„Mårtl, Weli und die Schell- und Eichelspitz“
Perlaggen-Landesmeisterschaft Nord- und Südtirol in Imst
2. Dezember 2025 | von
Ewald Krismer
Wie unschwer zu erkennen ist, spielten auch diese zwei Herren das Perlagger-Turnier mit Spielkarten der RUNDSCHAU: Thomas Heltschl (l.) und Rudi Kastner.
Die Stadt Imst ist bekannt für den alljährlich in der Fastenzeit stattfindenden sogenannten „Perlaggerball“, bei dem der „Perlaggerkönig“ ermittelt und gekürt wird. Diesmal ging es außertourlich um die Gesamttiroler Landesmeisterschaft mit Teilnehmern aus Nord- und Südtirol. 31 Herren und eine Dame bildeten 16 Paarungen, um jeweils zwei gegen zwei nach den „Innsbrucker Regeln“ zu perlaggen. Nach sieben Runden, die jedes Paar zu absolvieren hatte, gewann die Paarung Meischberger/Häusler mit 703 vor Auer/Nöbauer mit 499 und Braunegger/Hell mit 496 Punkten. Gekartet wurde mit Spielkarten der RUNDSCHAU.
GESCHICHTLICHES. Der Ursprung des Tiroler Kartenspiels „Perlaggen“ liegt in Südtirol, besser gesagt im Etsch- und Eisacktal. Als Erfinder gelten – wie beim ersten Perlagger-Kongress, der am 19. April 1890 in Innsbruck stattfand, herausgefunden wurde – die Kanzlisten Alois von Perkhammer und Josef Pfonzelter sowie die Forstbeamten Ferdinand Gile und Johann Sarer, die im Jahre 1833 im altbekannten Bozner Gasthaus „Zum Pfau“ als Erste dem „Perlaggen“ frönten.
VOM HENNENSPIEL ÜBER GILTSPIEL ZUM PERLAGGEN. Dem „Perlaggen“ vorausgegangen waren jedoch das sogenannte „Rittner“- oder „Hennenspiel“ und das spätere „Giltspiel“ (das auch Andreas Hofer gerne spielte) – wie uns das Perlaggerbüchlein aus dem Jahre 1853 erzählt. Die Bezeichnung „Hennenspiel“ leitete sich von jenem Brauch ab, bei dem die zu Allerheiligen üblichen Seelenbrote in Gestalt einer Henne „auskartet“ wurden. Spielentscheidend beim „Hennenspiel“ war nur die Güte respektive der Wert des Blattes, was dem Spiel eine gewisse Eintönigkeit verlieh. Später kamen die Spielzüge „Bieten“ und „Halten“ hinzu, was eine höhere Spannung bewirkte und namentlich zum „Giltspiel“ wurde. Diese Spielzüge kamen aber zu selten zur Anwendung, sodass einige eifrige „Giltspieler“ sich die „Perlaggen“ schufen. Dies waren Karten, die nach Belieben umgetauft werden konnten, sodass sie jeder anderen Karte überlegen waren und so zur Komplettierung eines „Gleich“ oder eines „Hanger“ oder zum „Spielentscheid“ herangezogen werden konnten und damit dieses Kartenspiel von Grund auf veränderten. Waren es zu Beginn noch mit „Eichel-Siebener“, „Eichel-Ober“ und „Eichel-Unter“ nur drei ständige „Perlaggen“, so sind es heutzutage mit dem „Herzkönig“ (Martl), dem „Weli“, dem „Schell-Siebener“ und dem „Eichel-Siebener“ vier gleichbleibende Karten, die beliebig umgetauft werden können. Weitere Karten, die umgetauft werden können, sind die „Trumpfperlaggen“.
NAMENSGEBUNG. Noch aber hieß dieses Spiel „Giltspiel“ (Anm.: gilt = gelten) und die bevorzugten Karten hatten noch keine Bezeichnung. Erst Jahre später entstand in der Gegend von Salurn – nachdem Ferdinand Gile dorthin versetzt worden war und dort die neue Art des „Giltens“ salonfähig gemacht hatte – die Bezeichnung „Berlicche“ – was so viel wie Teufel bedeutet. Es dürfte die Nähe Salurns zur Grenze zwischen dem deutschsprachigen und dem italienischsprachigen Tirol und das Zusammentreffen beider Landessprachen gewesen sein, dass aus „Berlicche“ „Perlaggen“ wurde. Vermutlich brachte man den Teufel deshalb ins Spiel, denn so wie dieser erscheinen auch die „Perlaggen“ in jeder passenden oder gewünschten Gestalt. Ähnlich wie im „Höttinger Peterlspiel“ von 1870, als das schlaue Peterle den armen Teufel auf seine Kommandos „perligg“ erscheinen und „perlagg“ verschwinden lässt, bis dieser, zahm geworden, das Peterle in Ruhe lässt.
GESCHICHTLICHES. Der Ursprung des Tiroler Kartenspiels „Perlaggen“ liegt in Südtirol, besser gesagt im Etsch- und Eisacktal. Als Erfinder gelten – wie beim ersten Perlagger-Kongress, der am 19. April 1890 in Innsbruck stattfand, herausgefunden wurde – die Kanzlisten Alois von Perkhammer und Josef Pfonzelter sowie die Forstbeamten Ferdinand Gile und Johann Sarer, die im Jahre 1833 im altbekannten Bozner Gasthaus „Zum Pfau“ als Erste dem „Perlaggen“ frönten.
VOM HENNENSPIEL ÜBER GILTSPIEL ZUM PERLAGGEN. Dem „Perlaggen“ vorausgegangen waren jedoch das sogenannte „Rittner“- oder „Hennenspiel“ und das spätere „Giltspiel“ (das auch Andreas Hofer gerne spielte) – wie uns das Perlaggerbüchlein aus dem Jahre 1853 erzählt. Die Bezeichnung „Hennenspiel“ leitete sich von jenem Brauch ab, bei dem die zu Allerheiligen üblichen Seelenbrote in Gestalt einer Henne „auskartet“ wurden. Spielentscheidend beim „Hennenspiel“ war nur die Güte respektive der Wert des Blattes, was dem Spiel eine gewisse Eintönigkeit verlieh. Später kamen die Spielzüge „Bieten“ und „Halten“ hinzu, was eine höhere Spannung bewirkte und namentlich zum „Giltspiel“ wurde. Diese Spielzüge kamen aber zu selten zur Anwendung, sodass einige eifrige „Giltspieler“ sich die „Perlaggen“ schufen. Dies waren Karten, die nach Belieben umgetauft werden konnten, sodass sie jeder anderen Karte überlegen waren und so zur Komplettierung eines „Gleich“ oder eines „Hanger“ oder zum „Spielentscheid“ herangezogen werden konnten und damit dieses Kartenspiel von Grund auf veränderten. Waren es zu Beginn noch mit „Eichel-Siebener“, „Eichel-Ober“ und „Eichel-Unter“ nur drei ständige „Perlaggen“, so sind es heutzutage mit dem „Herzkönig“ (Martl), dem „Weli“, dem „Schell-Siebener“ und dem „Eichel-Siebener“ vier gleichbleibende Karten, die beliebig umgetauft werden können. Weitere Karten, die umgetauft werden können, sind die „Trumpfperlaggen“.
NAMENSGEBUNG. Noch aber hieß dieses Spiel „Giltspiel“ (Anm.: gilt = gelten) und die bevorzugten Karten hatten noch keine Bezeichnung. Erst Jahre später entstand in der Gegend von Salurn – nachdem Ferdinand Gile dorthin versetzt worden war und dort die neue Art des „Giltens“ salonfähig gemacht hatte – die Bezeichnung „Berlicche“ – was so viel wie Teufel bedeutet. Es dürfte die Nähe Salurns zur Grenze zwischen dem deutschsprachigen und dem italienischsprachigen Tirol und das Zusammentreffen beider Landessprachen gewesen sein, dass aus „Berlicche“ „Perlaggen“ wurde. Vermutlich brachte man den Teufel deshalb ins Spiel, denn so wie dieser erscheinen auch die „Perlaggen“ in jeder passenden oder gewünschten Gestalt. Ähnlich wie im „Höttinger Peterlspiel“ von 1870, als das schlaue Peterle den armen Teufel auf seine Kommandos „perligg“ erscheinen und „perlagg“ verschwinden lässt, bis dieser, zahm geworden, das Peterle in Ruhe lässt.

