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Sinkende Ergiebigkeit und höherer Verbrauch

Warum Imst bei der Trinkwasserversorgung langfristig denken muss

Weniger Niederschlag, kaum Schnee und eine sinkende Quellergiebigkeit: Das Jahr 2025 stellte die Wasserversorgung in Imst und den mitversorgten Gemeinden vor große Herausforderungen. Dank langfristiger Investitionen der Stadtwerke konnte die Versorgung dennoch stabil aufrechterhalten werden. Es ist jedoch ein klarer Trend und Handlungsbedarf für die Zukunft erkennbar.
14. April 2026 | von Martin Grüneis
Sinkende Ergiebigkeit und höherer Verbrauch<br />
Die Ergiebigkeit der Trinkwasserquellen der Stadt Imst ging im Jahresverlauf deutlich zurück. Foto: Stadtwerke Imst
Die Stadt Imst bezieht ihr Trinkwasser aus mehreren Quellen im eigenen Gemeindegebiet und aus dem Alpeilgebiet in Tarrenz. Deren Ergiebigkeit ist im Jahresverlauf deutlich zurückgegangen. Das vergangene Jahr war mit rund 628 Millimetern Niederschlag eines der trockensten der jüngeren Geschichte. Das entspricht 62,7 Litern pro Quadratmeter und damit nur etwa 80 Prozent der langjährigen durchschnittlichen Jahresniederschlags-menge. Hinzu kam der schneearme Winter 2024/2025, sodass die sonst wichtige Schneeschmelze entsprechend gering ausfiel. Lediglich der Juli brachte durchschnittliche Niederschläge. Der Herbst blieb erneut deutlich zu trocken. Diese Entwicklungen wirkten sich direkt auf die natürlichen Wasserspeicher in den Bergen aus.

QUELLEN LIEFERN WENIGER WASSER. „Der Februar ist saisonal zwar immer der Monat mit den niedrigsten Quellergiebigkeiten. Heuer sank die Schüttmenge jedoch erneut auf nur noch sieben Liter pro Sekunde“, berichtet Thomas Huber, Direktor der Stadtwerke Imst. Zum Vergleich: Im Jahresdurchschnitt lieferten die Quellen im Gemeindegebiet 2013 noch rund 13 Liter pro Sekunde. Die Ursachen liegen vor allem im Niederschlagsdefizit des Vorjahres. Die Bergwasserkörper nehmen Regen- und Schmelzwasser auf und geben es zeitverzögert an die Quellen ab. Bleibt der Niederschlag aus, können sich diese natürlichen Speicher kaum erholen. „Auch wenn heuer ein massiver Ausreißer nach unten zu beobachten ist, zeigt der Mehrjahresvergleich eindeutig einen rückläufigen Trend“, betont Huber.

WASSERSCHIENE RASTBÜHEL - HOCH-IMST SICHERTE VERSORGUNG. Wasserschiene Rastbühel – Hoch-Imst sicherte Versorgung. Allein mit den eigenen Quellen hätten Imst und die angeschlossenen Gemeinden Arzl, Karres und Imsterberg zuletzt nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Eine zentrale Rolle spielt daher die im Jahr 2024 fertiggestellte Wasserschiene vom Rastbühel nach Hoch-Imst. Die 3,1 Kilometer lange Querleitung bildet das Schlussstück eines mehr als zehn Jahre dauernden Ausbaus der Imster Wasserversorgung. Die Stadtwerke investierten dafür insgesamt über vier Millionen Euro. Neben der Leitung entstanden neue Hochbehälter nördlich der Stadt. Bereits 1989 ließ die Stadt die Alpeilquellen in Tarrenz erschließen. Was ursprünglich als Notreserve gedacht war, ist heute eine Hauptschlagader. Die Alpeilquellen sind eine tragende Säule der regionalen Wasserversorgung.

WASSERVERBRAUCH STEIGT. Das Versorgungsnetz der Stadtwerke umfasst mehr als 200 Kilometer Leitungen. Rund 5.000 Haushalte in Imst werden daraus täglich mit Trinkwasser versorgt. Der tägliche Verbrauch liegt bei etwa 4.000 Hektolitern, das sind 4 Millionen Liter. Seit 2012 ist der jährliche Wasserverbrauch von 640.000 auf knapp 780.000 Kubikmeter gestiegen. Hauptgründe hierfür sind das Bevölkerungswachstum sowie die Zunahme von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben. Gleichzeitig sank das jährliche Wasseraufkommen im Quellgebiet „Brunnwald“, dem Kernbereich der Imster Quellen, von 740.000 auf rund 625.000 Kubikmeter. Steigender Bedarf trifft somit auf rückläufiges Angebot.

STRATEGISCHE PLANUNG FÜR KOMMENDE GENERATIONEN. „Wir können uns glücklich schätzen, dass die Entscheidungsträger Ende der Achtzigerjahre die Erschließung der Alpeilquellen vorausschauend umgesetzt haben. Ohne dieses Projekt stünden wir heute vor massiven Problemen“, sagt Huber. Imst verfügt aktuell noch über ausreichende Kapazitäten. Doch die klimatischen Entwicklungen bleiben schwer kalkulierbar. Zudem liegen die Alpeilquellen im Hochgebirge. Naturgefahren wie Steinschlag, Muren oder Hochwasser bergen zusätzliche Risiken. Die Stadtwerke drängen daher auf einen strategischen Entwicklungsplan für weitere Quellerschließungen im Großraum Gurgltal. „Wir sollten es unseren Vorgängern gleichtun und heute die notwendigen Planungs- und Investitionsschritte setzen. Es geht um die sichere Versorgung der nächsten Generationen. Entsprechende Entwicklungsperspektiven bringen wir aktuell in unseren Gremien zur Diskussion“, betont Stadtwerke-Direktor Thomas Huber.

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