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Er hat es wieder getan ...

In einem einzigartigen Freilufttheater zog Hannibal zum 25. Mal am Rettenbachferner über die Alpen

Vergangenen Freitag feierte Hannibal am Rettenbachgletscher sein 25-jähriges Bestehen. Vor der alpinen Kulisse Söldens erlebten 6.000 Gäste eine der größten zeitgenössischen Freiluft-Live-Performances der Welt, die seit 2001 Mensch, Natur und Choreografie auf 3.000 Metern Seehöhe vereint.
14. April 2026 | von Christoph Hablitzel
Er hat es wieder getan ...<br />
Das erfolgreiche Jubiläum ihres Gemeinschaftsprojekts: Regisseur Hubert Lepka (Lawine Torrèn), Jakob Falkner (Geschäftsführer Bergbahnen Sölden), Hannibal-Mastermind Ernst Lorenzi, Oliver Schwarz (Geschäftsführer Ötztal Tourismus), Philipp Falkner (Prokurist Bergbahnen Sölden) und Benjamin Kneisl (Vorstandsvorsitzender Ötztal Tourismus) (v. l.). Foto: Ötztal Tourismus/C. Nösig
Das Wetter am Rettenbachferner über Sölden spielte heuer eine zentrale Rolle. Bei leichtem Schneefall erhielt die Szenerie am Gletscher eine besondere, zum Stück passende mystische Atmosphäre. Rund 6.000 Zuschauer ließen sich das Jubiläum nicht entgehen und verfolgten die Inszenierung auf der etwa sechs Kubikkilometer großen Hochgebirgsbühne. Was im April 2001 als mutiges Experiment begann, hat sich längst zu einem Fixpunkt im Ötztal entwickelt und findet im Zweijahresrhythmus statt. Insgesamt haben in den vergangenen 25 Jahren knapp 100.000 Menschen dieses Zusammenspiel erlebt, das die Grenzen zwischen Mythos und Moderne verschwimmen lässt.

DIE MASTERMINDS HINTER DEM ERFOLG. Dass Hannibal heute als etabliertes Kulturgut gilt, ist vor allem Regisseur Hubert Lepka (Lawine Torrèn) und dem Sölder Kreativen Ernst Lorenzi zu verdanken. Lepka setzt die künstlerische Vision mit einem internationalen Ensemble präzise um, während Lorenzi als lokaler Initiator die Bevölkerung für das Projekt begeistert. Beteiligt sind unter anderem Bergführer:innen, Skilehrer:innen sowie Mitarbeiter:innen der Bergbahnen Sölden. Die gesamte Region trägt die Veranstaltung mit – ein Zusammenspiel aus professioneller Kunst und lokaler Verankerung, das die Beständigkeit des Projekts sichert.

MENSCHLICHE WILLENSKRAFT ALS ZEITLOSE PARABEL. Inhaltlich bleibt die Inszenierung eine Parabel über Entschlossenheit und die Unberechenbarkeit des Schicksals. Auf Basis historischer Quellen wird der Weg der karthagischen Seite nachgezeichnet, wobei das „Zögern“ als entscheidender Moment im Fokus steht. Die Hochgebirgslandschaft fungiert dabei nicht nur als Bühne, sondern auch als aktiver Mitspieler, der das Verhältnis zwischen Mensch und Natur eindrucksvoll unterstreicht.

JUBILÄUM ZUM NACHLESEN UND NACHHÖREN. Zum 25-jährigen Jubiläum erschien ein umfangreicher Bild- und Textband (ISBN: 978-3-9501743-0-4), der die Geschichte und die Menschen hinter dem Projekt beleuchtet. Zudem ist der prägnante Soundtrack von Komponist Peter Valentin mit der Erzählstimme von Harald Krassnitzer auf Plattformen wie Spotify, Amazon und Apple Music verfügbar. „Ich wollte, dass die Musik das trägt, was zwischen den Bildern liegt: die Erschöpfung, die Entscheidung, die merkwürdige Stille vor einem großen Fehler“, so Komponist Peter Valentin zur Musik des Gletscherschauspiels Hannibal.
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Hunderte Mitwirkende tragen maßgeblich zur Wirkmächtigkeit der Freiluft-Performance bei.
Foto: Ötztal Tourismus/C. Nösig

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