Niederlage für Haiminger Forchet
Unterschutzstellung ad acta gelegt – LR Zumtobel wirft das Handtuch
17. Feber 2026 | von
Christoph Hablitzel
Das im Inntal am Eingang des Ötztals gelegene Forchet ist ein besonders bedeutender Naturraum, entstanden aus einem Bergsturz. Foto: Gemeinde Haiming
Das etwa 200 Hektar große Gebiet „Haiminger Forchet“ gilt als eines der besonderen Naturhighlights Tirols. Als letzter Talwald mit Rotföhren im Inntal besitzt es eine Einzigartigkeit, die mit den Gletscherflüssen Osttirols, wie etwa der Isel, vergleichbar ist – diese sind als europäisches Natura-2000-Schutzgebiet geschützt. Schon seit Jahren gibt es Bemühungen, das Forchet unter Schutz zu stellen, um die Ausdehnung von Wohn- und Gewerbegebieten in Richtung des Waldes zu begrenzen. Bisher blieben diese Vorhaben jedoch erfolglos.
CHRONOLOGIE. 2017: Umweltausschuss der Gemeinde Haiming beschließt die Initiative; damaliger Bürgermeister schlägt ein Schutzgebiet vor. Land Tirol startet fachliche Prüfungen. 2019: Prozess wird aufgrund fehlender Unterstützung im Gemeinderat abgebrochen. 2021: Land Tirol beauftragt Kartierung des Haiminger Forchets und des Schutzgebiets „Tschirgant-Bergsturz“. Juni 2022: Gemeinderatsfraktionen beantragen einstimmig die Wiederaufnahme der Schutzgebietsinitiative; Gemeinde engagiert externe Prozessbegleitung. Dezember 2022: Kartierungsergebnisse liegen vor; erster Schutzgebietsvorschlag umfasst 122,58 Hektar. 2023–Anfang 2024: Vorschlag wird in Gesprächen und Veranstaltungen mit Betrieben, Grundeigentümern und Gemeinderat diskutiert. September 2024: Öffentliche Informationsveranstaltung für alle Bürger:innen. Schutzgebietsabgrenzung wird nach Rückmeldungen angepasst, Kompromissfläche 93,41 Hektar. Dezember 2024: Gemeinderat lehnt Vorschlag mit 9:8 Stimmen ab; offizielles Begutachtungsverfahren durch Land Tirol wird nicht eingeleitet. Oktober 2025: Persönliches Gespräch von LR Zumtobel mit Gemeinderat scheitert; Land Tirol stellt Aktivitäten vorerst ein. Der enttäuschte Naturschutzlandesrat René Zumtobel dazu zur RUNDSCHAU: „Die Auseinandersetzung rund um den Haiminger Forchet zeigt, dass Schutzgebiete nur dann erfolgreich ausgewiesen werden können, wenn auf lokaler Ebene ein entsprechender politischer Rückhalt besteht. In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche fachliche Grundlagen erarbeitet und viele Gespräche geführt. Dabei wurden vorgebrachte Bedenken aufgegriffen und die ursprüngliche Abgrenzung mehrfach angepasst. Der zuletzt vorgelegte Vorschlag stellt aus Sicht des Landes Tirol einen fachlich und rechtlich vertretbaren Kompromiss dar. Aus Sicht des Naturschutzes steht außer Frage, dass der Haiminger Forchet als wertvollster Talwald von landesweiter Bedeutung ist und unter Schutz gestellt werden sollte. Als ehemaliger Haiminger kenne ich den Forchet sehr gut und bin überzeugt, dass ein Schutzgebiet sowohl für die Natur als auch für Erholungssuchende langfristige Vorteile bringen würde. Das Land Tirol ist weiterhin bereit, an konstruktiven Lösungen mitzuwirken, sofern vor Ort die entsprechenden Voraussetzungen dafür gegeben sind.“
GRÜNE. „Das ist wirklich enttäuschend nach vielen Jahren engagierten Kampfes für diesen einzigartigen Talwald im Inntal. Dass von der Opposition, die die Mehrheit hält, selbst der Minimalvorschlag abgelehnt wurde, ist beschämend. Die Grüne Liste Haiming und die Bürgermeisterliste haben sich stets für die große Schutz-Variante ausgesprochen. Der Opposition ging es nur um das Verhindern einer Lösung. Das ist nicht nur ärgerlich, es ist auch die reinste Wählertäuschung. Denn im Wahlkampf waren alle für ein Schutzgebiet“, so die Imster Grüne-Bezirkssprecherin Dorothea Schumacher. „Und wieder wirft die SPÖ alles hin, statt für die Tiroler Natur eine Verbesserung zu erzielen“, ärgert sich der Grüne Naturschutzsprecher Gebi Mair. Die Grünen betonen die Einzigartigkeit des Haiminger Forchets als artenreichen Wald, Naherholungsgebiet und Klimaschützer im Inntal und kündigen an, weiterhin für seinen Schutz zu kämpfen. Sie warnen, dass solche sensiblen Lebensräume angesichts der Biodiversitätskrise dringend erhalten werden müssen.
GEMEINDE HAIMING. Christian Köfler, der Vizebürgermeister der Gemeinde Haiming, zur RUNDSCHAU: „Für den Schutz des Kerngebiets bin ich jederzeit. Ich war von Anfang an gegen eine Unterschutzstellung des ganzen Forchets, denn schon alleine durch das Raumordnungskonzept ist das Forchet bereits ausreichend geschützt. Das Forchet ist nicht gefährdet. Doch wie wird sich Haiming entwickeln? Ich glaube, wir sind es der Generation nach uns schuldig, dass wir hier nicht über deren Köpfe entscheiden.“ Bürgermeisterin Michaela Ofner sagt: „Ich bin nach wie vor für die Unterschutzstellung des Forchet und habe auch für den Vorschlag des Landes gestimmt. Da aber die Abstimmung im Gemeinderat knapp gegen die Unterschutzstellung ausgegangen ist, muss ich das so leider akzeptieren und zur Kenntnis nehmen.“
CHRONOLOGIE. 2017: Umweltausschuss der Gemeinde Haiming beschließt die Initiative; damaliger Bürgermeister schlägt ein Schutzgebiet vor. Land Tirol startet fachliche Prüfungen. 2019: Prozess wird aufgrund fehlender Unterstützung im Gemeinderat abgebrochen. 2021: Land Tirol beauftragt Kartierung des Haiminger Forchets und des Schutzgebiets „Tschirgant-Bergsturz“. Juni 2022: Gemeinderatsfraktionen beantragen einstimmig die Wiederaufnahme der Schutzgebietsinitiative; Gemeinde engagiert externe Prozessbegleitung. Dezember 2022: Kartierungsergebnisse liegen vor; erster Schutzgebietsvorschlag umfasst 122,58 Hektar. 2023–Anfang 2024: Vorschlag wird in Gesprächen und Veranstaltungen mit Betrieben, Grundeigentümern und Gemeinderat diskutiert. September 2024: Öffentliche Informationsveranstaltung für alle Bürger:innen. Schutzgebietsabgrenzung wird nach Rückmeldungen angepasst, Kompromissfläche 93,41 Hektar. Dezember 2024: Gemeinderat lehnt Vorschlag mit 9:8 Stimmen ab; offizielles Begutachtungsverfahren durch Land Tirol wird nicht eingeleitet. Oktober 2025: Persönliches Gespräch von LR Zumtobel mit Gemeinderat scheitert; Land Tirol stellt Aktivitäten vorerst ein. Der enttäuschte Naturschutzlandesrat René Zumtobel dazu zur RUNDSCHAU: „Die Auseinandersetzung rund um den Haiminger Forchet zeigt, dass Schutzgebiete nur dann erfolgreich ausgewiesen werden können, wenn auf lokaler Ebene ein entsprechender politischer Rückhalt besteht. In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche fachliche Grundlagen erarbeitet und viele Gespräche geführt. Dabei wurden vorgebrachte Bedenken aufgegriffen und die ursprüngliche Abgrenzung mehrfach angepasst. Der zuletzt vorgelegte Vorschlag stellt aus Sicht des Landes Tirol einen fachlich und rechtlich vertretbaren Kompromiss dar. Aus Sicht des Naturschutzes steht außer Frage, dass der Haiminger Forchet als wertvollster Talwald von landesweiter Bedeutung ist und unter Schutz gestellt werden sollte. Als ehemaliger Haiminger kenne ich den Forchet sehr gut und bin überzeugt, dass ein Schutzgebiet sowohl für die Natur als auch für Erholungssuchende langfristige Vorteile bringen würde. Das Land Tirol ist weiterhin bereit, an konstruktiven Lösungen mitzuwirken, sofern vor Ort die entsprechenden Voraussetzungen dafür gegeben sind.“
GRÜNE. „Das ist wirklich enttäuschend nach vielen Jahren engagierten Kampfes für diesen einzigartigen Talwald im Inntal. Dass von der Opposition, die die Mehrheit hält, selbst der Minimalvorschlag abgelehnt wurde, ist beschämend. Die Grüne Liste Haiming und die Bürgermeisterliste haben sich stets für die große Schutz-Variante ausgesprochen. Der Opposition ging es nur um das Verhindern einer Lösung. Das ist nicht nur ärgerlich, es ist auch die reinste Wählertäuschung. Denn im Wahlkampf waren alle für ein Schutzgebiet“, so die Imster Grüne-Bezirkssprecherin Dorothea Schumacher. „Und wieder wirft die SPÖ alles hin, statt für die Tiroler Natur eine Verbesserung zu erzielen“, ärgert sich der Grüne Naturschutzsprecher Gebi Mair. Die Grünen betonen die Einzigartigkeit des Haiminger Forchets als artenreichen Wald, Naherholungsgebiet und Klimaschützer im Inntal und kündigen an, weiterhin für seinen Schutz zu kämpfen. Sie warnen, dass solche sensiblen Lebensräume angesichts der Biodiversitätskrise dringend erhalten werden müssen.
GEMEINDE HAIMING. Christian Köfler, der Vizebürgermeister der Gemeinde Haiming, zur RUNDSCHAU: „Für den Schutz des Kerngebiets bin ich jederzeit. Ich war von Anfang an gegen eine Unterschutzstellung des ganzen Forchets, denn schon alleine durch das Raumordnungskonzept ist das Forchet bereits ausreichend geschützt. Das Forchet ist nicht gefährdet. Doch wie wird sich Haiming entwickeln? Ich glaube, wir sind es der Generation nach uns schuldig, dass wir hier nicht über deren Köpfe entscheiden.“ Bürgermeisterin Michaela Ofner sagt: „Ich bin nach wie vor für die Unterschutzstellung des Forchet und habe auch für den Vorschlag des Landes gestimmt. Da aber die Abstimmung im Gemeinderat knapp gegen die Unterschutzstellung ausgegangen ist, muss ich das so leider akzeptieren und zur Kenntnis nehmen.“
