Große Trauer um ihr Allerliebstes
„D’Nåssereider“ trugen unter großer Anteilnahme ihre heißgeliebte Fasnacht zu Grabe
24. Feber 2026 | von
Ewald Krismer
Die Nacht war über Nassereith hereingebrochen. Aus der Finsternis setzte sich ein gespenstischer Leichenzug in Bewegung. Dem Trauerzug voran schritt schwerfällig der Fahnenträger, der den Eindruck vermittelte, als wäre er die Leich’. Nicht minder behäbig kam „d’ Musig“ des Weges und hintendrein „d’ Schitze“, d’ Veteraner und ein elendslanger Zug von Trauernden und mittendrein vier Ruaßler mit der Verblichenen auf der Totenbahre. Nicht nur die Wiener haben „a schiane Leich“, auch die „Nåssreider Fåsnachteler“ setzten alles daran, der Dahingeschiedenen den letzten Weg so pompös wie möglich zu gestalten. Alle rotzten und weinten in ihre überdimensionalen „Schneiztichle“, sodass man glauben mochte, sie sonderten mehr Wasser ab als der platschnasse Schneefall, der das Gurgltal – leider zwei Monate zu spät – in ein Wintermärchen verwandelte. Die Ohren beleidigend der Viermannchor mit einem ziemlich schief gesungenen Trauerlied, bevor der Vorbeter mit seiner Litanei begann: „Ålle öis Schaller, ålle öis Roller, ålle öis Keehrer, ålle öis Hexe und dar Bääär und dar Bäääretreiber …“ und so weiter und so weiter, und die Trauernden antwortend: „Miar söiche ins wieder!“, in der Hoffnung, ihre Fasnacht in drei Jahren wiederzufinden. Apropos Wintermärchen: Wie war das mit dem fåsnächtlichen Winteraustreiben? Hat diesmal wohl nicht so richtig hingehauen, oder?






















