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Plötzlich war alles anders

Nach einem Motocross-Unfall kämpft sich Dominic Haselwanter zurück ins Leben

Anfang Dezember ändert sich für Dominic Haselwanter während eines Motocross-Trainings in Italien alles. Was als sportliche Einheit beginnt, endet mit einer Horror-Diagnose: einer schweren C5-Halswirbelverletzung. Der junge Rietzer, begeisterter Sportler und gelernter Elektriker, ist seither auf einen Rollstuhl angewiesen.
7. Jänner 2026 | von Benjamin Hofer
Plötzlich war alles anders
Dominic nach einem Motocross-Wettkampf in der Türkei – wie so oft mit einem Lächeln im Gesicht.

Fotos: Privat
Wer Dominic – von seinen Freunden meist liebevoll „Hasi“ genannt – kennt, beschreibt ihn als jemanden, der das Leben mit offenem Visier und einem prall gefüllten Herzen nimmt: positiv, humorvoll, ehrlich. Ob bei gemeinsamen Ausflügen und Urlauben, im Sportverein – sei es Tennis, Fußball oder Motocross –, im Arbeitsumfeld oder im Kreis der Familie: Dominics Lächeln war stets präsent, ansteckend und füllte jeden Raum. Nach der Hiobsbotschaft wurde spürbar, wie viele Menschen er mit dieser Haltung im Laufe seines Lebens für sich gewonnen hat. Die Welle der Anteilnahme und Unterstützung, die auf ihn und seine Familie trifft, ist überwältigend. „Es isch unglaublich, zu sehen, was alles möglich isch, wenn’s einmal nit so lafft wie es soll und alle zammrücken“, schreibt der 26-Jährige in einem seiner jüngsten Social-Media-Updates. „I bin extrem gerührt vom Zusammenhalt in der Gemeinde, bei Freunden, Vereinen – und sogar bei fremden Menschen.“ Diese vielfältige Unterstützung, so betont er, gebe ihm Kraft und Zuversicht. 

KÄMPFEN. Inzwischen wurde Dominic zweimal an der Wirbelsäule operiert. Noch wird er bei der Atmung maschinell unterstützt, das Sprechen ist anstrengend und fällt ihm schwer – doch sein Zustand verbessert sich täglich. Aktuell kann er den rechten Arm besser bewegen als den linken. Greifen kann er mit beiden Händen noch nicht. Und doch bleibt sein Blick nach vorne gerichtet – aus der Intensivstation der Innsbrucker Klinik lässt er wissen: „I bin mir bewusst, dass i künftig auf an Rollstuhl angewiesen bin. Aber des ändert nix an meinem Willen, weiterzukämpfen und es Beste aus der Situation zu machen.“ Mittlerweile hat Dominic mit der Physiotherapie begonnen. Kleine Fortschritte, minimale Bewegungen, ein wachsendes Körpergefühl – sie sind es, aus denen er enorme Kraft schöpft.

GEMEINSAM. Der Rückhalt von Familie, Freunden und Wegbegleitern zeigt sich auf vielfältige Weise. Kindheits- und Jugendfreunde verteilen Spenden-Flyer, einer seiner engsten Freunde betreut derzeit seinen Social-Media-Account, da Dominic sein Handy noch nicht selbst benutzen kann. Eine Crowdfunding-Kampagne wurde ins Leben gerufen, um die kommenden Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Man merkt: Die Betroffenheit ist allgegenwärtig. Der „Sonnenschein“, wie ihn seine Angehörigen nennen, sieht sich jäh mit einem schrecklichen Schicksalsschlag konfrontiert. Und doch ist es nicht allein die Schwere, die diesen Moment prägt. Etwas anderes tritt in diesen Zeiten hervor: der Rückhalt. Dort, wo Dunkelheit Einzug hält, wo Hoffnung flackert und die Konturen der Zukunft zu verschwimmen drohen, entzünden Familie und Freundschaft ein Gegengewicht aus Licht und Wärme. Sie eröffnen neue Möglichkeiten, nähren neue Zuversicht und schenken die kostbare Gewissheit, nicht allein zu sein.

Wer Dominic und seine Familie unterstützen möchte – etwa beim barrierefreien Umbau des Hauses oder bei der Anschaffung notwendiger technischer Hilfsmittel –, kann dies über die Crowdfunding-Plattform www.gofundme.com/f/fur-dominicgemeinsam-zuruck-ins-leben oder per Spende an IBAN: AT88 2050 2000 0240 4747 tun.
Plötzlich war alles anders
Mit Motocross-Star Johannes Wibmer
Plötzlich war alles anders
Freiheit in den Bergen: Ob Sommer oder Winter – die Natur war für Dominic stets Kraftquelle und Rückzugsort.

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