Oberländer Wälder als Tagungsort
Fachtagung von Forstexperten fand heuer im Tiroler Oberland statt
Jedes Jahr treffen sich Fachleute der Arbeitsgemeinschaft Forstliche Standorts- und Vegetationskunde (AFSV) aus dem deutschsprachigen Raum, um sich über Themen, die den Wald betreffen, auszutauschen. Wie in den letzten Jahren standen auch heuer wieder Fragen, die sich den Folgen des Klimawandels widmen, im Vordergrund.
25. August 2026
Mitorganisator Alois Simon vom Land Tirol mit dem 250 Seiten starken Tagungsband, der die Wälder des Bezirks Imst unter die Lupe nimmt. Foto: Dorn
Knapp 100 Personen aus Forschung, Lehre und Praxis, unter anderem des Forstzentrums Weihenstephan, der Universitäten Göttingen und Innsbruck sowie der Boku Wien, trafen sich auf Einladung der AFSV in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Landesforstdienst für vier Tage, um sich gemeinsam mit Fragen des Klimawandels in den heimischen Wäldern zu beschäftigen. „Wie verändern Hitze, Trockenheit, Borkenkäfer und Extremereignisse die inneralpinen Nadelwälder – und wo kann natürliche Walddynamik wirken, wo braucht es gezielte Steuerung?“, lautete die große Fragestellung, unter der jeweils unterschiedliche Gegebenheiten und Prognosen erörtert und diskutiert wurden. „Die Tagung untersucht Verschiebungen der Wärmestufen, Veränderungen im Wasserhaushalt, Baumarteneignung, Sukzession und gelenkte Entwicklung – stets mit Blick auf die Frage, wie stabile Waldökosysteme und insbesondere ihre Schutzwirkung erhalten werden können“, fasst Mitorganisator Alois Simon von der Abteilung Forstplanung des Landes die Aufgabenstellung zusammen.
VIELSCHICHTIGER OBERLÄNDER WALD. Nach einleitenden Fachvorträgen in der Wirtschaftskammer Imst folgten drei Tage Exkursionen in die unterschiedlichsten Waldgebiete des Oberlands: So wurden Fichten-, Tannen-, Kiefern-, Zirben- und Eichenbestände in Hoch-Imst, in Grins bei Landeck, in Ochsengarten und auf den Feldringer Böden und dem Haiminger Berg begutachtet, in Mieming Klimamess-daten erörtert und beim Blindsee unter anderem die Vegetation auf den Dolomit-Schuttfächern und Quellfluren besprochen. Dank der unterschiedlichen Vorkommen von Geologien, Höhenlagen und Waldarten eignet sich das Oberland besonders gut als Tagungsort, wie Simon erklärt. Eine der zentralsten Fragen, die sich Forstleute stellen müssen, ist die nach der zukünftigen Bewirtschaftung: Soll man rigoros eingreifen und bewusst auf Aufforstung mittels trockenresistenter Baumarten setzen oder den Wald sich selbst regulieren lassen?
EINGRIFF ODER LAISSEZ-FAIRE? Die Meinungen der Tagungsteilnehmer gingen bei dieser Frage recht weit auseinander und Simon, der selbst an der Universität für Bodenkultur in Wien studierte, skizziert abseits dieser zentralen Frage die wichtigsten Maßnahmen zur Klimawandelanpassung des Waldes: So ist die kontinuierliche Verjüngung des Waldes ein Gebot der Stunde, die jedoch nur durch eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit der Jägerschaft bewerkstelligt werden kann, um den Wildverbiss zu vermindern. Eine sukzessive Umstellung von Flächen mit einseitigem Baumbestand wie Fichtenmonokultur hin zu trockenresistenteren Sorten und Mischwald ist dabei Teil der Baumartenempfehlung der Tiroler Waldtypisierung. Deren Karten sind
VIELSCHICHTIGER OBERLÄNDER WALD. Nach einleitenden Fachvorträgen in der Wirtschaftskammer Imst folgten drei Tage Exkursionen in die unterschiedlichsten Waldgebiete des Oberlands: So wurden Fichten-, Tannen-, Kiefern-, Zirben- und Eichenbestände in Hoch-Imst, in Grins bei Landeck, in Ochsengarten und auf den Feldringer Böden und dem Haiminger Berg begutachtet, in Mieming Klimamess-daten erörtert und beim Blindsee unter anderem die Vegetation auf den Dolomit-Schuttfächern und Quellfluren besprochen. Dank der unterschiedlichen Vorkommen von Geologien, Höhenlagen und Waldarten eignet sich das Oberland besonders gut als Tagungsort, wie Simon erklärt. Eine der zentralsten Fragen, die sich Forstleute stellen müssen, ist die nach der zukünftigen Bewirtschaftung: Soll man rigoros eingreifen und bewusst auf Aufforstung mittels trockenresistenter Baumarten setzen oder den Wald sich selbst regulieren lassen?
EINGRIFF ODER LAISSEZ-FAIRE? Die Meinungen der Tagungsteilnehmer gingen bei dieser Frage recht weit auseinander und Simon, der selbst an der Universität für Bodenkultur in Wien studierte, skizziert abseits dieser zentralen Frage die wichtigsten Maßnahmen zur Klimawandelanpassung des Waldes: So ist die kontinuierliche Verjüngung des Waldes ein Gebot der Stunde, die jedoch nur durch eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit der Jägerschaft bewerkstelligt werden kann, um den Wildverbiss zu vermindern. Eine sukzessive Umstellung von Flächen mit einseitigem Baumbestand wie Fichtenmonokultur hin zu trockenresistenteren Sorten und Mischwald ist dabei Teil der Baumartenempfehlung der Tiroler Waldtypisierung. Deren Karten sind







