Wir können nicht darauf warten, dass sich der Medienmarkt wieder so verhält wie vor zwanzig Jahren. Gleichzeitig sind wir seit knapp 50 Jahren ein selbstständiger Familienbetrieb. Wir wissen, woher wir kommen und für wen wir die RUNDSCHAU machen. Das gibt uns eine gute Grundlage, um Neues auszuprobieren.“
Niki Meze: „Die Zeitung landet längst nicht mehr nur am Küchentisch. Unsere Inhalte werden auch am Handy gelesen, oft zwischen zwei Terminen. Darauf stellen wir uns ein. Die Nähe zur Region bleibt dabei dieselbe – ob jemand die RUNDSCHAU auf Papier oder am Bildschirm liest.“
RS: Was bekommen Werbekunden mit dem neuen Angebot?
Egger: „Mehr Möglichkeiten und eine Beratung, die beim Ziel des Kunden beginnt. Eine Printanzeige kann genau richtig sein. Je nach Vorhaben ergänzen wir sie mit einer Präsenz auf rundschau.at, im Newsletter oder auf Social Media. Wir haben unser Angebot erweitert und zwei spezialisierte Mitarbeiter für den digitalen Bereich gewonnen. Auch unser bestehendes Team bildet sich laufend weiter. Denn wer Werbung verkauft, sollte erklären können, was sie für den Kunden leisten soll.“
Meze: „Wir wollen nicht einfach aus jedem verfügbaren Format ein Paket schnüren und eine Schleife darum binden. Zuerst hören wir zu. Wen möchte der Betrieb erreichen? Was soll passieren? Erst dann entscheiden wir gemeinsam, welcher Mix aus Print und Digital sinnvoll ist.“
RS: Die Möglichkeiten werden damit auch komplizierter. Muss ein Hotelier künftig wissen, was ein Interscroller oder ein Billboard ist?
Meze: „Nein. Er muss uns sagen können, wen er erreichen will. Die Formate und ihre technische Umsetzung sind unsere Aufgabe. Wenn ein Wohlfühlhotel im Ötztal einen Kellner sucht, interessiert den Hotelier am Ende zu Recht, ob sich geeignete Menschen bewerben. Klickzahlen können dabei Hinweise geben. Sie ersetzen aber keinen einzigen Bewerber.“
Egger: „Ähnlich ist es bei einem Zeltfest im Oberen Gericht: Das Ziel sind Gäste vor Ort, nicht bloß schöne Zahlen auf einem Bildschirm. Unsere Kunden dürfen darauf vertrauen, dass wir ihr Budget mit Blick auf dieses Ziel einsetzen. Und sie sollen nachvollziehen können, was wir gemacht haben und welche Ergebnisse wir sehen.“
RS: Warum investiert eine Regionalzeitung gerade jetzt in weitere neue digitale Werbeprodukte?
Egger: „Weil wir die RUNDSCHAU langfristig auf eine solide wirtschaftliche Basis stellen wollen. Mit unseren neuen digitalen Produkten schaffen wir zusätzliche Möglichkeiten für regionale Betriebe, ihre Kunden zu erreichen. Gemeinsam mit der gedruckten Zeitung sollen sie die wirtschaftliche Zukunft der RUNDSCHAU sichern. Das gibt uns den Spielraum, auch künftig unabhängig und sorgfältig über das Oberland und Außerfern zu berichten.“
RS: Sie sprechen viel von Vertrauen. Das Wort verwendet heute fast jedes Unternehmen. Was bedeutet es für eine Zeitung konkret?
Meze: „Als Chefredakteur messe ich Vertrauen vor allem an unserer journalistischen Arbeit. In einer Zeit, in der sich eine Falschmeldung in Sekunden verbreiten kann, müssen wir sorgfältig recherchieren, nachfragen und Fehler korrigieren. Wir müssen auch dann kritisch auf das Geschehen in der Region schauen, wenn eine Frage unbequem ist. Einen Algorithmus kann man austauschen. Verlorenes Vertrauen gewinnt man nicht so schnell zurück.“
Egger: „Und unsere Leserinnen und Leser müssen erkennen können, was journalistischer Inhalt ist und was bezahlte Werbung. Daran darf es keinen Zweifel geben. Unser Name hilft uns bei der Beratung unserer langjährigen und neuen Werbekunden, weil die Menschen die RUNDSCHAU kennen. Diesen Namen können wir aber nur einsetzen, wenn wir verantwortungsvoll mit ihm umgehen.“
RS: Was soll in fünf Jahren noch genauso sein wie heute?
Meze: „Dass wir unabhängig berichten, genau hinschauen und auch unbequeme Fragen stellen.“
Egger: „Dass die Menschen sagen: Die RUNDSCHAU entwickelt sich weiter – und auf sie kann ich mich verlassen.“
Sabine Egger: „Er könnte dort stehen. Die Finanzierung einer Printzeitung ist heute eine große Herausforderung. Wir können nicht darauf warten, dass sich der Medienmarkt wieder so verhält wie vor zwanzig Jahren. Gleichzeitig sind wir seit knapp 50 Jahren ein selbstständiger Familienbetrieb. Wir wissen, woher wir kommen und für wen wir die RUNDSCHAU machen. Das gibt uns eine gute Grundlage, um Neues auszuprobieren.“
Niki Meze: „Die Zeitung landet längst nicht mehr nur am Küchentisch. Unsere Inhalte werden auch am Handy gelesen, oft zwischen zwei Terminen. Darauf stellen wir uns ein. Die Nähe zur Region bleibt dabei dieselbe – ob jemand die RUNDSCHAU auf Papier oder am Bildschirm liest.“
RS: Was bekommen Werbekunden mit dem neuen Angebot?
Egger: „Mehr Möglichkeiten und eine Beratung, die beim Ziel des Kunden beginnt. Eine Printanzeige kann genau richtig sein. Je nach Vorhaben ergänzen wir sie mit einer Präsenz auf rundschau.at, im Newsletter oder auf Social Media. Wir haben unser Angebot erweitert und zwei spezialisierte Mitarbeiter für den digitalen Bereich gewonnen. Auch unser bestehendes Team bildet sich laufend weiter. Denn wer Werbung verkauft, sollte erklären können, was sie für den Kunden leisten soll.“
Meze: „Wir wollen nicht einfach aus jedem verfügbaren Format ein Paket schnüren und eine Schleife darum binden. Zuerst hören wir zu. Wen möchte der Betrieb erreichen? Was soll passieren? Erst dann entscheiden wir gemeinsam, welcher Mix aus Print und Digital sinnvoll ist.“
RS: Die Möglichkeiten werden damit auch komplizierter. Muss ein Hotelier künftig wissen, was ein Interscroller oder ein Billboard ist?
Meze: „Nein. Er muss uns sagen können, wen er erreichen will. Die Formate und ihre technische Umsetzung sind unsere Aufgabe. Wenn ein Wohlfühlhotel im Ötztal einen Kellner sucht, interessiert den Hotelier am Ende zu Recht, ob sich geeignete Menschen bewerben. Klickzahlen können dabei Hinweise geben. Sie ersetzen aber keinen einzigen Bewerber.“
Egger: „Ähnlich ist es bei einem Zeltfest im Oberen Gericht: Das Ziel sind Gäste vor Ort, nicht bloß schöne Zahlen auf einem Bildschirm. Unsere Kunden dürfen darauf vertrauen, dass wir ihr Budget mit Blick auf dieses Ziel einsetzen. Und sie sollen nachvollziehen können, was wir gemacht haben und welche Ergebnisse wir sehen.“
RS: Warum investiert eine Regionalzeitung gerade jetzt in weitere neue digitale Werbeprodukte?
Egger: „Weil wir die RUNDSCHAU langfristig auf eine solide wirtschaftliche Basis stellen wollen. Mit unseren neuen digitalen Produkten schaffen wir zusätzliche Möglichkeiten für regionale Betriebe, ihre Kunden zu erreichen. Gemeinsam mit der gedruckten Zeitung sollen sie die wirtschaftliche Zukunft der RUNDSCHAU sichern. Das gibt uns den Spielraum, auch künftig unabhängig und sorgfältig über das Oberland und Außerfern zu berichten.“
RS: Sie sprechen viel von Vertrauen. Das Wort verwendet heute fast jedes Unternehmen. Was bedeutet es für eine Zeitung konkret?
Meze: „Als Chefredakteur messe ich Vertrauen vor allem an unserer journalistischen Arbeit. In einer Zeit, in der sich eine Falschmeldung in Sekunden verbreiten kann, müssen wir sorgfältig recherchieren, nachfragen und Fehler korrigieren. Wir müssen auch dann kritisch auf das Geschehen in der Region schauen, wenn eine Frage unbequem ist. Einen Algorithmus kann man austauschen. Verlorenes Vertrauen gewinnt man nicht so schnell zurück.“
Egger: „Und unsere Leserinnen und Leser müssen erkennen können, was journalistischer Inhalt ist und was bezahlte Werbung. Daran darf es keinen Zweifel geben. Unser Name hilft uns bei der Beratung unserer langjährigen und neuen Werbekunden, weil die Menschen die RUNDSCHAU kennen. Diesen Namen können wir aber nur einsetzen, wenn wir verantwortungsvoll mit ihm umgehen.“
RS: Was soll in fünf Jahren noch genauso sein wie heute?
Meze: „Dass wir unabhängig berichten, genau hinschauen und auch unbequeme Fragen stellen.“
Egger: „Dass die Menschen sagen: Die RUNDSCHAU entwickelt sich weiter – und auf sie kann ich mich verlassen.“
Martin Grüneis 






