Artikel teilen
Artikel teilen >

„Missio-Mission“ vorzeitig abgebrochen

Pfarrer Laichner wurde mit 1. September zum „Missio Österreich“-Direktor bestellt, jetzt warf er das Handtuch

Wie die RUNDSCHAU ausführlich berichtete, wurde Pfarrer Johannes Laichner, der aus Telfs stammt und 14 Jahre lang den „Seelsorgeraum Inntal“ mit den Gemeinden Roppen, Karres, Karrösten und Mils b. Imst betreute, mit 1. September zum Direktor von „Missio Österreich“ bestellt. Vergangenen Mittwoch dann der Paukenschlag: Laichner legte das Direktoramt nach nicht einmal zwei Monaten zurück. Aus gesundheitlichen Gründen, wie es von Kirchenstelle heißt. Es spielten aber offenbar noch andere Gründe mit, die Johannes Laichner zum Rückzug aus Wien in seine Heimat Tirol bewegten.

28. Oktober 2026
„Missio-Mission“ vorzeitig abgebrochen<br />
Pfarrer Johannes Laichner bereiste als „Missio Diözesandirektor“ der Diözese Innsbruck bereits viele Länder und erweckte großes Interesse für die Welt-kirche. Foto: Missio
„Johannes Laichner hat das zuständige Dikasterium in Rom und den Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, gestern persönlich über seine Entscheidung in Kenntnis gesetzt, dass er nach reiflicher Überlegung und intensivem Gebet zu dem Entschluss gekommen ist, sein Amt als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich aus gesundheitlichen Gründen zurückzulegen. Die Kontinuität der Arbeit von Missio Österreich für die Ärmsten der Armen ist sichergestellt und läuft bis zur Ernennung eines Nachfolgers ungehindert weiter“, hieß es am vergangenen Donnerstag in einer „Missio Österreich“-Presseaussendung. Weiters wurde darauf hingewiesen, dass „Missio Österreich“ die Hilfsprojekte in den Ländern des Globalen Südens uneingeschränkt fortführt. „Die Päpstlichen Missionswerke in Österreich werden auch weiterhin ihrer verantwortungsvollen Aufgabe nachkommen, den Aufbau der wachsenden Weltkirche zu unterstützen, Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsprojekte in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zu fördern!“ Die Päpstlichen Missionswerke (Missio) wirken seit 1922 in 150 Ländern der Welt. Als eine der größten Spendenorganisationen in Österreich engagiert sich „Missio Österreich“ mit Papst Leo XIV. an der Spitze für die Stärkung der wachsenden Weltkirche, vor allem in den armen Ländern.

mein herz ist in tirol. Mit 1. September wurde Pfarrer Johannes Laichner zum Direktor von „Mission Österreich“ bestellt, den „Seelsorgeraum Inntal“ übernahm Pater Ulrich. Seit einigen Tagen ist Pfarrer Laichner wieder zurück in Tirol. „Ich wollte gewisse Dinge umstrukturieren, es scheint aber so, dass man bei Missio lieber alte Strukturen weiterführen will. Das ist so, als wenn man einen Betrieb modernisieren will, aber daran gehindert wird“, erklärt Laichner beim RUNDSCHAU-Telefonat. Er sei jedenfalls froh, wieder in Tirol, in seiner Heimat, zu sein. „Als ich mit dem Zug auf der Heimfahrt war und an der Landesgrenze das Schild ‚Willkommen in Tirol – Herz der Alpen‘ sah, ging mein Herz ganz weit auf. Tirol ist für mich Leben, Wohnen, Tirol ist eben anders. Tirol ist meine Heimat, da gehöre ich hin!“ 

„mein herz schlägt für die seelsorge!“ Bis ein neuer Direktor für „Missio Österreich“ ernannt ist, bleibt Johannes Laichner faktisch Direktor von „Missio Österreich“. Wie es danach weitergeht, weiß er noch nicht. „Bischof Hermann Glettler wird mir eine neue Aufgabe zuteilen.   In den ‚Seelsorgeraum Inntal‘ zurückkehren werde ich wohl nicht, weil dieser von Pater Ulrich übernommen wurde. Er ist bereits in Amt und Würden, diesen Seelsorgeraum strebe ich auch nicht an.  Ich gehe aber davon aus, dass mir eine neue Pfarre in der Diözese Innsbruck zugeteilt wird. Mein Herz schlägt für die Seelsorge, da fühle ich mich wohl“, so Pfarrer Johannes Laichner abschließend.

die weltKirche im blick. Johannes Laichner wurde 1982 geboren und ist in Telfs aufgewachsen. Er maturierte am Stiftsgymnasium Stams und studierte anschließend an der Universität Innsbruck „Katholische Fachtheologie“ sowie „Klassische Archäologie“. Nach ersten pastoralen Erfahrungen in mehreren Tiroler Pfarren wurde er 2007 zum Diakon geweiht und absolvierte einen Studienaufenthalt am „Collegio Teutonico“ in Rom. 2008 folgte die Priesterweihe, im Oktober 2019 wurde Johannes Laichner „Missio-Diözesandirektor“ der Diözese Innsbruck. Pfarrer Johannes Laichner ist es bisher immer wieder gelungen, großes Interesse für die Weltkirche zu wecken. Mehrere Projektbesuche führten ihn bereits in Länder des Globalen Südens, wo „Missio“ Bildungs-, Sozial- und Pastoralprojekte unterstützt.
„Missio-Mission“ vorzeitig abgebrochen<br />
Der Kurzbesuch in Wien ist vorbei. Johannes Laichner wird in der Diözese Innsbruck neue Aufgaben übernehmen. Foto: Missio

Aktuelle Artikel

Kommentare

0 Posts