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Jubel über Junioren-WM-Silbermedaille

Fabio Zauser bestätigt seine internationale Klasse und greift nach den Sternen

Mit Nerven aus Stahl, Feingefühl und einer gehörigen Portion Tiroler Sturheit hat Fabio Zauser aus Imst den bisher größten Erfolg seiner Karriere eingefahren. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft im deutschen Altenberg holte sich der 21-Jährige die Silbermedaille und kürte sich zum Junioren-Vizeweltmeister im Eiskanal. Die RUNDSCHAU besuchte den Ausnahmeathleten bei seinen Eltern am Sonnberg.
10. Feber 2026 | von Albert Unterpirker
Jubel über Junioren-WM-Silbermedaille<br />
Nachbarn dekorierten Fabios tollen Erfolg festlich, dann wurde gemeinsam gefeiert. Foto: Unterpirker
Wenn einer weiß, wie sich Geschwindigkeit anfühlt, dann Fabio Zauser. Der Kunstbahnrodler vom Rodelverein Imst hat in dieser Saison eindrucksvoll bewiesen, dass er zur internationalen Spitze gehört. Der Junioren-Vizeweltmeistertitel 2025/26 ist dabei mehr als nur eine Medaille – er ist das Resultat jahrelanger Arbeit, eiserner Disziplin und einer starken Entwicklung. Zauser, der derzeit im Rahmen der Spitzensportförderung „Justiz Athleta“ eine dreijährige Ausbildung zum Justizbeamten absolviert, blickt bereits auf eine enorme Erfolgsbilanz zurück: Junioren-Europameister 2024/25, Junioren-Weltcupsieger in Sigulda, mehrfacher österreichischer und Tiroler Meister sowie Gesamtweltcupsieger der Jugendklasse A (U18). Silber bei der Junioren-WM in Altenberg ist nun die Krönung seiner Laufbahn.

REKORD. Der Grundstein für diese erfolgreiche Saison wurde im Herbst gelegt. Der Saisonstart erfolgte in Lillehammer, wo Zauser mit dem allgemeinen Nationalteam trainierte. „Es lief super, ich habe mich schnell gut gefühlt“, sagt er. Nach einer harten Sommervorbereitung in Kraft, Starttechnik und mentalem Training kam er früh in Form. Besonders wichtig ist das gedankliche Durchgehen jedes Laufs, heißt: jede Kurve, jeder Lenkeinsatz, jeder Rhythmus. Weiter ging’s dann nach Sigulda, auf eine Strecke, die Zauser besonders schätzt. „Das ist eine meiner Lieblingsbahnen“, sagt er. Die engen Radien und die hohe technische Anforderung liegen ihm. Nicht ohne Grund feierte er dort den Junioren-EM-Titel und einen Weltcupsieg. Bis heute hält er in Sigulda den Junioren-Bahnrekord.

KLASSE. Ein weiteres Highlight folgte in Cortina d’Ampezzo auf der neuen Olympiabahn. Eine technisch anspruchsvolle Strecke mit Gleitpassagen, die dem Tiroler ebenfalls entgegenkam. Anschließend ging es mit dem Nationalteam zum Weltcup-Auftakt nach Winterberg (Nations Cup), wo Zauser mit Rang zehn ein solides Ergebnis in der allgemeinen Klasse erzielte. Nach starken Junioren-Weltcups in Bludenz – mit einem zweiten Platz und einer eindrucksvollen Aufholjagd von Rang elf auf fünf – folgte der Rückschlag. Bei einem weiteren Einsatz mit dem Nationalteam in Winterberg erkrankte Zauser. „Das war brutal frustrierend“, gibt er zu, zumal er sehr starke Trainingszeiten gefahren war. Doch der nächste Junioren-Weltcup in Winterberg zeigte erneut seine Klasse: Rang fünf auf einer Strecke, die er selbst nicht zu seinen Favoriten zählt. „Mehr als zufrieden“, lautet sein Fazit.

SILBER. Der große Höhepunkt der (noch laufenden) Saison folgte schließlich bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Altenberg (D) nahe der tschechischen Grenze. Eine intensive Trainingswoche, viel Tüftelei am Material – Schienen, Kufen, Winkel – und dennoch lange Unsicherheit. „Es war weder richtig gut noch richtig schlecht“, beschreibt Zauser die Tage vor dem Rennen. Die entscheidende Wendung kam einen Tag vor dem Wettkampf. Gemeinsam mit dem Trainerteam wurden letzte Änderungen vorgenommen. Die Devise: locker bleiben. „Ich habe mir gedacht: Ich rodel einfach mit Spaß und ohne Erwartungen.“ Der Plan ging auf. Im ersten Lauf fuhr Zauser die zweitbeste Zeit und setzte sich bereits klar vom restlichen Feld ab. Nur der spätere Weltmeister Marco Leger aus Deutschland war minimal schneller. Auch im zweiten Lauf zeigte der Imster Nervenstärke und erneut die zweitschnellste Zeit. Das Ergebnis: Silber und der Titel Junioren-Vizeweltmeister.

FREUDE. „Es ist schon geil“, sagt Zauser mit einem Grinsen, ergänzt aber schmunzelnd: „Im zweiten Moment habe ich mich geärgert, dass es nicht Gold geworden ist.“ Seine Eltern Petra und Marco verfolgten die Rennen live vor Ort. „Wir haben ordentlich geschwitzt“, erzählen sie, „aber nach dem ersten Lauf hatte Fabio schon ein breites Grinsen im Gesicht.“ Zurück am Sonnberg wurde der Erfolg gemeinsam mit den Nachbarn gefeiert. Das Haus festlich dekoriert, die Freude groß. Für Zauser ein Moment, den er sichtbar genießt – und doch richtet sich sein Blick bereits nach vorne. Am 20. Februar steht noch das Junioren-Weltcupfinale in Sigulda auf dem Programm. Danach endet seine Juniorenkarriere. Ab Herbst geht es in die allgemeine Klasse, wo der Konkurrenzdruck enorm ist. Nur vier Starter pro Nation dürfen im Weltcup antreten. „Da muss ich hart kämpfen“, weiß Zauser, der anfügt: „Vielen Dank an den Rodelverein Imst für die ständige Unterstützung, trotz fehlender Einnahmen durch den Entfall von Festen und den Entfall von diversen Förderungen!“ Sein großes Ziel ist indessen klar formuliert: die Olympischen Spiele 2030 in Frankreich. Und wer ihm in Altenberg zugesehen hat, weiß: Dieser Traum ist absolut realistisch.

 
Jubel über Junioren-WM-Silbermedaille<br />
Zählt zu den großen österreichischen Rodel-Nachwuchshoffnungen: Fabio Zauser aus Gunglgrün. Foto: Unterpirker

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