Pfarrkirchenrat seines Amts enthoben
Warum ein Grundstücksverkauf in Haiming zum Kirchenstreit wurde
Seit Jahrzehnten engagiert sich die Familie von Christian Kopp für die Pfarrkirche Haiming. Kopp übernahm unter anderem Reparaturarbeiten, wirkte als Vorbeter und war vier Jahre lang Mitglied des Pfarrkirchenrates. Nun wurde er seines Amtes enthoben. Auslöser waren Fragen zum Verbleib von Geldern aus einem Grundstücksverkauf der Pfarre an die TIWAG. Der Verkaufserlös wurde an den Vermögensfonds der Diözese überwiesen und kam nie beim Verkäufer, der Pfarre Haiming, an. Kopp zeigte sich darüber unverständig, hinterfragte das Vorgehen und schaltete schließlich einen Rechtsanwalt ein.
30. Juni 2026
Wem steht das Geld aus dem Grundstücksverkauf zu? Für Christian Kopp ist klar, dass es der Pfarre Haiming als Verkäuferin gehört. Foto: Hablitzel
In dem Schreiben, mit dem Christian Kopp über seine Enthebung als Mitglied des Pfarrkirchenrats informiert wurde, ist von einem wiederholt gesetzten Verhalten zum Nachteil der Pfarrkirche die Rede und davon, dass eine gedeihliche Zusammenarbeit nicht mehr zu erwarten ist. Für Kopp sind diese Vorwürfe nicht nachvollziehbar. Er habe stets im Sinne der Pfarrkirche Haiming gehandelt. Doch wie kam es überhaupt so weit?
Geld, das nie in Haiming ankam. Ausgangspunkt des Konflikts war der Verkauf eines rund 0,4 Hektar großen Grundstücks der Pfarrkirche Haiming an die TIWAG – es handelt sich dabei nicht um Pfarrpfründe, wie Kopp betont. Der Pfarrkirchenrat stimmte dem Verkauf zu. „Mit der Auflage, dass das Geld bei uns in der Pfarre für Reparaturen oder Renovierungszwecke bleibt“, erklärt Kopp. „Das wurde einstimmig beschlossen.“ Der Verkaufserlös in Höhe von 217.000 Euro (indexangepasst 227.000 Euro) landete jedoch nie auf dem Konto der Pfarre Haiming. Zunächst habe er sich nichts dabei gedacht. Erst im Frühjahr dieses Jahres ist Kopp der Sache nachgegangen. Dabei habe er erfahren, dass der Betrag bereits an die Diözese überwiesen worden war. Für Kopp steht jedenfalls fest: Der Verkaufserlös gehört der Pfarre Haiming als Verkäuferin. Er hat Pfarrer Kidane Korabza darauf angesprochen. Dieser habe ihm erklärt, dass die Diözese ihre Regelungen habe. Die Frage, wer die Kontoverbindung bekannt gegeben hatte, sei ihm bis heute nicht beantwortet worden. So schaltete Christian Kopp schließlich einen Rechtsanwalt ein, der bei der Diözese Innsbruck nachfragte. In der Antwort der Diözese hieß es: „Die zahlungswirksamen Erträge aus Immobilienverkäufen sind abzüglich einer Tilgungs- und/oder Instandhaltungsrücklage in Immobilienankäufe zu reinvestieren oder bis zu diesem Zeitpunkt in den Vermögensfonds der Diözese Innsbruck einzubringen.“ Eine Verwendung von Grundstücksverkaufserlösen für Renovierungen sei aufgrund des kirchenrechtlichen Substanzherhaltungsgebots nicht möglich. Laut Diözese besagt dieses, dass das kirchliche Vermögen langfristig gesichert sein muss und nicht durch laufende Ausgaben, wie etwa Sanierungen, aufgezehrt werden darf. „Der Einfachheit halber“ sei der Kaufpreis direkt auf das Konto des Vermögensfonds der Diözese einbezahlt worden. Gleichzeitig räumte die Diözese ein, dass der Akzeptanzzuschlag, der der Pfarre Haiming zusteht, „aufgrund eines Versehens“ auch an den Vermögensfonds der Diözese überwiesen worden war. Die rund 15.000 Euro wurden inzwischen weitergeleitet. Kopp fragt sich jedenfalls, wo er zum Nachteil der Pfarrkirche gehandelt habe. „Wir waren immer da für die Kirche“, so Kopp. Er sieht es jedenfalls nicht ein, dass der Pfarrkirchenrat umgangen und der Verkaufserlös direkt an die Diözese überwiesen wurde. In den kommenden Jahren würden in der Pfarre Haiming mehrere größere Investitionen anstehen. Kopp möchte, dass die Leute wissen, dass er sich um das Geld bemüht hat, wenn wieder Spenden gesammelt werden.
DIÖZESE WEIST KRITIK zurück. Der Verkauf sei transparent und ordnungsgemäß abgewickelt worden. „Grundstücke im Eigentum von Pfarrkirchen unterliegen klaren kirchenrechtlichen Bestimmungen“, heißt es seitens der Diözese Innsbruck. Bei pfarrlichen Vermögen würde es sich um Kirchenvermögen handeln. Da im Fall Haiming kein unmittelbarer Ankauf einer Ersatzliegenschaft erfolgt ist, sei dieser Schritt nicht nur üblich, sondern rechtlich geboten gewesen. Die eingebrachten Mittel würden rechtlich und wirtschaftlich der jeweiligen Pfarre zugeordnet bleiben und könnten wieder entnommen werden – insbesondere sobald konkrete Investitionen in Liegenschaften geplant sind. Das Thema sei im Pfarrkirchenrat mehrfach behandelt worden. Dass bei einer finanziellen Angelegenheit dieser Größenordnung Fragen gestellt werden, dafür habe Pfarrer Kidane Korabza Verständnis. Diskussionen und Fragen gehörten zur Arbeit des Pfarrkirchenrates dazu, die Mitglieder hätten die Möglichkeit gehabt, Informationen einzuholen und ihre Sichtweisen einzubringen. Als Pfarrer sei ihm ein respektvoller und friedlicher Umgang mit allen Menschen ein großes Anliegen. „Ich wünsche mir, dass wir wieder zu einem guten Miteinander finden“, so Pfarrer Kidane Korabza. Die Enthebung von Christian Kopp stehe laut Diözese nicht im Zusammenhang mit internen Diskussionen oder unterschiedlichen Meinungen. Ausschlaggebend sei vielmehr das anschließende externe Vorgehen gewesen.
Geld, das nie in Haiming ankam. Ausgangspunkt des Konflikts war der Verkauf eines rund 0,4 Hektar großen Grundstücks der Pfarrkirche Haiming an die TIWAG – es handelt sich dabei nicht um Pfarrpfründe, wie Kopp betont. Der Pfarrkirchenrat stimmte dem Verkauf zu. „Mit der Auflage, dass das Geld bei uns in der Pfarre für Reparaturen oder Renovierungszwecke bleibt“, erklärt Kopp. „Das wurde einstimmig beschlossen.“ Der Verkaufserlös in Höhe von 217.000 Euro (indexangepasst 227.000 Euro) landete jedoch nie auf dem Konto der Pfarre Haiming. Zunächst habe er sich nichts dabei gedacht. Erst im Frühjahr dieses Jahres ist Kopp der Sache nachgegangen. Dabei habe er erfahren, dass der Betrag bereits an die Diözese überwiesen worden war. Für Kopp steht jedenfalls fest: Der Verkaufserlös gehört der Pfarre Haiming als Verkäuferin. Er hat Pfarrer Kidane Korabza darauf angesprochen. Dieser habe ihm erklärt, dass die Diözese ihre Regelungen habe. Die Frage, wer die Kontoverbindung bekannt gegeben hatte, sei ihm bis heute nicht beantwortet worden. So schaltete Christian Kopp schließlich einen Rechtsanwalt ein, der bei der Diözese Innsbruck nachfragte. In der Antwort der Diözese hieß es: „Die zahlungswirksamen Erträge aus Immobilienverkäufen sind abzüglich einer Tilgungs- und/oder Instandhaltungsrücklage in Immobilienankäufe zu reinvestieren oder bis zu diesem Zeitpunkt in den Vermögensfonds der Diözese Innsbruck einzubringen.“ Eine Verwendung von Grundstücksverkaufserlösen für Renovierungen sei aufgrund des kirchenrechtlichen Substanzherhaltungsgebots nicht möglich. Laut Diözese besagt dieses, dass das kirchliche Vermögen langfristig gesichert sein muss und nicht durch laufende Ausgaben, wie etwa Sanierungen, aufgezehrt werden darf. „Der Einfachheit halber“ sei der Kaufpreis direkt auf das Konto des Vermögensfonds der Diözese einbezahlt worden. Gleichzeitig räumte die Diözese ein, dass der Akzeptanzzuschlag, der der Pfarre Haiming zusteht, „aufgrund eines Versehens“ auch an den Vermögensfonds der Diözese überwiesen worden war. Die rund 15.000 Euro wurden inzwischen weitergeleitet. Kopp fragt sich jedenfalls, wo er zum Nachteil der Pfarrkirche gehandelt habe. „Wir waren immer da für die Kirche“, so Kopp. Er sieht es jedenfalls nicht ein, dass der Pfarrkirchenrat umgangen und der Verkaufserlös direkt an die Diözese überwiesen wurde. In den kommenden Jahren würden in der Pfarre Haiming mehrere größere Investitionen anstehen. Kopp möchte, dass die Leute wissen, dass er sich um das Geld bemüht hat, wenn wieder Spenden gesammelt werden.
DIÖZESE WEIST KRITIK zurück. Der Verkauf sei transparent und ordnungsgemäß abgewickelt worden. „Grundstücke im Eigentum von Pfarrkirchen unterliegen klaren kirchenrechtlichen Bestimmungen“, heißt es seitens der Diözese Innsbruck. Bei pfarrlichen Vermögen würde es sich um Kirchenvermögen handeln. Da im Fall Haiming kein unmittelbarer Ankauf einer Ersatzliegenschaft erfolgt ist, sei dieser Schritt nicht nur üblich, sondern rechtlich geboten gewesen. Die eingebrachten Mittel würden rechtlich und wirtschaftlich der jeweiligen Pfarre zugeordnet bleiben und könnten wieder entnommen werden – insbesondere sobald konkrete Investitionen in Liegenschaften geplant sind. Das Thema sei im Pfarrkirchenrat mehrfach behandelt worden. Dass bei einer finanziellen Angelegenheit dieser Größenordnung Fragen gestellt werden, dafür habe Pfarrer Kidane Korabza Verständnis. Diskussionen und Fragen gehörten zur Arbeit des Pfarrkirchenrates dazu, die Mitglieder hätten die Möglichkeit gehabt, Informationen einzuholen und ihre Sichtweisen einzubringen. Als Pfarrer sei ihm ein respektvoller und friedlicher Umgang mit allen Menschen ein großes Anliegen. „Ich wünsche mir, dass wir wieder zu einem guten Miteinander finden“, so Pfarrer Kidane Korabza. Die Enthebung von Christian Kopp stehe laut Diözese nicht im Zusammenhang mit internen Diskussionen oder unterschiedlichen Meinungen. Ausschlaggebend sei vielmehr das anschließende externe Vorgehen gewesen.
Martin Grüneis 




