Missbrauchsvorwürfe auch aus Ferienlager
SOS-Kinderdorf wurden kürzlich mögliche Übergriffe im Ferienlager Caldonazzo über die Opferschutzadresse gemeldet
4. November 2025 | von
Martin Grüneis
Ferienlager im italienischen Caldonazzo: In den 1990er-Jahren soll es dort zu Übergriffen gekommen sein. Die Vorfälle sind SOS-Kinderdorf seit Kurzem bekannt und werden derzeit geprüft. Symbolfoto: Adobe Stock/nata_rass
Während des alljährlichen Ferienlagers im italienischen Caldonazzo soll es in den 1990er-Jahren zu Übergriffen durch Bademeister gekommen sein, die dort Aufsicht führten. Ein ehemaliges SOS-Kinderdorfkind schilderte gegenüber der RUNDSCHAU, dass Kinder bereits damals auf mögliche unsittliche Berührungen aufmerksam gemacht hätten. Die Meldungen seien jedoch abgetan worden. Unter den Kindern sei das Thema stark präsent gewesen und viele hätten Angst gehabt.
VORFÄLLE BEFINDEN SICH AKTUELL IN PRÜFUNG. Die Vorfälle sind seit Kurzem auch SOS-Kinderdorf bekannt, sie wurden erst kürzlich über die Opferschutzadresse gemeldet. Gegenüber der RUNDSCHAU gibt SOS-Kinderdorf an, dass diese Meldungen derzeit geprüft werden, und verweist auf umfangreiche Präventionsmaßnahmen, die mittlerweile im Ferienlager Caldonazzo gelten. So müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit 2014 einen Verhaltenskodex unterzeichnen. Für jene, die direkten Kontakt zu Kindern haben, finden jährlich Vorbereitungstrainings statt. Diese werden von einer externen Psychologin geleitet, die auch Supervisionen anbietet. Seit 2022 werden zusätzlich Schulungen im Bereich „Child and Youth Safeguarding“ durchgeführt, die von externen Fachleuten betreut werden. Vor jeder Anstellung ist zudem ein Strafregisterauszug sowie ein spezieller Auszug der Kinder- und Jugendhilfe vorzulegen.
ANSCHULDIGUNGEN GEGEN FÜHRUNGSEBENE. Erst vor Kurzem erschütterten Missbrauchsvorwürfe gegen den SOS-Kinderdorfgründer Hermann Gmeiner die Öffentlichkeit. Nun geriet auch der im SOS-Kinderdorf Imst aufgewachsene ehemalige Präsident Helmut Kutin in den Fokus. Wie der „Falter“ berichtete, soll Kutin einem Großspender, der bei Aufenthalten in Nepal Kinder sexuell missbraucht haben soll, trotz Kenntnis über dessen Neigungen den Aufenthalt von drei Nächten in einem „SOS-Trainingslager“ in Nepal ermöglicht haben, in dem sich auch Kinderdorf-Kinder aufhielten. Zu diesem Zeitpunkt soll bereits ein Betretungsverbot für den Mann im SOS-Kinderdorf Nepal bestanden haben. Auch der Geschäftsführer Christian Moser, der vor einigen Wochen dienstfrei gestellt wurde, soll laut Medienberichten Kenntnis gehabt haben. Seine Agenden wurden von Carolin Porcham übernommen, die seit 3. November gemeinsam mit Annemarie Schlack und Nora Deinhammer das Geschäftsführungsteam von SOS-Kinderdorf Österreich bildet.
VORFÄLLE BEFINDEN SICH AKTUELL IN PRÜFUNG. Die Vorfälle sind seit Kurzem auch SOS-Kinderdorf bekannt, sie wurden erst kürzlich über die Opferschutzadresse gemeldet. Gegenüber der RUNDSCHAU gibt SOS-Kinderdorf an, dass diese Meldungen derzeit geprüft werden, und verweist auf umfangreiche Präventionsmaßnahmen, die mittlerweile im Ferienlager Caldonazzo gelten. So müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit 2014 einen Verhaltenskodex unterzeichnen. Für jene, die direkten Kontakt zu Kindern haben, finden jährlich Vorbereitungstrainings statt. Diese werden von einer externen Psychologin geleitet, die auch Supervisionen anbietet. Seit 2022 werden zusätzlich Schulungen im Bereich „Child and Youth Safeguarding“ durchgeführt, die von externen Fachleuten betreut werden. Vor jeder Anstellung ist zudem ein Strafregisterauszug sowie ein spezieller Auszug der Kinder- und Jugendhilfe vorzulegen.
ANSCHULDIGUNGEN GEGEN FÜHRUNGSEBENE. Erst vor Kurzem erschütterten Missbrauchsvorwürfe gegen den SOS-Kinderdorfgründer Hermann Gmeiner die Öffentlichkeit. Nun geriet auch der im SOS-Kinderdorf Imst aufgewachsene ehemalige Präsident Helmut Kutin in den Fokus. Wie der „Falter“ berichtete, soll Kutin einem Großspender, der bei Aufenthalten in Nepal Kinder sexuell missbraucht haben soll, trotz Kenntnis über dessen Neigungen den Aufenthalt von drei Nächten in einem „SOS-Trainingslager“ in Nepal ermöglicht haben, in dem sich auch Kinderdorf-Kinder aufhielten. Zu diesem Zeitpunkt soll bereits ein Betretungsverbot für den Mann im SOS-Kinderdorf Nepal bestanden haben. Auch der Geschäftsführer Christian Moser, der vor einigen Wochen dienstfrei gestellt wurde, soll laut Medienberichten Kenntnis gehabt haben. Seine Agenden wurden von Carolin Porcham übernommen, die seit 3. November gemeinsam mit Annemarie Schlack und Nora Deinhammer das Geschäftsführungsteam von SOS-Kinderdorf Österreich bildet.