Hochalpine Photovoltaik neu gedacht
Kühtai Solar setzt auf vertikal montierte Module und eine bodensparende Konstruktion
22. September 2026
In Kühtai wird mithilfe einer innovativen Unterkonstruktion eine PV-Freiflächenanlage umgesetzt. So wird Energie genau dort erzeugt, wo sie gebraucht wird. Foto: Grüneis
Im Kühtai entsteht im Bereich Schwarzmoos, oberhalb des Kaisersees, eine PV-Freiflächenanlage mit einer Leistung von rund 2.000 kWp. Die besonderen Bodenverhältnisse sowie die hohen Schnee- und Windlasten in diesem sensiblen, hochalpinen Gebiet erfordern eine technisch leistungsfähige und zugleich bodensparende Lösung. Im Rahmen einer Führung präsentierten Projektentwickler Michael Gstrein, HTB-Niederlassungsleiter Armin Krabichler und Bergbahnen-Geschäftsführer Philip Haslwanter vergangene Woche die Anlage und erläuterten die Besonderheiten des Projekts. Mit dabei waren zahlreiche Vertreter verschiedener Bergbahnen aus der Region.
Eine simple und dennoch innovative Konstruktion. Die 3.280 Module werden rund 1,80 Meter über dem Boden vertikal und frei hängend installiert. Zum Einsatz kommt dabei eine von der HTB patentierte Unterkonstruktion. Die dem Geländeverlauf folgenden Säulen werden in Bohrlöchern mit einem Durchmesser von 16 Zentimetern und einer Tiefe von bis zu 2,5 Metern verankert. Die leichte Konstruktion reduziert sowohl den Ressourcen- als auch den Bodenverbrauch und ermöglicht gleichzeitig einen geringen Eingriff in den Untergrund. Die Fläche kann außerdem weiterhin von Weidevieh genutzt werden. Durch Verwitterung soll sich die Stahlkonstruktion mit der Zeit noch besser in die Umgebung einfügen. Die gesamte Anlage ist zu 100 Prozent rückbaubar.
Strom für den Winterbetrieb der Bergbahnen. Das Projekt „Kühtai Solar“ soll jährlich rund 2,6 bis 2,9 GWh Strom erzeugen. Aufgrund der alpinen Lage und der besonderen Bauweise entfällt ein deutlich höherer Anteil der Jahresproduktion auf das Winterhalbjahr als bei klassischen PV-Anlagen. Damit wird genau in der Jahreszeit, in der der Strombedarf im Skigebiet besonders hoch ist, erneuerbare Energie erzeugt. Die Bergbahnen wollen rund die Hälfte des erzeugten Stroms direkt vor Ort nutzen. Die andere Hälfte soll in die lokale Energiegemeinschaft eingespeist werden. Das Projekt befindet sich bereits auf der Zielgeraden. „Wir sind guter Dinge, dass wir bald in Betrieb gehen können“, so Gstrein. Die Inbetriebnahme ist für November 2026 vorgesehen. Der Baustart erfolgte im Juni dieses Jahres. Bereits im Oktober 2024 war im Kühtai eine Testanlage installiert worden. Die HTB beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit Photovoltaiklösungen im alpinen Raum. Zuvor hatte das Unternehmen ähnliche Pilotprojekte in St. Anton und Hoch-Imst umgesetzt, bei denen PV-Module an Lawinenverbauungen angebracht wurden. „Wir waren beeindruckt, wie gut das funktioniert hat“, so Gstrein.
Nachhaltig bauen auf 2.350 Metern. Nicht nur die Anlage selbst, auch ihre Errichtung sollte möglichst ressourcenschonend erfolgen. Statt Diesel kamen unter anderem E-Kompressoren, ein E-Bohr-Lkw und Elektroautos für die Anfahrt der Mitarbeiter zum Einsatz. Erstmals wurde zudem ein mehr als 20 Tonnen schwerer E-Bagger eingesetzt. Dadurch konnten nicht nur Abgasemissionen reduziert und rund 8.208 Liter Treibstoff eingespart werden. Auch die Lärmbelastung für die Arbeiter wurde so verringert. Für ergonomisches Arbeiten standen ebenfalls entsprechende Hilfsmittel zur Verfügung. Bei den Baustellencontainern wurde ebenfalls auf eine nachhaltige Lösung gesetzt – zum Einsatz kamen Container aus Holz. „Uns war auch die lokale Herstellung wichtig“, erklärt Gstrein. Dadurch konnten die Transportwege kurz gehalten werden. Die Unterkonstruktionen wurden beispielsweise im eigenen Werk in Roppen hergestellt. Ein laufendes Energiemonitoring macht den Verbrauch transparent und ermöglicht es, Maschinen und Arbeitsabläufe möglichst effizient aufeinander abzustimmen. Die Umsetzung brachte dabei auch zahlreiche Erkenntnisse für weitere Projekte. Vor allem organisatorisch war die nachhaltige Baustelle eine Herausforderung, da gewohnte Abläufe umgestellt werden mussten. „Das hat aber dank unserem Team super funktioniert“, erklärt Gstrein.
Eine simple und dennoch innovative Konstruktion. Die 3.280 Module werden rund 1,80 Meter über dem Boden vertikal und frei hängend installiert. Zum Einsatz kommt dabei eine von der HTB patentierte Unterkonstruktion. Die dem Geländeverlauf folgenden Säulen werden in Bohrlöchern mit einem Durchmesser von 16 Zentimetern und einer Tiefe von bis zu 2,5 Metern verankert. Die leichte Konstruktion reduziert sowohl den Ressourcen- als auch den Bodenverbrauch und ermöglicht gleichzeitig einen geringen Eingriff in den Untergrund. Die Fläche kann außerdem weiterhin von Weidevieh genutzt werden. Durch Verwitterung soll sich die Stahlkonstruktion mit der Zeit noch besser in die Umgebung einfügen. Die gesamte Anlage ist zu 100 Prozent rückbaubar.
Strom für den Winterbetrieb der Bergbahnen. Das Projekt „Kühtai Solar“ soll jährlich rund 2,6 bis 2,9 GWh Strom erzeugen. Aufgrund der alpinen Lage und der besonderen Bauweise entfällt ein deutlich höherer Anteil der Jahresproduktion auf das Winterhalbjahr als bei klassischen PV-Anlagen. Damit wird genau in der Jahreszeit, in der der Strombedarf im Skigebiet besonders hoch ist, erneuerbare Energie erzeugt. Die Bergbahnen wollen rund die Hälfte des erzeugten Stroms direkt vor Ort nutzen. Die andere Hälfte soll in die lokale Energiegemeinschaft eingespeist werden. Das Projekt befindet sich bereits auf der Zielgeraden. „Wir sind guter Dinge, dass wir bald in Betrieb gehen können“, so Gstrein. Die Inbetriebnahme ist für November 2026 vorgesehen. Der Baustart erfolgte im Juni dieses Jahres. Bereits im Oktober 2024 war im Kühtai eine Testanlage installiert worden. Die HTB beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit Photovoltaiklösungen im alpinen Raum. Zuvor hatte das Unternehmen ähnliche Pilotprojekte in St. Anton und Hoch-Imst umgesetzt, bei denen PV-Module an Lawinenverbauungen angebracht wurden. „Wir waren beeindruckt, wie gut das funktioniert hat“, so Gstrein.
Nachhaltig bauen auf 2.350 Metern. Nicht nur die Anlage selbst, auch ihre Errichtung sollte möglichst ressourcenschonend erfolgen. Statt Diesel kamen unter anderem E-Kompressoren, ein E-Bohr-Lkw und Elektroautos für die Anfahrt der Mitarbeiter zum Einsatz. Erstmals wurde zudem ein mehr als 20 Tonnen schwerer E-Bagger eingesetzt. Dadurch konnten nicht nur Abgasemissionen reduziert und rund 8.208 Liter Treibstoff eingespart werden. Auch die Lärmbelastung für die Arbeiter wurde so verringert. Für ergonomisches Arbeiten standen ebenfalls entsprechende Hilfsmittel zur Verfügung. Bei den Baustellencontainern wurde ebenfalls auf eine nachhaltige Lösung gesetzt – zum Einsatz kamen Container aus Holz. „Uns war auch die lokale Herstellung wichtig“, erklärt Gstrein. Dadurch konnten die Transportwege kurz gehalten werden. Die Unterkonstruktionen wurden beispielsweise im eigenen Werk in Roppen hergestellt. Ein laufendes Energiemonitoring macht den Verbrauch transparent und ermöglicht es, Maschinen und Arbeitsabläufe möglichst effizient aufeinander abzustimmen. Die Umsetzung brachte dabei auch zahlreiche Erkenntnisse für weitere Projekte. Vor allem organisatorisch war die nachhaltige Baustelle eine Herausforderung, da gewohnte Abläufe umgestellt werden mussten. „Das hat aber dank unserem Team super funktioniert“, erklärt Gstrein.
Martin Grüneis 





